Die Suche nach attraktiven Festgeldzinsen erfolgt heute häufig über Vergleichsportale oder Suchmaschinen. Anleger orientieren sich dabei an Zinshöhe, Laufzeit und dem vermeintlichen Ruf des Anbieters. Genau dieses Vertrauen nutzen Betrüger zunehmend aus, indem sie Internetseiten betreiben, die den Eindruck eines seriösen Finanzunternehmens vermitteln.
Vor diesem Hintergrund hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine Warnmeldung zu thfinanz-ag.com veröffentlicht. Nach den Erkenntnissen der Behörde besteht der Verdacht, dass über die Website ohne die erforderliche Erlaubnis Bankgeschäfte, insbesondere Festgeldanlagen, angeboten werden. Gleichzeitig weist die BaFin ausdrücklich darauf hin, dass nach derzeitigen Erkenntnissen keine Verbindung zur schweizerischen TH Finanz AG besteht. Nach Einschätzung der Aufsichtsbehörde dürfte vielmehr ein Fall des Identitätsmissbrauchs vorliegen.
Wer bereits Kontakt mit der Plattform hatte oder über eine Geldanlage nachdenkt, sollte diese Warnung ernst nehmen und sämtliche Angaben sorgfältig überprüfen.
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thfinanz-ag.com: Identitätsmissbrauch gehört zu den häufigsten Betrugsstrategien
Anders als bei vollständig frei erfundenen Unternehmen greifen Täter heute häufig auf den Namen real existierender Gesellschaften zurück. Dadurch entsteht bei Interessenten schnell der Eindruck, sie hätten es mit einem etablierten und vertrauenswürdigen Finanzunternehmen zu tun.
Nach den Hinweisen der BaFin soll genau dies bei thfinanz-ag.com der Fall sein. Obwohl die Website den Namen TH Finanz AG verwendet, besteht nach den bisherigen Erkenntnissen kein Zusammenhang mit der echten Gesellschaft in der Schweiz.
Für Anleger ist ein solcher Firmenklon besonders schwer zu erkennen. Wer lediglich den Unternehmensnamen recherchiert, findet möglicherweise Informationen über die tatsächlich existierende Gesellschaft und geht deshalb fälschlicherweise davon aus, dass auch die Internetseite zu diesem Unternehmen gehört.
Deshalb sollten niemals nur Firmenname oder Logo überprüft werden. Ebenso wichtig sind die verwendete Domain, die E-Mail-Adressen, Telefonnummern und die angegebenen Bankverbindungen.
thfinanz-ag.com: So werben vergleichbare Festgeldplattformen um Anleger
Bei mutmaßlichen Festgeldbetrugsfällen stehen nicht spektakuläre Gewinnversprechen im Vordergrund. Vielmehr wird gezielt mit Sicherheit, Stabilität und planbaren Zinserträgen geworben.
Interessenten erhalten häufig detaillierte Informationen über verschiedene Laufzeiten und Zinssätze. Hinzu kommen professionell gestaltete Angebotsunterlagen, Vertragsentwürfe und persönliche Ansprechpartner, die telefonisch oder per E-Mail für Rückfragen zur Verfügung stehen.
Teilweise wird sogar behauptet, die Einlagen seien besonders abgesichert oder würden von namhaften Banken verwaltet. Dadurch soll das Vertrauen weiter gestärkt und die Entscheidung für eine Überweisung erleichtert werden.
Gerade weil die Unterlagen oftmals professionell wirken, erkennen viele Anleger erst sehr spät, dass sie möglicherweise nicht mit dem tatsächlichen Unternehmen kommunizieren.
thfinanz-ag.com: Typischer Ablauf bei vergleichbaren Festgeldbetrugsfällen
Aus zahlreichen bekannten Sachverhalten ergibt sich ein wiederkehrendes Muster.
Nach einer ersten Kontaktaufnahme erhalten Interessenten regelmäßig ein individuelles Festgeldangebot. Im Anschluss folgen Telefonate mit angeblichen Anlageberatern, die auf eine schnelle Entscheidung drängen und die Vorteile des Angebots hervorheben.
Nach Annahme des Angebots wird der Anleger aufgefordert, den Anlagebetrag auf ein bestimmtes Empfängerkonto zu überweisen. Kurz darauf erhält er häufig eine Eingangsbestätigung oder weitere Unterlagen, aus denen hervorgehen soll, dass die Festgeldanlage erfolgreich eingerichtet wurde.
Teilweise werden sogar Kundenportale eingerichtet oder Kontoübersichten übersandt, auf denen der investierte Betrag sowie die versprochenen Zinsen ausgewiesen werden. Diese Unterlagen sollen den Eindruck vermitteln, dass das Geld ordnungsgemäß angelegt worden ist.
Gerade diese professionelle Vorgehensweise trägt dazu bei, dass Zweifel häufig erst zu einem deutlich späteren Zeitpunkt entstehen.