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Betrugswarnung

Pur Rendavio (purrendavio.live) – Erfahrungen, Auszahlung, Betrug und Geld zurück

22. Oktober 202615 Min. Lesezeit
Arthur Wilms
Arthur WilmsRechtsanwalt

Pur Rendavio (purrendavio.live) – Betrug?

Bei der Bewertung von Pur Rendavio (purrendavio.live) sollte zunächst zwischen einer tatsächlich existierenden Handelsstrategie und den konkreten Behauptungen des Anbieters unterschieden werden. Arbitrage ist grundsätzlich ein realer Begriff aus dem Finanz- und Kryptohandel. Gemeint ist vereinfacht die Ausnutzung von Preisunterschieden für denselben Vermögenswert an unterschiedlichen Handelsplätzen. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass jede Plattform, die mit Arbitrage wirbt, tatsächlich entsprechende Geschäfte durchführt.

Nach den vorliegenden Angaben stellt Pur Rendavio automatisierte Arbitrage-Gewinne zwischen verschiedenen Kryptobörsen in Aussicht. Der Eindruck soll offenbar entstehen, dass Preisunterschiede durch technische Systeme erkannt und nahezu ohne relevantes Risiko ausgenutzt werden können. Für Anleger kann diese Darstellung besonders überzeugend wirken, weil Arbitrage als professionelles Handelskonzept tatsächlich bekannt ist und Begriffe wie Automatisierung, Algorithmus, Liquidität oder High-Frequency Trading technisch und fachlich plausibel klingen.

Gerade deshalb sollte geprüft werden, ob hinter den verwendeten Begriffen tatsächlich nachvollziehbare Transaktionen stehen. Ein Kundenkonto, das angebliche Gewinne ausweist, ist zunächst lediglich eine Darstellung innerhalb der jeweiligen Plattform. Ein angezeigtes Guthaben von beispielsweise mehreren zehntausend Euro beweist noch nicht, dass dieser Betrag tatsächlich vorhanden ist und einem Anleger auf einem realen Konto oder Wallet zur Verfügung steht.

Ähnliches gilt für eine im Dashboard angezeigte Trade-Historie. Dort können Kauf- und Verkaufsvorgänge, Gewinne oder andere Handelsdaten aufgeführt sein. Für die rechtliche und tatsächliche Bewertung kommt es jedoch darauf an, ob sich diese Vorgänge anhand unabhängiger Informationen nachvollziehen lassen. Bei Kryptowährungen können hierfür insbesondere Wallet-Adressen, Transaktions-IDs, die verwendete Blockchain und gegebenenfalls Smart-Contract-Adressen relevant sein. Fehlen solche überprüfbaren Anhaltspunkte, lässt sich allein aus einer Bildschirmdarstellung nicht sicher auf einen tatsächlich ausgeführten Handel schließen.

Besondere Aufmerksamkeit verdient nach den vorliegenden Angaben die spätere Forderung zusätzlicher Zahlungen. Vor einer Auszahlung sollen unter anderem eine „Server Fee“ und eine „Algorithm Licence Fee“ verlangt worden sein. Eine solche Forderung sollte nicht allein deshalb als berechtigt angesehen werden, weil sie mit technisch klingenden Begriffen begründet wird.

Für Anleger ist vielmehr entscheidend, ob entsprechende Kosten bereits bei Vertragsschluss transparent vereinbart wurden, wer Zahlungsempfänger ist, welchem Zweck die Gebühr konkret dient und welche Leistung dafür erbracht werden soll. Eine nachträglich erhobene Zahlung, die erst bei der Beantragung einer Auszahlung auftaucht, sollte besonders sorgfältig geprüft werden.

Auch die Bezeichnung einer Zahlung kann täuschen. Eine „Algorithm Licence Fee“ klingt zunächst nach einer konkreten technischen Nutzungslizenz. Daraus folgt jedoch nicht, dass eine solche Lizenz tatsächlich besteht oder dass der Anleger rechtlich verpflichtet ist, vor der Auszahlung seines angeblichen Guthabens einen zusätzlichen Betrag zu entrichten. Gleiches gilt für eine „Server Fee“. Die technische Bezeichnung einer Kostenposition ersetzt keine nachvollziehbare vertragliche Grundlage.

Hinzu kommt die nach den vorliegenden Angaben verlangte Teilnahme an einem angeblichen „Arbitrage-Pool“. Dabei soll eine Mindestteilnahme von 100.000 Euro erforderlich sein. Wenn im Kundenkonto bereits ein Guthaben ausgewiesen wird, kann ein noch fehlender Betrag als vermeintlich überschaubarer Nachschuss dargestellt werden. Für Betroffene entsteht dadurch leicht der Eindruck, nur noch eine letzte Einzahlung leisten zu müssen, um anschließend auf einen wesentlich höheren Betrag zugreifen zu können.

Gerade an diesem Punkt sollten Anleger besonders vorsichtig sein. Ein bereits angezeigtes Guthaben stellt keinen unabhängigen Nachweis dafür dar, dass der entsprechende Geldbetrag tatsächlich vorhanden ist. Auch eine hohe Gewinnanzeige kann nicht ohne Weiteres als Beleg dafür dienen, dass reale Handelsgewinne erzielt wurden.

Die Verwendung weiterer Fachbegriffe wie „Quantum Trading System“, „Liquidity Pool“ oder „High-Frequency Trading“ verändert diese Prüfung nicht. Solche Begriffe können aus dem realen Finanz- und Kryptobereich stammen. Ihre Verwendung auf einer Website oder innerhalb eines Trading-Dashboards beweist jedoch weder die tatsächliche Durchführung der behaupteten Geschäfte noch die Existenz der dafür erforderlichen technischen oder finanziellen Infrastruktur.

Deshalb sollte bei Pur Rendavio nicht allein die Frage gestellt werden, ob Arbitrage grundsätzlich funktioniert. Entscheidend ist vielmehr, ob die konkret behaupteten Arbitragegeschäfte nachweisbar sind, welche Gesellschaft oder Person tatsächlich als Vertragspartner auftritt, wohin eingezahlte Gelder geflossen sind und ob die dargestellten Kryptowährungstransaktionen auf einer Blockchain nachvollzogen werden können.

Wenn diese Nachweise fehlen und gleichzeitig weitere Zahlungen verlangt werden, bestehen aus Sicht eines betroffenen Anlegers nachvollziehbare Gründe für eine besonders sorgfältige Prüfung. Das gilt insbesondere dann, wenn die Auszahlung des bereits angezeigten Guthabens von einer zusätzlichen Einzahlung abhängig gemacht wird.

Pur Rendavio (purrendavio.live) – Verweigert Auszahlung?

Ein wesentliches Problem bei Pur Rendavio (purrendavio.live) kann nach den vorliegenden Angaben entstehen, wenn ein Anleger sein angebliches Guthaben auszahlen lassen möchte und daraufhin mit neuen Kostenforderungen konfrontiert wird. Während Einzahlungen häufig ohne größere Schwierigkeiten dargestellt werden, kann sich die Situation bei der Auszahlung grundlegend verändern.

Genannt werden insbesondere eine „Server Fee“ und eine „Algorithm Licence Fee“. Für Betroffene ist in einer solchen Situation entscheidend, nicht nur die Höhe der geforderten Zahlung zu betrachten. Viel wichtiger ist die Frage, weshalb diese Kosten erst unmittelbar vor der Auszahlung entstehen und ob sie bereits zuvor eindeutig vereinbart wurden.

Ein seriöses Vertragsverhältnis sollte grundsätzlich erkennen lassen, welche Kosten für die Nutzung einer Dienstleistung anfallen. Werden Gebühren dagegen erst zu einem Zeitpunkt genannt, an dem der Anleger bereits eine Auszahlung verlangt, sollte die zugrunde liegende Vereinbarung genau geprüft werden. Das gilt umso mehr, wenn gleichzeitig mit einem hohen Guthaben oder bereits erzielten Gewinnen argumentiert wird.

Problematisch kann auch eine Argumentation sein, nach der eine Auszahlung technisch erst nach Zahlung einer bestimmten Gebühr freigeschaltet werden könne. Anleger sollten sich in einem solchen Fall die konkrete technische und vertragliche Grundlage erläutern lassen. Eine pauschale Bezeichnung als „Server Fee“, „Lizenzgebühr“, „Freischaltungsgebühr“ oder vergleichbare Kostenposition beantwortet noch nicht die Frage, weshalb die Auszahlung des eigenen Guthabens davon abhängig sein soll.

Besonders sorgfältig sollte außerdem geprüft werden, ob die angebliche Gebühr an eine tatsächliche Leistung gekoppelt ist. Wenn beispielsweise behauptet wird, die Nutzung eines bestimmten Algorithmus verursache eine zusätzliche Lizenzzahlung, sollte nachvollziehbar sein, wer Lizenzgeber ist, welche Lizenz konkret genutzt wird und warum diese Kosten nicht bereits bei der Nutzung der Plattform berücksichtigt wurden.

Eine weitere Besonderheit ergibt sich aus dem angeblichen „Arbitrage-Pool“. Nach den vorliegenden Angaben soll hierfür eine Beteiligung von insgesamt 100.000 Euro erforderlich sein. Wenn ein Teilbetrag bereits als vorhandenes Guthaben dargestellt wird, kann der noch fehlende Betrag als Nachschuss erscheinen. Für den Anleger kann dadurch der Eindruck entstehen, die Auszahlung oder die Teilnahme an einer besonders lukrativen Handelsmöglichkeit sei nur noch von einer letzten Einzahlung abhängig.

Eine solche Darstellung sollte nicht ungeprüft übernommen werden. Zunächst ist zu klären, ob der behauptete Arbitrage-Pool überhaupt existiert und welche konkrete rechtliche oder wirtschaftliche Vereinbarung ihm zugrunde liegt. Ebenso wichtig ist die Frage, ob die bereits eingezahlten Gelder tatsächlich in Handelsgeschäfte geflossen sind oder lediglich innerhalb eines Kundenkontos als Guthaben dargestellt werden.

Bei Kryptotransaktionen bestehen grundsätzlich Möglichkeiten, bestimmte Zahlungswege anhand von Blockchain-Daten nachzuvollziehen. Dafür können Wallet-Adressen und Transaktions-IDs entscheidend sein. Werden Anleger dagegen nur mit internen Trade-Nummern oder Bildschirmdarstellungen konfrontiert, ohne dass sich die angeblichen Geschäfte unabhängig überprüfen lassen, bleibt die tatsächliche Herkunft des ausgewiesenen Guthabens offen.

Auch der Weg einer Einzahlung sollte rekonstruiert werden. Wurde zunächst eine Banküberweisung vorgenommen? Wurde anschließend über eine Kryptobörse Kryptowährung erworben? Wurde diese an eine bestimmte Wallet übertragen? Oder erfolgte die Einzahlung unmittelbar an eine bereits vorgegebene Adresse? Je genauer diese Zahlungswege dokumentiert werden, desto besser lässt sich später prüfen, was tatsächlich mit dem Geld geschehen ist.

Besonders relevant sind dabei die Empfängerdaten einer Überweisung, Kontonummer beziehungsweise IBAN, Verwendungszweck, Zahlungsdatum und Zahlungsbetrag. Bei Kryptowährungen sollten Wallet-Adresse, Blockchain, Transaktions-ID und gegebenenfalls die verwendete Kryptobörse dokumentiert werden.

Wer vor einer Auszahlung zur Zahlung weiterer Beträge aufgefordert wird, sollte außerdem vermeiden, die bisherige Einzahlung allein deshalb als Argument für eine weitere Zahlung zu verwenden. Bereits investiertes Geld ist kein Beweis dafür, dass eine zusätzliche Zahlung wirtschaftlich sinnvoll oder rechtlich erforderlich ist.

Ein häufiger psychologischer Effekt besteht darin, dass ein Anleger nach einer größeren Einzahlung möglichst nahe an einer Auszahlung bleiben möchte. Wenn bereits ein beträchtliches Guthaben angezeigt wird, kann die zusätzliche Forderung im Verhältnis dazu vergleichsweise klein erscheinen. Genau deshalb sollte die Entscheidung über eine weitere Zahlung nicht allein aufgrund des angezeigten Kontostands getroffen werden.

Für die Frage, ob Pur Rendavio tatsächlich eine Auszahlung verweigert, ist außerdem die gesamte Kommunikation wichtig. Dazu gehören E-Mails, Messenger-Nachrichten, Chatverläufe, Zahlungsaufforderungen, Screenshots und gegebenenfalls telefonische Gesprächsnotizen. Insbesondere Aussagen darüber, warum eine Auszahlung angeblich nicht möglich ist und welche Voraussetzungen dafür erfüllt werden sollen, können für die spätere Prüfung erheblich sein.

Auch Änderungen der Begründung sollten dokumentiert werden. Wenn zunächst eine technische Verzögerung genannt wird, anschließend eine Lizenzgebühr und später eine weitere Einzahlung für einen Arbitrage-Pool verlangt wird, sollte diese Entwicklung chronologisch festgehalten werden. Dadurch lässt sich nachvollziehen, wie sich die Auszahlungssituation entwickelt hat.

Die entscheidende Frage lautet letztlich nicht, wie überzeugend das Trading-Dashboard aussieht, sondern ob das ausgewiesene Guthaben tatsächlich vorhanden und rechtlich beziehungsweise technisch verfügbar ist. Eine Auszahlung kann nur dann sinnvoll bewertet werden, wenn der zugrunde liegende Zahlungs- und Handelsweg nachvollzogen werden kann.

Pur Rendavio (purrendavio.live) – Geld zurück?

Wer Geld an Pur Rendavio (purrendavio.live) gezahlt hat und anschließend keine Auszahlung erhält oder vor einer Auszahlung zu weiteren Zahlungen aufgefordert wird, stellt sich regelmäßig die Frage, ob das bereits überwiesene Geld zurückerlangt werden kann. Eine pauschale Antwort ist nicht möglich. Die rechtlichen Möglichkeiten hängen maßgeblich vom konkreten Zahlungsweg und den Umständen des Einzelfalls ab.

Von besonderer Bedeutung ist zunächst die Frage, wohin die ursprüngliche Zahlung tatsächlich geflossen ist. Bei einer Banküberweisung lassen sich Empfänger, Kontodaten, Betrag, Datum und Verwendungszweck anhand der Bankunterlagen nachvollziehen. Bei einer Kartenzahlung können zusätzlich Zahlungsdienstleister und Transaktionsdaten relevant sein. Bei Kryptowährungen kommt es insbesondere auf Wallet-Adressen und die jeweilige Blockchain an.

Diese Informationen sollten möglichst vollständig gesichert werden. Ein Screenshot des Tradingkontos allein reicht dafür nicht aus. Sinnvoll ist vielmehr eine chronologische Zusammenstellung aller Zahlungen und Vorgänge. Dazu gehören beispielsweise die erste Einzahlung, weitere Nachschüsse, angebliche Gebühren und alle Zahlungen, die im Zusammenhang mit der später beantragten Auszahlung verlangt wurden.

Auch die behaupteten Handelsgeschäfte sollten dokumentiert werden. Wenn Pur Rendavio bestimmte Trades als Grundlage der ausgewiesenen Gewinne darstellt, sollten Anleger die entsprechenden Informationen sichern. Dazu können Trade-Historien, Zeitpunkte, Beträge, Vermögenswerte und angezeigte Kauf- oder Verkaufspreise gehören.

Bei behaupteten Kryptotransaktionen ist zusätzlich zu prüfen, ob tatsächlich eine Blockchain-Transaktion stattgefunden hat. Eine echte Transaktion lässt sich grundsätzlich über die jeweilige Blockchain anhand einer Transaktions-ID und der beteiligten Adressen nachvollziehen. Daraus folgt allerdings noch nicht automatisch, dass das gesamte Geschäftsmodell oder die konkrete Zuordnung der Zahlung geklärt ist. Für eine umfassende Bewertung kann deshalb eine weitergehende Analyse erforderlich sein.

Wenn beispielsweise behauptet wird, ein bestimmter Gewinn sei durch Arbitrage zwischen mehreren Kryptobörsen entstanden, stellt sich die Frage, ob sich die entsprechenden Bewegungen überhaupt nachvollziehen lassen. Dazu können mehrere Handelsplätze, Wallets und Transaktionen gehören. Werden dagegen keine nachvollziehbaren Transaktionsdaten vorgelegt, bleibt offen, ob die behaupteten Geschäfte tatsächlich durchgeführt wurden.

Auch die sogenannten Gebühren sollten Gegenstand einer Prüfung sein. Anleger sollten zusammentragen, wann erstmals von einer „Server Fee“ oder „Algorithm Licence Fee“ die Rede war. Wichtig ist außerdem, ob diese Kosten in den ursprünglichen Vertragsunterlagen genannt wurden oder erst nach der Auszahlungsanforderung auftauchten.

Das gleiche gilt für die angebliche Mindestbeteiligung von 100.000 Euro. Hier sollte insbesondere geprüft werden, ob ein entsprechender Arbitrage-Pool vertraglich vereinbart wurde, welche Gesellschaft ihn betreiben soll und welche konkreten Rechte und Pflichten für den Anleger damit verbunden sind. Ein lediglich innerhalb einer Plattform angezeigter Mindestbetrag beweist nicht, dass tatsächlich ein entsprechender Handels- oder Liquiditätspool existiert.

Für die Rückforderung kann außerdem entscheidend sein, welche Personen oder Unternehmen als Vertragspartner aufgetreten sind. Anleger sollten deshalb die vollständigen Angaben aus Verträgen, Rechnungen, Zahlungsaufforderungen, E-Mails und sonstigen Dokumenten sichern. Dabei können Namen, Kontaktdaten, Bankverbindungen und gegebenenfalls Wallet-Adressen relevant sein.

Nicht weniger wichtig ist die Kommunikation über die Auszahlung. Wenn ein Anleger bereits ausdrücklich die Auszahlung verlangt hat, sollte diese Aufforderung ebenso dokumentiert werden wie die darauf folgende Antwort. Daraus kann sich ergeben, ob die Auszahlung abgelehnt, verschoben oder von einer weiteren Zahlung abhängig gemacht wurde.

Eine rechtliche Prüfung sollte deshalb nicht nur auf die Frage reduziert werden, ob Pur Rendavio seriös ist. Entscheidend ist vielmehr, welche konkrete Vereinbarung geschlossen wurde, welche Leistungen tatsächlich erbracht wurden und welche Zahlungsströme nachweisbar sind.

Auch die Form der angeblichen Gewinne sollte berücksichtigt werden. Ein besonders hoher Gewinn innerhalb eines kurzen Zeitraums kann auf dem Bildschirm überzeugend erscheinen. Für eine rechtliche Bewertung genügt die Anzeige jedoch nicht. Es muss geklärt werden, ob der entsprechende Vermögenswert oder Geldbetrag tatsächlich existiert.

Das gilt insbesondere dann, wenn unmittelbar vor der Auszahlung weitere finanzielle Anforderungen entstehen. Wird zunächst ein hoher Kontostand angezeigt und anschließend erklärt, die Auszahlung sei erst nach Begleichung einer zusätzlichen Gebühr oder nach Erreichen einer bestimmten Poolgröße möglich, sollte dieser Zusammenhang anhand der Vertragsunterlagen und Zahlungsdaten geprüft werden.

Betroffene sollten außerdem vermeiden, vorhandene Unterlagen vorschnell zu löschen. E-Mails, Messenger-Verläufe, Screenshots, PDF-Dokumente, Zahlungsbelege und gegebenenfalls Dateien aus dem Kundenbereich können später wichtige Beweismittel darstellen. Auch die URL des Kundenkontos und der Zeitpunkt der jeweiligen Anzeige können dokumentiert werden.

Wenn bereits Kryptowährungen übertragen wurden, sollten Wallet-Adressen und Transaktionsdaten besonders sorgfältig gesichert werden. Eine Blockchain-Analyse kann unter Umständen helfen, den weiteren Weg einer Transaktion zu untersuchen. Eine solche Analyse stellt allerdings keine Garantie dafür dar, dass Vermögenswerte zurückerlangt werden können.

Ob und gegen wen Ansprüche bestehen, hängt letztlich von den konkreten Umständen ab. Deshalb sollte bei einem erheblichen finanziellen Schaden geprüft werden, welche rechtlichen Schritte aufgrund der vorhandenen Unterlagen sinnvoll sind. Je genauer der Sachverhalt dokumentiert ist, desto besser lässt sich die Ausgangslage beurteilen.

Pur Rendavio (purrendavio.live) – Was tun?

Wer bei Pur Rendavio (purrendavio.live) bereits Geld eingezahlt hat und nun mit zusätzlichen Gebühren oder einer weiteren Einzahlung für den angeblichen Arbitrage-Pool konfrontiert wird, sollte zunächst den gesamten Sachverhalt sichern und strukturieren. Besonders wichtig ist, nicht nur den aktuellen Kontostand zu dokumentieren, sondern den Weg vom ersten Kontakt bis zur aktuellen Auszahlungssituation vollständig nachzuzeichnen.

Am Anfang steht die Sicherung sämtlicher Kommunikation. Dazu gehören E-Mails, Messenger-Nachrichten, Chatverläufe und gegebenenfalls Nachrichten innerhalb der Plattform. Auch Namen, Telefonnummern und sonstige Kontaktdaten der Personen, die mit dem Anleger kommuniziert haben, sollten festgehalten werden.

Daneben sollten sämtliche Zahlungsbelege gesichert werden. Bei Banküberweisungen gehören dazu insbesondere die Empfängerdaten, IBAN, Betrag, Datum und Verwendungszweck. Bei Kartenzahlungen sollten die jeweiligen Transaktionsinformationen aufbewahrt werden. Bei Kryptowährungen sind vor allem Wallet-Adressen und Transaktions-IDs von Bedeutung.

Auch Screenshots des Kundenkontos können wichtig sein. Wenn dort angebliche Gewinne, Trade-Historien oder ein bestimmtes Guthaben angezeigt werden, sollte der jeweilige Stand möglichst nachvollziehbar dokumentiert werden. Gleiches gilt für Hinweise auf den Arbitrage-Pool, die geforderte Mindestbeteiligung und die zusätzlich verlangten Gebühren.

Die Bezeichnungen „Server Fee“ und „Algorithm Licence Fee“ sollten dabei wörtlich dokumentiert werden. Zusätzlich sollte festgehalten werden, wann diese Kosten erstmals genannt wurden und ob zuvor bereits andere Voraussetzungen für die Auszahlung genannt worden waren.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Sicherung der Vertragsunterlagen. Anleger sollten prüfen, welche Vereinbarungen bei der Eröffnung des Kontos oder bei der ersten Einzahlung akzeptiert wurden. Relevant sind insbesondere Angaben zu Gebühren, Auszahlungen, Handelsbedingungen und zusätzlichen Einzahlungen.

Wenn sich die Forderungen im Laufe der Zeit verändert haben, sollte eine chronologische Übersicht erstellt werden. Ein Beispiel wäre:

Erste Kontaktaufnahme, Eröffnung des Kontos, erste Einzahlung, Anzeige eines Guthabens, angebliche Handelsgewinne, Antrag auf Auszahlung, erste Gebührenforderung, weitere Zahlungsforderung und schließlich die Aufforderung zur Teilnahme am angeblichen Arbitrage-Pool.

Eine solche Chronologie kann wesentlich aussagekräftiger sein als eine Sammlung einzelner Screenshots ohne zeitlichen Zusammenhang.

Bei Kryptowährungen sollte zusätzlich geklärt werden, ob die angegebenen Wallet-Adressen tatsächlich existieren und ob entsprechende Transaktionen auf der jeweiligen Blockchain auffindbar sind. Wenn eine Transaktions-ID vorliegt, kann anhand der Blockchain geprüft werden, welche Adresse die Transaktion gesendet beziehungsweise empfangen hat und ob weitere Bewegungen erkennbar sind.

Dabei sollte nicht vorschnell angenommen werden, dass eine auffindbare Wallet-Adresse bereits den gesamten Sachverhalt erklärt. Kryptowährungen können über verschiedene Wallets und Kryptobörsen weitergeleitet werden. Für die Bewertung eines konkreten Falls kann daher eine umfassendere Analyse des Zahlungsweges erforderlich sein.

Besonders wichtig ist außerdem, keine weiteren Zahlungen allein deshalb vorzunehmen, weil eine Auszahlung davon abhängig gemacht wird. Ob eine zusätzliche Zahlung tatsächlich geschuldet ist, sollte anhand der Vertragsunterlagen und des konkreten Sachverhalts geprüft werden. Das gilt insbesondere für nachträglich auftretende Gebühren und hohe Nachschussforderungen.

Die angebliche Mindestbeteiligung von 100.000 Euro sollte ebenfalls kritisch anhand der Unterlagen nachvollzogen werden. Anleger sollten sich nicht allein durch die Aussage beeinflussen lassen, dass bereits ein bestimmter Betrag im Kundenkonto vorhanden sei und deshalb nur noch ein vergleichsweise kleiner Restbetrag eingezahlt werden müsse. Entscheidend ist vielmehr, ob das angezeigte Guthaben tatsächlich existiert und ob der behauptete Arbitrage-Pool nachweisbar ist.

Auch bei der Kommunikation mit den Ansprechpartnern sollte auf die konkrete Beantwortung der offenen Fragen geachtet werden. Von Bedeutung sind insbesondere Fragen nach dem Vertragspartner, dem tatsächlichen Handelsplatz, den verwendeten Kryptobörsen, den Wallet-Adressen, den Transaktionsdaten und der rechtlichen Grundlage der verlangten Gebühren.

Wenn Antworten lediglich aus allgemeinen Aussagen über Algorithmen, Liquidität, technische Systeme oder besonders profitable Handelsmöglichkeiten bestehen, beantwortet dies noch nicht die entscheidenden Fragen zum tatsächlichen Geldfluss.

Betroffene sollten ihren Schaden deshalb möglichst konkret beziffern. Dabei sollten nicht nur die ursprünglichen Einzahlungen, sondern auch sämtliche weiteren Zahlungen berücksichtigt werden. Ebenso sollten die im Kundenkonto angezeigten Gewinne getrennt von den tatsächlich eingezahlten oder ausgezahlten Beträgen betrachtet werden.

Für eine rechtliche Prüfung können schließlich sämtliche Unterlagen in einem geordneten Vorgang zusammengestellt werden. Dazu gehören Verträge, Zahlungsnachweise, Kommunikation, Screenshots, Angaben zu den Ansprechpartnern sowie bei Kryptowährungen die vollständigen Transaktionsdaten.

Ob eine Rückforderung gegen Pur Rendavio beziehungsweise gegen weitere Beteiligte möglich ist, kann erst anhand dieser konkreten Informationen beurteilt werden. Bei größeren finanziellen Schäden kann es sinnvoll sein, den Sachverhalt durch einen Rechtsanwalt prüfen zu lassen, der regelmäßig mit Fällen von Anlage-, Trading- oder Kryptobetrug befasst ist.

Entscheidend ist, die weitere Entwicklung nicht ausschließlich anhand der Versprechen im Kundenkonto zu beurteilen. Gerade wenn eine Auszahlung von zusätzlichen Gebühren oder einem weiteren hohen Nachschuss abhängig gemacht wird, sollte die tatsächliche Grundlage dieser Forderungen vor einer weiteren Zahlung sorgfältig geprüft werden.

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