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Betrugswarnung

Primary Markets (primary-markets.com) – Erfahrungen, Auszahlung, Betrug und Geld zurück

22. Oktober 202615 Min. Lesezeit
Arthur Wilms
Arthur WilmsRechtsanwalt

Primary Markets (primary-markets.com) – Betrug?

Bei der Bewertung von Primary Markets (primary-markets.com) sollte zunächst zwischen einer normalen Trading-Plattform und den konkret geschilderten Umständen unterschieden werden. Online-Handelsplattformen können grundsätzlich Konten bereitstellen, auf denen Einzahlungen, Positionen und Gewinne dargestellt werden. Entscheidend ist jedoch, ob diese Darstellungen tatsächlich auf realen Handelsgeschäften und vorhandenen Vermögenswerten beruhen.

Nach den vorliegenden Angaben besteht bei Primary Markets der Verdacht eines Anlagebetrugs. Ausschlaggebend ist insbesondere die Schilderung, dass vor einer Auszahlung eine zusätzliche Zahlung als „Liquiditätsnachweis“ verlangt worden sein soll.

Der Begriff Liquidität hat im Finanzbereich eine reale Bedeutung. Er beschreibt grundsätzlich die Fähigkeit, finanzielle Verpflichtungen beziehungsweise Zahlungen erfüllen zu können. Daraus folgt jedoch nicht, dass ein Anleger vor der Auszahlung seines eigenen Guthabens automatisch einen bestimmten zusätzlichen Betrag einzahlen muss.

Gerade wenn ein Tradingkonto bereits ein Guthaben oder einen Gewinn ausweist, sollte die Begründung für eine zusätzliche Zahlung nachvollziehbar sein. Anleger sollten prüfen, ob eine solche Verpflichtung ursprünglich vereinbart wurde, welcher konkrete Zweck damit verfolgt werden soll und weshalb die angebliche Liquiditätsanforderung erst im Zusammenhang mit der Auszahlung auftritt.

Besonders relevant ist der geschilderte Ablauf. Nach den vorliegenden Angaben wurden zunächst 500 Euro eingezahlt. Anschließend soll das Konto ein Wachstum beziehungsweise einen höheren Wert angezeigt haben. Daraufhin erfolgte eine weitere Einzahlung von 10.000 Euro. Als anschließend 5.000 Euro ausgezahlt werden sollten, wurde eine weitere Zahlung wegen eines angeblichen Liquiditätsnachweises verlangt.

Für die Bewertung ist dieser zeitliche Zusammenhang wichtig. Ein Anleger sollte nicht nur festhalten, dass eine zusätzliche Zahlung gefordert wurde, sondern auch dokumentieren, welche Informationen unmittelbar zuvor angezeigt oder versprochen wurden.

Wenn beispielsweise zunächst Gewinne dargestellt werden und anschließend erklärt wird, dass das Geld wegen einer angeblich fehlenden Liquidität nicht ausgezahlt werden könne, sollte geprüft werden, ob diese Darstellung technisch und wirtschaftlich nachvollziehbar ist.

Ein angezeigtes Tradingguthaben ist dabei von tatsächlich vorhandenen Vermögenswerten zu unterscheiden. Ein Kunde kann auf einer Plattform einen bestimmten Kontostand sehen, ohne dass damit automatisch bewiesen ist, dass derselbe Betrag auf einem realen Handelskonto vorhanden ist.

Auch eine Liste angeblicher Trades oder Positionen kann diesen Nachweis nicht ohne Weiteres ersetzen. Für eine umfassende Bewertung kann es darauf ankommen, ob tatsächliche Transaktionen, Handelsplätze, Zahlungswege oder sonstige unabhängige Nachweise vorhanden sind.

Besondere Aufmerksamkeit verdient deshalb die Frage, ob die bei Primary Markets dargestellten Gewinne tatsächlich realisiert wurden. Wenn der Anleger ausschließlich ein internes Dashboard als Nachweis erhält, sollte geprüft werden, ob weitere unabhängige Belege existieren.

Auch regulatorische Angaben sollten nicht ungeprüft übernommen werden. Nach den vorliegenden Angaben wird im Zusammenhang mit Primary Markets auf die Bedeutung einer erforderlichen Erlaubnis für Finanzdienstleistungen sowie auf Warnungen der BaFin vor vergleichbaren Angeboten hingewiesen.

Für Anleger bedeutet dies, dass Angaben zu einer angeblichen Regulierung oder Beaufsichtigung sorgfältig dokumentiert werden sollten. Gleiches gilt für Behauptungen über Verbindungen zu bekannten Finanzinstitutionen. Die bloße Verwendung eines bekannten Namens oder eines Logos stellt noch keinen Nachweis einer tatsächlichen Geschäftsbeziehung dar.

Wenn eine Plattform beispielsweise den Eindruck erweckt, mit einer regulierten Institution verbunden zu sein, sollte diese Verbindung unabhängig überprüft werden. Entscheidend ist, welches Unternehmen tatsächlich Vertragspartner des Anlegers ist und welche konkrete Erlaubnis für die angebotene Tätigkeit bestehen soll.

Auch die Kontaktdaten von Primary Markets sollten vollständig gesichert werden. Nach den vorliegenden Angaben werden unter anderem die E-Mail-Adressen support@primary-markets.com, privacy@primary-markets.com und dpo@primary-markets.com im Zusammenhang mit der Plattform genannt. Für die rechtliche Prüfung kann es relevant sein, über welchen Kontakt welche Aussage getroffen wurde.

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Kommunikation vor der Einzahlung. Bei einem möglichen Anlagebetrug kommt es nicht allein auf den späteren Verlust an. Entscheidend kann vielmehr sein, welche Angaben vor der Vermögensverfügung gemacht wurden.

Dazu können Aussagen über angebliche Gewinne, Renditen, Risiken, Handelsstrategien oder eine vermeintlich sichere Auszahlung gehören. Auch die Darstellung eines besonders professionellen Tradingkontos kann für die Gesamtbewertung relevant sein.

Rechtlich kann bei einem Betrugsverdacht insbesondere § 263 StGB eine Rolle spielen. Für einen Betrug sind unter anderem eine Täuschung, ein dadurch verursachter Irrtum, eine Vermögensverfügung und ein daraus resultierender Vermögensschaden von Bedeutung. Ob diese Voraussetzungen im konkreten Fall erfüllt sind, kann jedoch nur anhand des tatsächlichen Sachverhalts und der vorhandenen Beweise beurteilt werden.

Deshalb sollte der Verdacht nicht allein aus dem Umstand abgeleitet werden, dass eine Auszahlung verzögert oder eine zusätzliche Zahlung verlangt wurde. Vielmehr müssen die konkreten Angaben und Abläufe untersucht werden.

Für Anleger ist deshalb die Kombination verschiedener Umstände entscheidend: Einzahlungen, angezeigte Gewinne, weitere Einzahlungsforderungen, Auszahlungsantrag, Liquiditätsnachweis und gegebenenfalls weitere Begründungen für die Auszahlungsschwierigkeiten.

Je vollständiger diese Entwicklung dokumentiert ist, desto besser lässt sich beurteilen, ob die Darstellung der Plattform mit den tatsächlichen Zahlungs- und Handelsvorgängen übereinstimmt.

Primary Markets (primary-markets.com) – Verweigert Auszahlung?

Wenn bei Primary Markets (primary-markets.com) eine Auszahlung beantragt wurde und anschließend eine zusätzliche Zahlung als „Liquiditätsnachweis“ verlangt wird, sollte der Vorgang besonders sorgfältig dokumentiert werden. Entscheidend ist zunächst die Frage, weshalb ein bereits vorhandenes Guthaben nicht ausgezahlt werden kann.

Nach den vorliegenden Angaben sollte ein Anleger 5.000 Euro auszahlen lassen. Statt der erwarteten Auszahlung wurde eine weitere Zahlung verlangt, die mit einem angeblichen Liquiditätsnachweis begründet wurde.

Für den Anleger ist dabei zunächst zu klären, ob ein solcher Nachweis bereits Bestandteil der ursprünglichen Vereinbarung war. Wenn eine zusätzliche finanzielle Voraussetzung erst nach dem Auszahlungsantrag genannt wird, sollte die entsprechende Kommunikation vollständig gesichert werden.

Auch die Höhe des angeblich vorhandenen Guthabens sollte dokumentiert werden. Screenshots des Kontostands, der offenen Positionen und der angezeigten Gewinne können später wichtig sein.

Dabei sollte zwischen einem angezeigten Guthaben und tatsächlich verfügbaren Geldmitteln unterschieden werden. Ein Betrag auf einem Online-Dashboard ist nicht automatisch gleichbedeutend mit einem real vorhandenen Vermögenswert.

Wenn Primary Markets beispielsweise einen höheren Kontostand darstellt, aber gleichzeitig erklärt, eine Auszahlung sei wegen fehlender Liquidität nicht möglich, sollte dieser Widerspruch anhand der konkreten Unterlagen untersucht werden.

Besonders relevant ist außerdem die Entwicklung der Einzahlungen. Nach den vorliegenden Angaben erfolgte zunächst eine Einzahlung von 500 Euro. Danach soll der Anleger weitere 10.000 Euro eingezahlt haben. Wenn sich anschließend ein höherer Kontostand zeigte, sollte festgehalten werden, ob dieser ausschließlich durch angebliche Handelsgewinne oder auch durch die zusätzliche Einzahlung entstanden ist.

Eine solche Aufstellung kann helfen, die tatsächliche finanzielle Situation von den bloß angezeigten Gewinnen zu unterscheiden.

Auch sämtliche weiteren Zahlungsforderungen sollten dokumentiert werden. Wird nach dem angeblichen Liquiditätsnachweis später eine weitere Gebühr, Steuer, Versicherung oder sonstige Zahlung verlangt, sollte auch diese Forderung mit Datum und Begründung festgehalten werden.

Ein wiederholtes Auftreten neuer Voraussetzungen kann für die rechtliche Bewertung relevant sein. Entscheidend ist dabei nicht nur die Höhe einer einzelnen Forderung, sondern die gesamte Entwicklung vom ersten Investment bis zur Auszahlung.

Wenn eine Plattform erklärt, eine Auszahlung sei erst möglich, nachdem der Anleger seine eigene Liquidität nachgewiesen oder zusätzlich Geld eingezahlt habe, sollte die konkrete Begründung überprüft werden. Insbesondere ist zu klären, ob eine solche Voraussetzung tatsächlich aus dem Vertrag folgt.

Auch Aussagen über regulatorische Anforderungen sollten genau gesichert werden. Wenn behauptet wird, eine bestimmte Behörde oder ein bestimmtes Finanzinstitut verlange einen Liquiditätsnachweis, sollte nachvollziehbar sein, auf welcher konkreten Grundlage diese Behauptung beruht.

Anleger sollten dabei zwischen einer tatsächlichen behördlichen Anforderung und einer bloßen Behauptung des Plattformbetreibers unterscheiden. Eine pauschale Berufung auf Regulierung ersetzt keinen konkreten Nachweis.

Gleiches gilt für behauptete Verbindungen zu regulierten Institutionen. Wenn Primary Markets den Eindruck einer besonderen aufsichtsrechtlichen Einbindung vermittelt, sollten Anleger die entsprechende Information dokumentieren und unabhängig überprüfen.

Auch die Identität des Vertragspartners ist relevant. Entscheidend ist, welches Unternehmen hinter dem konkreten Angebot steht, wer die Einzahlungen entgegennimmt und wem gegenüber der Anleger seine Auszahlungsansprüche geltend machen soll.

Bei einer Banküberweisung sollten daher insbesondere Empfängername, IBAN, Betrag, Datum und Verwendungszweck gesichert werden. Wenn Zahlungen auf unterschiedliche Konten erfolgten, sollte jede einzelne Transaktion dokumentiert werden.

Falls Kryptowährungen eingesetzt wurden, sind zusätzlich Wallet-Adressen und Transaktions-IDs wichtig. Dadurch kann gegebenenfalls nachvollzogen werden, wohin die Vermögenswerte übertragen wurden.

Auch die Kommunikation mit den Ansprechpartnern sollte vollständig erhalten bleiben. E-Mails, Messenger-Nachrichten, Chatverläufe und gegebenenfalls Gesprächsnotizen können später helfen, den Ablauf zu rekonstruieren.

Wenn der Anleger eine Auszahlung beantragt hat, sollte auch dieser Antrag dokumentiert werden. Wichtig sind insbesondere Datum, beantragter Betrag und die darauf folgende Antwort von Primary Markets.

Wenn auf den Auszahlungsantrag unmittelbar eine neue finanzielle Forderung folgt, sollte dieser zeitliche Zusammenhang festgehalten werden. Er kann für die Beurteilung der gesamten Geschäftsbeziehung relevant sein.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Frage, ob tatsächlich Handelsgeschäfte stattgefunden haben. Wenn Primary Markets Gewinne oder offene Positionen anzeigt, sollte geprüft werden, ob diese Informationen durch unabhängige Unterlagen bestätigt werden können.

Eine interne Trade-Historie allein muss nicht beweisen, dass eine Transaktion tatsächlich an einem realen Handelsplatz ausgeführt wurde. Deshalb sollte möglichst genau dokumentiert werden, welche Nachweise für die angeblichen Geschäfte vorliegen.

Wenn die Auszahlung trotz wiederholter Aufforderung nicht erfolgt, sollte der Anleger nicht allein aufgrund weiterer Versprechen abwarten. Vielmehr sollte der bisherige Sachverhalt gesichert und rechtlich eingeordnet werden.

Besonders wichtig ist dabei, keine wesentlichen Unterlagen zu löschen. Selbst Nachrichten, die zunächst nebensächlich erscheinen, können später Aufschluss darüber geben, welche Versprechen gemacht und welche Voraussetzungen für die Auszahlung nachträglich genannt wurden.

Die Frage, ob Primary Markets eine Auszahlung tatsächlich verweigert oder ob eine Auszahlung aus einem anderen vertraglichen Grund noch nicht möglich ist, lässt sich nur anhand der konkreten Unterlagen beurteilen.

Primary Markets (primary-markets.com) – Geld zurück?

Wer bei Primary Markets (primary-markets.com) bereits Geld eingezahlt hat und anschließend keine Auszahlung erhält, stellt sich regelmäßig die Frage, ob das investierte Geld zurückgefordert werden kann. Eine pauschale Antwort ist nicht möglich. Entscheidend sind insbesondere die Zahlungswege, die Vertragsunterlagen, die Kommunikation und die tatsächlichen Umstände der Investition.

Zunächst sollte eine vollständige Übersicht aller Zahlungen erstellt werden. Bei Banküberweisungen sind Empfänger, IBAN, Betrag, Datum und Verwendungszweck zu erfassen. Bei Kartenzahlungen sollten die jeweiligen Zahlungsinformationen gesichert werden.

Nach den vorliegenden Angaben soll es zunächst eine Einzahlung von 500 Euro und anschließend eine weitere Einzahlung von 10.000 Euro gegeben haben. Wenn weitere Zahlungen im Zusammenhang mit einem angeblichen Liquiditätsnachweis verlangt oder geleistet wurden, sollten auch diese separat aufgeführt werden.

Besonders wichtig ist die Trennung zwischen tatsächlich eingezahltem Geld und dem auf dem Tradingkonto dargestellten Guthaben. Ein angezeigter Gewinn sollte nicht automatisch als tatsächlich vorhandenes Vermögen behandelt werden.

Für die Rückforderung kann deshalb von Bedeutung sein, welche Beträge tatsächlich geflossen sind und wohin sie überwiesen wurden. Wenn beispielsweise verschiedene Empfängerkonten verwendet wurden, sollte der gesamte Zahlungsweg nachvollziehbar dokumentiert werden.

Auch die ursprünglichen Versprechen von Primary Markets sollten gesichert werden. Dazu können Angaben zu Renditen, Handelsmöglichkeiten, angeblichen Gewinnen und Auszahlungen gehören.

Bei einem möglichen Anlagebetrug kann rechtlich relevant sein, welche Informationen vor der jeweiligen Einzahlung vermittelt wurden. Deshalb sollten Anleger nicht nur den Zeitpunkt des Verlusts betrachten, sondern den gesamten Ablauf vor und nach den Zahlungen rekonstruieren.

Besonders relevant ist die Forderung nach einem angeblichen „Liquiditätsnachweis“. Anleger sollten dokumentieren, wann diese Forderung erstmals erhoben wurde und wie sie begründet wurde.

Es sollte außerdem geprüft werden, ob eine solche Zahlung in den ursprünglichen Vertragsunterlagen vorgesehen war. Wenn die Forderung erst im Zusammenhang mit der Auszahlung auftauchte, sollte dieser Umstand ausdrücklich festgehalten werden.

Auch Aussagen über angebliche regulatorische Anforderungen sollten gesichert werden. Wenn die zusätzliche Zahlung mit einer aufsichtsrechtlichen Vorgabe begründet wurde, sollte nachvollziehbar sein, welche konkrete Regelung gemeint ist und wer diese angebliche Vorgabe erlassen haben soll.

Eine bloße Bezugnahme auf eine Behörde oder Regulierung reicht für eine rechtliche Prüfung nicht aus. Entscheidend ist die konkrete Grundlage der Forderung.

Gleiches gilt für Aussagen über eine angebliche Beaufsichtigung von Primary Markets. Nach den vorliegenden Angaben wird auf Warnungen der BaFin zu vergleichbaren Handelsplattformen und auf Fälle falscher Angaben über Verbindungen zu regulierten Institutionen hingewiesen. Für Betroffene ist deshalb wichtig, entsprechende Aussagen des Anbieters zu sichern.

Wenn auf der Website oder in Nachrichten mit einer bestimmten Regulierung, Lizenz oder Unternehmensverbindung geworben wurde, sollten Screenshots und die dazugehörige Kommunikation aufbewahrt werden.

Auch die Kontaktdaten können relevant sein. Die im Zusammenhang mit Primary Markets genannten E-Mail-Adressen sollten ebenso gesichert werden wie die Namen und Telefonnummern der Ansprechpartner.

Wenn ein Anleger bereits versucht hat, eine Auszahlung zu erhalten, sollten sämtliche Antworten aufbewahrt werden. Dazu gehören auch Hinweise auf angebliche technische, regulatorische oder finanzielle Voraussetzungen.

Bei einer rechtlichen Prüfung kann außerdem relevant sein, ob tatsächlich Handelsgeschäfte durchgeführt wurden. Deshalb sollten sämtliche Trade-Historien und Kontoauszüge aus dem Kundenbereich gesichert werden.

Wenn die Plattform nicht mehr erreichbar ist, kann eine frühzeitige Sicherung besonders wichtig sein. Screenshots sollten deshalb möglichst den vollständigen Bildschirm einschließlich Domain beziehungsweise URL und Datum enthalten.

Bei Kryptowährungen sollten zusätzlich Wallet-Adressen und Transaktions-IDs gesichert werden. Diese können eine spätere Analyse der Zahlungsbewegungen ermöglichen.

Eine Rückforderung kann je nach Einzelfall unterschiedliche rechtliche Ansatzpunkte betreffen. Ob Ansprüche bestehen und gegen wen sie gerichtet werden können, hängt unter anderem davon ab, wer Vertragspartner war, wohin das Geld geflossen ist und welche Aussagen vor den Zahlungen gemacht wurden.

Auch die Voraussetzungen des § 263 StGB können bei einem konkreten Betrugsverdacht eine Rolle spielen. Für eine rechtliche Bewertung sind dabei insbesondere die behauptete Täuschung, der dadurch hervorgerufene Irrtum, die darauf beruhende Vermögensverfügung und der eingetretene Vermögensschaden zu betrachten.

Das bedeutet zugleich, dass nicht allein der finanzielle Verlust entscheidend ist. Wichtig kann beispielsweise sein, ob vor einer Einzahlung falsche Angaben über die tatsächliche Handelsmöglichkeit, angebliche Gewinne oder die spätere Auszahlung gemacht wurden.

Betroffene sollten deshalb sämtliche Beweise möglichst vollständig sichern und den Ablauf chronologisch darstellen. Eine solche Dokumentation erleichtert die Prüfung, welche Ansprüche gegen welche Beteiligten in Betracht kommen können.

Bei größeren finanziellen Schäden kann eine anwaltliche Prüfung sinnvoll sein. Dafür sollten sämtliche Zahlungsbelege, Vertragsunterlagen, Screenshots, Chatverläufe und Informationen über die angeblichen Handelsgeschäfte zusammengestellt werden.

Primary Markets (primary-markets.com) – Was tun?

Wer bei Primary Markets (primary-markets.com) bereits investiert hat und vor einer Auszahlung zur Zahlung eines angeblichen Liquiditätsnachweises aufgefordert wird, sollte zunächst den gesamten Vorgang sichern und keine weiteren Zahlungen allein aufgrund der Aussicht auf eine baldige Auszahlung leisten.

Der erste Schritt sollte die Sicherung des Kundenkontos sein. Screenshots von Kontostand, Einzahlungen, offenen Positionen, Gewinnen und Auszahlungsanträgen können später wichtige Informationen liefern.

Dabei sollte möglichst die vollständige Internetadresse sichtbar sein. Auch Nachrichten, die innerhalb des Kundenbereichs angezeigt werden, sollten gesichert werden.

Danach sollten sämtliche Kommunikationsunterlagen gesammelt werden. Dazu gehören E-Mails, Messenger-Nachrichten, Chatverläufe und gegebenenfalls Sprachnachrichten. Namen, Telefonnummern und sonstige Kontaktdaten der Ansprechpartner sollten ebenfalls erhalten bleiben.

Besonders wichtig ist die Dokumentation der ersten Einzahlung und aller weiteren Zahlungen. Eine einfache Tabelle kann dabei helfen, Datum, Betrag, Empfänger und Zahlungszweck übersichtlich zu erfassen.

Bei Banküberweisungen sollten IBAN und Empfängername aus den tatsächlichen Bankunterlagen übernommen werden. Bei Kartenzahlungen sollten die entsprechenden Abrechnungen gesichert werden.

Wenn Kryptowährungen eingesetzt wurden, sollten Wallet-Adressen und Transaktions-IDs dokumentiert werden. Diese Daten können für die spätere Rekonstruktion der Zahlungswege relevant sein.

Anschließend sollte der zeitliche Ablauf rekonstruiert werden. Im geschilderten Fall beginnt dieser mit einer Einzahlung von 500 Euro, gefolgt von einer weiteren Einzahlung von 10.000 Euro und einem angezeigten Kontowachstum. Erst bei dem Versuch, 5.000 Euro auszuzahlen, soll die zusätzliche Forderung nach einem Liquiditätsnachweis entstanden sein.

Genau dieser Ablauf sollte anhand der eigenen Unterlagen überprüft und dokumentiert werden. Dabei sollte festgehalten werden, welche Versprechen vor jeder Einzahlung gemacht wurden.

Wenn beispielsweise ein bestimmter Gewinn oder eine bestimmte Auszahlung in Aussicht gestellt wurde, sollte die entsprechende Aussage gesichert werden. Auch Angaben zur angeblichen Sicherheit des Investments oder zu einer erforderlichen Regulierung können relevant sein.

Die Forderung nach einem Liquiditätsnachweis sollte besonders genau dokumentiert werden. Wichtig sind Wortlaut, Zeitpunkt, geforderter Betrag und die Begründung.

Anleger sollten außerdem prüfen, ob diese Forderung in den ursprünglichen Vertragsunterlagen auftaucht. Wenn nicht, sollte nachvollzogen werden, weshalb sie nachträglich eingeführt wurde.

Auch eine angebliche regulatorische Begründung sollte unabhängig überprüft werden. Wird beispielsweise behauptet, eine Behörde verlange einen bestimmten Nachweis, sollte die konkrete Rechtsgrundlage festgestellt werden.

Gleiches gilt für Aussagen über die BaFin oder andere regulierte Institutionen. Anleger sollten nicht allein aufgrund eines Logos oder einer entsprechenden Formulierung davon ausgehen, dass tatsächlich eine aufsichtsrechtliche Beziehung besteht.

Die Identität des Vertragspartners sollte ebenfalls geklärt werden. Relevant ist insbesondere, welches Unternehmen die Einzahlungen entgegengenommen hat und wer für die Durchführung der angeblichen Handelsgeschäfte verantwortlich sein soll.

Wenn Primary Markets mit bestimmten Unternehmensangaben oder regulatorischen Eigenschaften wirbt, sollten diese Angaben dokumentiert werden. Bei einer späteren rechtlichen Prüfung kann es wichtig sein, welche Darstellung zum Zeitpunkt der Investition vorlag.

Auch die angeblichen Handelsgeschäfte sollten möglichst vollständig gesichert werden. Dazu gehören Trade-Historien, Positionsübersichten, Transaktionsdaten und angezeigte Gewinne.

Wenn diese Informationen ausschließlich innerhalb des Kundenkontos verfügbar sind, sollten sie möglichst frühzeitig als Screenshots oder Dateien gesichert werden. Eine spätere Abschaltung der Plattform kann den Zugriff auf diese Daten erschweren.

Bei Problemen mit der Auszahlung sollten sämtliche Kommunikation und Änderungen der Begründung dokumentiert werden. Wenn zunächst ein Liquiditätsnachweis verlangt und später eine weitere Voraussetzung genannt wird, sollte diese Entwicklung chronologisch festgehalten werden.

Besonders wichtig ist, keine weiteren Zahlungen allein deshalb zu leisten, weil bereits ein hoher Betrag auf dem Konto angezeigt wird. Der angezeigte Kontostand ist kein unabhängiger Nachweis dafür, dass das Geld tatsächlich vorhanden und auszahlbar ist.

Vor jeder weiteren Zahlung sollte deshalb geprüft werden, ob die Forderung vertraglich begründet und sachlich nachvollziehbar ist.

Für die rechtliche Prüfung kann schließlich ein vollständiger Ordner zusammengestellt werden. Darin sollten Zahlungsbelege, Vertragsunterlagen, Screenshots, Kommunikation, Angaben zu Ansprechpartnern sowie sämtliche Informationen über die angeblichen Handelsgeschäfte enthalten sein.

Auch die Entwicklung des Kontostands sollte möglichst nachvollziehbar dokumentiert werden. Dabei sollte zwischen Einzahlungen, tatsächlichen Auszahlungen und bloß angezeigten Gewinnen unterschieden werden.

Wenn bereits ein erheblicher finanzieller Schaden entstanden ist, kann die Prüfung durch einen Rechtsanwalt sinnvoll sein. Dabei sollte der vollständige Sachverhalt vorgelegt werden und nicht nur die letzte Zahlungsforderung.

Ob bei Primary Markets tatsächlich ein Anspruch auf Rückzahlung oder gegebenenfalls weitere Ansprüche bestehen, hängt von den konkreten Umständen ab. Entscheidend sind die Vertragsbeziehungen, die Zahlungswege, die Kommunikation und die tatsächlichen Angaben vor den jeweiligen Vermögensverfügungen.

Je früher diese Informationen vollständig gesichert werden, desto besser lässt sich der Vorgang nachvollziehen und rechtlich bewerten.

Kanzlei Wilms – Experten für Online-Anlagebetrug

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