Blockchain Analyse bei Betrug – wie funktioniert die Nachverfolgung von Kryptowährungen?
Eine Blockchain Analyse bei Betrug kann ein wichtiger Ansatz sein, wenn Kryptowährungen nach einer Täuschung an eine fremde Wallet übertragen wurden und der weitere Verbleib der Vermögenswerte nachvollzogen werden soll. Anders als bei einer klassischen Banküberweisung gibt es bei vielen Kryptowährungen keine zentrale Stelle, die sämtliche Transaktionen verwaltet und auf Anfrage den vollständigen Namen des Empfängers anzeigt. Die Blockchain dokumentiert stattdessen technische Vorgänge: Welche Adresse hat eine bestimmte Menge einer Kryptowährung erhalten, von welcher Adresse kamen die Vermögenswerte, wann fand die Transaktion statt und welche weiteren Bewegungen folgten anschließend?
Gerade für Geschädigte ist diese technische Ebene zunächst ungewohnt. Eine Wallet-Adresse sieht nicht wie ein Bankkonto mit IBAN und Kontoinhaber aus. Auch ein Transaktions-Hash, häufig als TXID bezeichnet, besteht aus einer langen Zeichenfolge und lässt ohne technische Einordnung kaum erkennen, was tatsächlich passiert ist. Trotzdem können diese Daten eine erhebliche Bedeutung haben. Sie bilden den Ausgangspunkt dafür, einen konkreten Kryptowährungstransfer zu identifizieren und seinen weiteren Verlauf auf der jeweiligen Blockchain zu untersuchen.
Dabei ist eine wichtige Unterscheidung erforderlich: Eine Blockchain kann die Bewegung digitaler Vermögenswerte dokumentieren, aber sie nennt nicht automatisch die Person, die hinter einer Wallet-Adresse steht. Deshalb muss eine Blockchain Analyse bei Betrug regelmäßig aus mehreren Ebenen bestehen. Zunächst wird der technische Zahlungsfluss rekonstruiert. Anschließend kann geprüft werden, ob sich einzelne Wallets bestimmten Dienstleistern, Kryptobörsen oder anderen Strukturen zuordnen lassen. Erst danach stellt sich die rechtliche Frage, welche Personen oder Unternehmen möglicherweise verantwortlich sind und welche Ansprüche gegen sie bestehen könnten.
Die Blockchain ist bei vielen Kryptowährungen als öffentlich nachvollziehbares Transaktionsregister konzipiert. Das bedeutet, dass Transaktionen nach ihrer Bestätigung grundsätzlich dauerhaft in der jeweiligen Blockchain dokumentiert bleiben. Je nach Netzwerk können Nutzer unter anderem die verwendeten Adressen, Transaktionszeitpunkte, übertragenen Beträge und weitere technische Angaben einsehen. Für eine Untersuchung nach einem Betrug ist diese dauerhafte Dokumentation von erheblichem Wert, weil eine einmal erfolgte Transaktion nicht einfach aus der Blockchain entfernt werden kann.
Wer beispielsweise aufgrund einer Täuschung Bitcoin an eine vom angeblichen Broker vorgegebene Wallet-Adresse gesendet hat, kann anhand der TXID grundsätzlich nachvollziehen, ob die Transaktion tatsächlich stattgefunden hat. Der erste Empfänger lässt sich technisch feststellen. Anschließend kann untersucht werden, ob die Bitcoin dort verblieben oder an weitere Adressen transferiert wurden.
Bei anderen Kryptowährungen funktioniert die technische Untersuchung nach einem vergleichbaren Grundprinzip, auch wenn sich die jeweiligen Blockchains in ihrer Architektur und ihren Datenstrukturen unterscheiden. Deshalb darf eine Analyse nicht einfach die Besonderheiten einer einzigen Kryptowährung auf alle anderen Netzwerke übertragen. Bei Bitcoin stehen beispielsweise andere technische Strukturen im Vordergrund als bei netzwerkbasierten Systemen, bei denen zusätzlich Smart Contracts und Token-Transaktionen eine Rolle spielen können.
Für Betroffene bedeutet das: Zunächst muss überhaupt geklärt werden, auf welcher Blockchain die betreffende Transaktion stattgefunden hat. Eine Wallet-Adresse allein genügt dafür nicht immer, weil unterschiedliche Netzwerke unterschiedliche Adressformate und Transaktionssysteme verwenden. Auch Token können über bestimmte Netzwerke übertragen werden, ohne dass der Betroffene die technischen Einzelheiten kennt.
Ein häufiger Ausgangspunkt einer Blockchain Analyse ist deshalb die konkrete Transaktion. Der Transaktions-Hash beziehungsweise die TXID funktioniert vereinfacht gesagt wie eine eindeutige technische Kennzeichnung eines bestimmten Vorgangs. Mit dieser Kennung kann geprüft werden, ob eine Transaktion auf der betreffenden Blockchain vorhanden ist und welche technischen Daten damit verbunden sind.
Für die Analyse können beispielsweise der Absender, der Empfänger, der Betrag, der Zeitpunkt und die nachfolgenden Transaktionen relevant sein. Bei komplexeren Transaktionen müssen zusätzlich die einzelnen Ein- und Ausgänge beziehungsweise die jeweiligen technischen Komponenten betrachtet werden. Entscheidend ist dabei nicht nur, ob ein bestimmter Betrag irgendwo auftaucht, sondern wie die Vermögenswerte innerhalb des jeweiligen Blockchain-Systems tatsächlich bewegt wurden.
Bei Bitcoin spielt dabei das sogenannte UTXO-Modell eine wichtige Rolle. Bitcoin werden technisch nicht wie ein klassischer Kontostand auf einer zentralen Datenbank geführt. Stattdessen besteht der verfügbare Wert aus nicht ausgegebenen Transaktionsausgängen. Werden solche Werte später verwendet, entstehen neue Transaktionsausgänge. Für die Nachverfolgung bedeutet das, dass eine Bitcoin-Bewegung unter Umständen nicht wie eine einfache Übertragung von einem Konto zu einem anderen betrachtet werden kann.
Das ist insbesondere dann relevant, wenn Betrüger die erhaltenen Bitcoin auf mehrere Adressen verteilen oder verschiedene vorherige Beträge miteinander verbinden. Eine oberflächliche Betrachtung des Gesamtbetrags kann dann zu falschen Schlussfolgerungen führen. Eine fachgerechte Analyse muss die konkrete Transaktionsstruktur berücksichtigen.
Bei einer Ethereum-basierten Transaktion oder einer Token-Übertragung können wiederum andere technische Aspekte relevant sein. Neben der eigentlichen Wallet-Adresse können beispielsweise Smart-Contract-Interaktionen eine Rolle spielen. Auch hier gilt: Die Blockchain dokumentiert den technischen Vorgang, aber die technische Darstellung muss korrekt interpretiert werden, damit aus den Daten keine falschen Schlussfolgerungen gezogen werden.
Für einen Geschädigten ist deshalb nicht entscheidend, selbst sämtliche technischen Einzelheiten einer Blockchain zu verstehen. Wichtig ist vielmehr, die vorhandenen Daten möglichst vollständig zu sichern. Dazu gehören insbesondere die TXID, die Wallet-Adressen, die Höhe des Transfers, das Datum und die Uhrzeit sowie die verwendete Kryptowährung und gegebenenfalls das Netzwerk.
Eine Blockchain Analyse bei Betrug beginnt häufig mit der Frage: Was ist tatsächlich passiert? Diese Frage klingt zunächst einfach, ist in der Praxis aber von großer Bedeutung. Bei einer gefälschten Tradingplattform kann beispielsweise ein Guthaben von 50.000 Euro oder der Gegenwert in Bitcoin angezeigt werden. Der Betroffene sieht dieses Guthaben auf dem Bildschirm und geht davon aus, dass die Kryptowährung tatsächlich vorhanden ist. Eine Blockchain Untersuchung kann unter Umständen zeigen, ob es überhaupt eine entsprechende Transaktion gegeben hat.
Das ist ein wesentlicher Unterschied zwischen einem tatsächlichen Blockchain-Vermögenswert und einem lediglich behaupteten Plattformguthaben. Ein unseriöser Anbieter kann innerhalb einer eigenen Benutzeroberfläche beliebige Kontostände anzeigen. Daraus folgt nicht, dass die angeblich vorhandenen Bitcoin tatsächlich auf einer Wallet liegen, die dem Betroffenen wirtschaftlich zugeordnet ist.
Wenn keine reale Blockchain-Transaktion stattgefunden hat, kann die Blockchain deshalb nicht den Weg eines angeblich vorhandenen Guthabens zeigen. In diesem Fall muss die Untersuchung an anderer Stelle ansetzen. Relevant können dann beispielsweise Bankzahlungen, Kreditkartentransaktionen, Kryptobörsen, Kaufbelege und die Kommunikation mit dem angeblichen Anbieter sein.
Anders liegt die Situation, wenn der Betroffene tatsächlich Kryptowährung aus seiner eigenen Wallet an eine fremde Adresse übertragen hat. Dann existiert ein konkreter technischer Vorgang, der auf der Blockchain nachvollzogen werden kann. Die Analyse kann an dieser Transaktion ansetzen und untersuchen, wie sich die Vermögenswerte anschließend weiterbewegt haben.
Gerade bei Krypto-Betrug kann der weitere Zahlungsfluss aufschlussreich sein. Die erste Empfängeradresse muss nicht die endgültige Adresse sein, auf der die Kryptowährung verbleibt. Die Vermögenswerte können unmittelbar weitertransferiert werden. Sie können auf mehrere Wallets verteilt werden oder mit anderen Beständen zusammengeführt werden. Deshalb endet eine ernsthafte Untersuchung nicht zwangsläufig bei der ersten sichtbaren Empfängeradresse.
Die technische Nachverfolgung kann vielmehr mehrere Transaktionsschritte umfassen. Ausgehend von der ursprünglichen Transaktion wird geprüft, welche weiteren Bewegungen mit den übertragenen Vermögenswerten zusammenhängen. Dabei müssen die einzelnen Transaktionen zeitlich und technisch miteinander abgeglichen werden.
Ein Beispiel verdeutlicht das Prinzip: Ein Betroffener überträgt eine bestimmte Menge Bitcoin an eine ihm vom angeblichen Investmentberater mitgeteilte Adresse. Wenige Minuten oder Stunden später wird der Bestand von dieser Adresse weiterbewegt. Anschließend landet ein Teil des Betrags bei einer weiteren Adresse, während ein anderer Teil an eine andere Wallet geht. Eine Blockchain Analyse kann diese Bewegungen dokumentieren. Sie beantwortet damit zunächst die Frage, wie sich die digitalen Vermögenswerte technisch weiterentwickelt haben.
Sie beantwortet aber noch nicht automatisch die Frage, wer diese Wallets kontrolliert. Genau hier liegt einer der wichtigsten Punkte bei der Blockchain Analyse bei Betrug.
Die häufig verwendete Vorstellung, Kryptowährungen seien vollständig anonym, ist zu pauschal. Bei einer öffentlichen Blockchain sind bestimmte Transaktionsdaten gerade nicht geheim. Die Adressen der beteiligten Wallets und die Bewegungen der entsprechenden Vermögenswerte können grundsätzlich sichtbar sein. Die Herausforderung besteht vielmehr darin, die pseudonymen Adressen mit realen Personen oder Unternehmen in Verbindung zu bringen.
Eine Wallet-Adresse enthält normalerweise keinen Klarnamen. Wer die Adresse kontrolliert, lässt sich nicht allein aus der Zeichenfolge ablesen. Eine technische Analyse kann jedoch möglicherweise weitere Hinweise liefern. Dazu können Transaktionsmuster, bekannte Adressen von Kryptodienstleistern, gemeinsame Zahlungsstrukturen oder die spätere Berührung mit zentralen Plattformen gehören.
Auch die zeitliche Abfolge kann relevant sein. Wenn eine Wallet unmittelbar nach einer bestimmten Zahlung wiederholt Beträge an bestimmte Adressen weiterleitet, kann dies für die Rekonstruktion des Zahlungsflusses wichtig sein. Die zeitliche Nähe allein beweist jedoch keine Identität. Sie ist vielmehr ein Bestandteil der technischen Gesamtbetrachtung.
Bei einer professionellen Blockchain Analyse wird deshalb zwischen Beobachtung und Schlussfolgerung unterschieden. Beobachtbar ist beispielsweise, dass eine bestimmte Adresse am Montag eine bestimmte Menge Bitcoin erhalten und kurz darauf einen Teil davon weitertransferiert hat. Eine weitergehende Schlussfolgerung, dass diese Adresse einem bestimmten Broker gehört, erfordert dagegen zusätzliche Anhaltspunkte.
Diese Differenzierung ist nicht nur technisch, sondern auch rechtlich wichtig. Wer eine Blockchain-Adresse vorschnell einer bestimmten Person zuordnet, riskiert eine unzutreffende Bewertung des Sachverhalts. Für eine rechtliche Auseinandersetzung müssen technische Erkenntnisse deshalb sorgfältig dokumentiert und mit anderen Beweismitteln abgeglichen werden.
Ein wichtiger Ansatzpunkt können Kryptobörsen und andere zentral organisierte Kryptodienstleister sein. Wenn Kryptowährungen im weiteren Verlauf des Zahlungsflusses bei einem solchen Dienstleister eingehen, kann sich unter bestimmten Umständen eine Verbindung zu einem Nutzerkonto ergeben. Der Dienstleister kann möglicherweise Informationen über Ein- und Auszahlungen, Konten oder Identitätsprüfungen besitzen.
Ob eine solche Zuordnung tatsächlich möglich ist, hängt vom konkreten Fall ab. Eine Blockchain Analyse kann zunächst nur feststellen, dass eine bestimmte Adresse mit einem bestimmten Dienstleister in Verbindung stehen könnte. Die weitergehende Identifizierung eines Kunden ist eine separate Frage.
Hier zeigt sich, weshalb eine rein technische Betrachtung für einen Betrugsfall häufig nicht ausreicht. Der Geschädigte möchte normalerweise nicht nur wissen, dass seine Kryptowährung von Wallet A nach Wallet B transferiert wurde. Er möchte wissen, wer hinter Wallet B steht, wohin die Vermögenswerte weitergeflossen sind und ob daraus Möglichkeiten entstehen, den Schaden rechtlich aufzuarbeiten.
Die technische Analyse kann dafür eine Grundlage liefern. Sie kann beispielsweise einen Zahlungsweg über mehrere Adressen rekonstruieren und einen möglichen Kontaktpunkt mit einer Kryptobörse sichtbar machen. Anschließend kann geprüft werden, welche weiteren Informationen benötigt werden, um diesen Kontaktpunkt rechtlich sinnvoll einzuordnen.
Auch die Verbindung mit klassischen Zahlungsdaten kann wichtig sein. Viele Betrugsfälle beginnen mit einer Einzahlung in Euro. Der Betroffene überweist Geld an einen angeblichen Broker oder kauft über eine Kryptobörse Kryptowährungen. Anschließend werden die erworbenen Coins an eine vom angeblichen Investmentanbieter vorgegebene Wallet gesendet.
In einem solchen Fall können Bankunterlagen und Börsendaten den Ursprung der Kryptowährung dokumentieren. Die Blockchain zeigt anschließend den Transfer. Die Kommunikation mit dem angeblichen Broker kann wiederum erklären, weshalb die Transaktion überhaupt durchgeführt wurde.
Aus diesen unterschiedlichen Datenquellen kann eine zusammenhängende Chronologie entstehen. Diese ist für die spätere rechtliche Bewertung häufig wesentlich aussagekräftiger als eine isolierte Betrachtung einzelner Transaktionen.
Bei der Analyse sollten deshalb nicht nur erfolgreiche Transaktionen berücksichtigt werden. Auch fehlgeschlagene oder abgebrochene Zahlungsvorgänge können für die Rekonstruktion des Sachverhalts relevant sein. Ebenso können Einzahlungen, interne Transfers oder spätere Auszahlungen Hinweise auf die verwendete Struktur liefern.
Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die Wallet selbst. Nicht jede Wallet ist ein klassisches Konto bei einem Unternehmen. Eine sogenannte Self-Custody-Wallet kann vom Nutzer selbst verwaltet werden. In diesem Fall gibt es möglicherweise keinen zentralen Anbieter, der unmittelbar mit der Wallet verbunden ist. Die Blockchain kann dennoch die Transaktionen dokumentieren.
Das erschwert allerdings die Identifizierung des tatsächlichen Kontrolleurs. Bei einer privat verwalteten Wallet gibt es keine zentrale Kundenkartei, die allein anhand der öffentlichen Adresse aufgerufen werden könnte. Deshalb sind zusätzliche Informationen besonders wichtig.
Anders kann die Situation sein, wenn die Wallet-Adresse Teil einer Infrastruktur eines zentralen Dienstleisters ist. Dann kann die Blockchain Analyse unter Umständen einen Anknüpfungspunkt für weitere Nachforschungen liefern.
Auch sogenannte Wallet-Cluster können in diesem Zusammenhang relevant sein. Bei einer Blockchain Analyse kann untersucht werden, ob mehrere Adressen aufgrund ihrer Transaktionsstruktur oder anderer technischer Merkmale möglicherweise zusammengehören. Solche Cluster können helfen, komplexere Zahlungsstrukturen zu verstehen.
Dabei ist jedoch Vorsicht geboten. Ein technischer Zusammenhang zwischen Adressen ist nicht automatisch gleichbedeutend mit einer gemeinsamen natürlichen Person. Eine professionelle Analyse muss daher berücksichtigen, welche Schlussfolgerungen aus einem bestimmten Muster tatsächlich gezogen werden können und welche nicht.
Besonders anspruchsvoll wird die Untersuchung, wenn die Täter versuchen, den Zahlungsweg zu verschleiern. Kryptowährungen können über zahlreiche Adressen bewegt, aufgeteilt oder mit anderen Vermögenswerten vermischt werden. Je komplexer der Transaktionsweg, desto schwieriger kann eine eindeutige Zuordnung werden.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die Spur verloren ist. Die Blockchain dokumentiert die einzelnen Transaktionen weiterhin. Die Herausforderung besteht darin, die relevanten Bewegungen korrekt miteinander zu verknüpfen und zwischen zusammengehörigen und unabhängigen Transaktionen zu unterscheiden.
Eine Blockchain Analyse kann deshalb sowohl eine einfache als auch eine sehr komplexe Untersuchung darstellen. Bei einem direkten Transfer von Wallet A zu Wallet B kann die technische Feststellung schnell erfolgen. Bei einem umfangreichen Betrug mit zahlreichen Geschädigten, mehreren Wallets und verschiedenen Dienstleistern kann die Analyse dagegen wesentlich umfangreicher werden.
Auch die Zahl der betroffenen Transaktionen kann erheblich sein. Wenn ein Geschädigter über Monate hinweg mehrere Zahlungen vorgenommen hat, sollte nicht jede einzelne Transaktion isoliert betrachtet werden. Stattdessen kann es sinnvoll sein, zunächst eine vollständige Liste aller bekannten Transaktionen zu erstellen und anschließend deren Zusammenhänge zu untersuchen.
Für die Blockchain Analyse ist daher eine geordnete Ausgangsdokumentation besonders wertvoll. Eine Tabelle mit Datum, Kryptowährung, Betrag, Wallet-Adresse und TXID kann die technische Untersuchung erleichtern. Ergänzend sollte festgehalten werden, welche Kommunikation oder Zahlungsaufforderung zu welchem Transfer gehört.
Dadurch entsteht eine Verbindung zwischen dem technischen und dem tatsächlichen Geschehen. Die Blockchain zeigt, was auf dem Netzwerk passiert ist. Die Kommunikation kann erklären, warum der Betroffene eine bestimmte Transaktion durchgeführt hat. Bank- und Börsenunterlagen können zeigen, woher die verwendeten Vermögenswerte stammten.
Diese Kombination kann bei einem Betrugsfall besonders wichtig sein. Eine einzelne TXID ist zwar ein wertvoller technischer Nachweis, erzählt aber nicht die gesamte Geschichte. Erst die Einordnung in die Chronologie kann zeigen, welche Bedeutung die Transaktion für den konkreten Schaden hatte.
Bei der Untersuchung sollte außerdem berücksichtigt werden, ob die Transaktion vom Betroffenen selbst ausgelöst wurde oder ob ein unbefugter Zugriff stattgefunden haben könnte. Diese Unterscheidung kann für die weitere rechtliche Bewertung entscheidend sein. Technisch kann in beiden Fällen eine Übertragung auf eine fremde Adresse sichtbar sein. Die Umstände, unter denen die Transaktion zustande kam, sind jedoch unterschiedlich.
Bei einer Social-Engineering-Masche kann ein Betroffener beispielsweise selbst die Transaktion bestätigen, weil er davon ausgeht, an eine legitime Investmentplattform zu zahlen. Die Blockchain zeigt dann eine vom eigenen Wallet signierte Transaktion. Daraus folgt nicht, dass die Zahlung freiwillig im wirtschaftlichen Sinne erfolgte. Die Täuschung und die darauf beruhenden Handlungen müssen anhand anderer Beweismittel untersucht werden.
Auch Phishing kann eine Rolle spielen. Wenn Zugangsdaten oder Wallet-Zugriffsmöglichkeiten durch Täuschung erlangt wurden und anschließend Kryptowährungen übertragen wurden, können neben der Blockchain weitere technische und kommunikative Beweise relevant sein.
Bei einem angeblichen Broker kann wiederum die Frage im Vordergrund stehen, ob die auf der Plattform dargestellten Vermögenswerte überhaupt existierten. Gerade bei gefälschten Tradingplattformen werden teilweise Kontostände dargestellt, die keine Entsprechung auf einer öffentlichen Blockchain haben. Eine Blockchain Analyse kann dann helfen, die behaupteten Vorgänge von den tatsächlichen Transaktionen zu trennen.
Diese Prüfung kann erhebliche Bedeutung haben, wenn der Anbieter beispielsweise behauptet, eine bestimmte Menge Bitcoin sei bereits gewinnbringend investiert worden. Wenn keine entsprechende Blockchain-Transaktion existiert, muss die Darstellung des Anbieters anders bewertet werden als ein nachweisbarer Transfer von echten Bitcoin.
Umgekehrt sollte auch eine vorhandene Transaktion nicht vorschnell als Beweis für sämtliche Angaben des Anbieters verstanden werden. Dass Bitcoin an eine bestimmte Adresse übertragen wurden, bedeutet noch nicht, dass die Empfängeradresse tatsächlich dem genannten Unternehmen gehört. Auch hier müssen weitere Beweismittel herangezogen werden.
Eine Blockchain Analyse bei Betrug kann daher mehrere unterschiedliche Ziele verfolgen. Sie kann zunächst feststellen, ob eine behauptete Transaktion tatsächlich stattgefunden hat. Sie kann anschließend den weiteren Zahlungsfluss dokumentieren. Sie kann mögliche Zusammenhänge zwischen Wallets untersuchen. Und sie kann schließlich Ansatzpunkte für die Zuordnung zu Kryptodienstleistern oder anderen Beteiligten liefern.
Die Analyse kann auch dabei helfen, Widersprüche in den Angaben eines Anbieters sichtbar zu machen. Wenn ein Broker behauptet, eine Auszahlung sei bereits durchgeführt worden, kann geprüft werden, ob die behauptete Transaktion auf der Blockchain tatsächlich existiert. Wird eine bestimmte TXID genannt, kann deren Inhalt mit der Behauptung abgeglichen werden.
Solche technischen Überprüfungen können bei der Beweissicherung eine wichtige Rolle spielen. Sie sollten jedoch möglichst genau dokumentiert werden. Entscheidend ist nicht nur das Ergebnis einer Untersuchung, sondern auch die nachvollziehbare Grundlage, auf der dieses Ergebnis beruht.
Bei einer professionellen Auswertung kann deshalb festgehalten werden, welche Blockchain verwendet wurde, welche Transaktion untersucht wurde, welche Adressen beteiligt waren und welche weiteren Bewegungen festgestellt wurden. Dadurch kann die technische Analyse später besser mit den übrigen Unterlagen des Falls verbunden werden.
Auch die Frage nach dem aktuellen Verbleib der Kryptowährung kann Gegenstand einer Untersuchung sein. Eine Blockchain Analyse kann feststellen, ob die betreffenden Vermögenswerte weiterhin bewegt werden oder ob sie auf einer bestimmten Adresse verblieben sind. Daraus folgt allerdings nicht automatisch, dass auf die Kryptowährung zugegriffen werden kann.
Eine sichtbare Wallet ist nicht mit einem frei verfügbaren Bankkonto gleichzusetzen. Wer die privaten Schlüssel einer Wallet nicht besitzt, kann die darin befindlichen Kryptowährungen nicht allein deshalb übertragen, weil die öffentliche Adresse bekannt ist. Die Blockchain ermöglicht die Beobachtung der Transaktionen, aber keinen automatischen Zugriff auf fremde Vermögenswerte.
Dieser Punkt ist für Geschädigte besonders wichtig. Wenn jemand nach einem Betrug verspricht, eine Wallet allein anhand ihrer Adresse „öffnen“ oder die darin befindlichen Kryptowährungen technisch sofort zurückholen zu können, sollte dies kritisch betrachtet werden. Die öffentliche Sichtbarkeit einer Blockchain-Adresse bedeutet nicht, dass sich deren Guthaben von außen kontrollieren lässt.
Ebenso sollte niemand private Schlüssel oder eine Secret Recovery Phrase an einen angeblichen Helfer übermitteln. Für die Analyse einer öffentlichen Transaktion sind solche geheimen Zugangsdaten grundsätzlich nicht erforderlich. Die Weitergabe kann vielmehr erhebliche zusätzliche Risiken schaffen.
Eine seriöse Blockchain Analyse arbeitet daher zunächst mit den öffentlich verfügbaren Transaktionsdaten und den vom Geschädigten gesicherten Unterlagen. Je nach Fall können anschließend weitere Informationen von Kryptodienstleistern oder anderen Beteiligten erforderlich werden.
Für die rechtliche Aufarbeitung kann schließlich die Frage entscheidend sein, welche Person oder welches Unternehmen für den entstandenen Schaden verantwortlich gemacht werden kann. Die Blockchain kann dabei einen Vermögensfluss dokumentieren. Sie ersetzt aber nicht die rechtliche Prüfung der Verantwortlichkeit.
Wenn beispielsweise eine Wallet-Adresse zu einem bestimmten Zeitpunkt Bitcoin erhält, ist damit zunächst nur der Empfangsvorgang belegt. Es muss zusätzlich geprüft werden, ob die Adresse tatsächlich dem angeblichen Broker zugeordnet werden kann, ob der Broker die Zahlung veranlasst hat und welche rechtlichen Beziehungen zwischen den Beteiligten bestanden.
Auch bei Kryptobörsen ist eine differenzierte Betrachtung erforderlich. Eine Einzahlung auf eine Börsenadresse bedeutet nicht automatisch, dass der Betreiber der Börse selbst Empfänger des wirtschaftlichen Vermögens ist. Der Dienstleister kann lediglich die technische Infrastruktur bereitstellen, während die Kryptowährung einem Kundenkonto zugeordnet wird. Für die rechtliche Bewertung muss deshalb genau untersucht werden, welche Rolle der jeweilige Dienstleister hatte.
Eine Blockchain Analyse kann den dafür notwendigen Ausgangspunkt liefern. Sie kann beispielsweise zeigen, dass die verlorenen Kryptowährungen nach mehreren Zwischenstationen an eine Adresse gelangten, die einer zentralen Plattform zugeordnet werden kann. Damit kann eine neue Untersuchungsrichtung entstehen.
Ob daraus tatsächlich eine Identifizierung oder eine Möglichkeit zur Sicherung von Vermögenswerten entsteht, hängt von weiteren Umständen ab. Eine seriöse Bewertung sollte deshalb immer zwischen dem technisch Feststellbaren und den rechtlichen Möglichkeiten unterscheiden.
Für Betroffene ist vor allem wichtig, möglichst früh die relevanten Daten zu sichern. Auch wenn die Blockchain selbst dauerhaft dokumentiert ist, können andere Informationen verloren gehen. Eine gefälschte Webseite kann abgeschaltet werden. Ein Chatverlauf kann gelöscht werden. Ein angeblicher Broker kann seine Telefonnummer wechseln. Ein Benutzerkonto kann gesperrt werden. Deshalb sollten Screenshots, E-Mails, Chatverläufe, Zahlungsbelege und Plattforminformationen möglichst vollständig erhalten bleiben.
Die Blockchain Analyse kann anschließend mit diesen Informationen verbunden werden. Ein Screenshot kann beispielsweise zeigen, dass der angebliche Broker eine bestimmte Wallet-Adresse genannt hat. Die Blockchain kann belegen, dass anschließend tatsächlich eine Transaktion an diese Adresse erfolgt ist. Dadurch entsteht eine nachvollziehbare Verbindung zwischen der Kommunikation und dem technischen Zahlungsfluss.
Je genauer solche Zusammenhänge dokumentiert sind, desto besser lässt sich der Fall später rechtlich bewerten. Eine sorgfältige Untersuchung betrachtet deshalb nicht nur den einzelnen Transfer, sondern die gesamte Entstehung des Schadens.
Bei größeren Betrugsfällen kann sich daraus ein umfangreiches Zahlungsdiagramm entwickeln. Ausgangspunkte können die Wallet des Geschädigten oder die Kryptobörse sein. Danach werden die Empfängeradresse und sämtliche relevanten Folgeadressen dargestellt. Ergänzend können Zeitpunkte, Beträge und weitere Informationen vermerkt werden.
Ein solches Diagramm kann insbesondere dann hilfreich sein, wenn mehrere Zahlungen stattgefunden haben. Es ermöglicht, den Zahlungsfluss übersichtlich darzustellen und mögliche Zusammenhänge zwischen verschiedenen Transaktionen zu erkennen.
Auch eine zeitliche Betrachtung kann wichtige Erkenntnisse liefern. Wenn beispielsweise innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Zahlungen von verschiedenen Geschädigten an dieselbe Struktur erfolgen, kann dies für eine weitergehende Untersuchung relevant sein. Eine solche Beobachtung allein beweist allerdings noch keine bestimmte Organisation oder Täterschaft. Sie kann lediglich einen Ansatzpunkt für weitere Prüfungen darstellen.
Die Qualität einer Blockchain Analyse hängt deshalb wesentlich davon ab, wie sorgfältig die Daten interpretiert werden. Moderne Analyseverfahren können große Mengen von Transaktionen strukturieren und mögliche Zusammenhänge sichtbar machen. Dennoch bleibt die fachliche Bewertung entscheidend. Ein auffälliges Muster muss im Zusammenhang mit den konkreten Umständen des Falls betrachtet werden.
Das gilt insbesondere bei der Frage, ob mehrere Wallets demselben Akteur zugeordnet werden können. Technische Gemeinsamkeiten können einen Hinweis liefern, müssen aber nicht zwingend dieselbe tatsächliche Kontrolle bedeuten. Eine rechtlich belastbare Schlussfolgerung erfordert deshalb regelmäßig zusätzliche Informationen.
Für einen Geschädigten bedeutet dies, dass eine Blockchain Analyse nicht mit einer einfachen Suche nach einer Wallet-Adresse gleichgesetzt werden sollte. Ein öffentlich zugänglicher Blockchain-Explorer kann eine einzelne Transaktion anzeigen. Eine umfassende Untersuchung geht deutlich weiter. Sie rekonstruiert Zahlungswege, untersucht Folgebewegungen, ordnet Transaktionen zeitlich ein und prüft mögliche Verbindungen zu anderen Wallets und Dienstleistern.
Bei einem professionellen Vorgehen wird außerdem geprüft, welche Informationen bereits gesichert sind und welche Daten noch fehlen. Manchmal ist die TXID bekannt, aber die Kommunikationsunterlagen fehlen. In anderen Fällen liegt ein Screenshot der Wallet-Adresse vor, aber die konkrete Transaktions-ID ist nicht dokumentiert. Je nach Situation können fehlende Angaben aus der Wallet-Historie oder den Unterlagen einer Kryptobörse rekonstruiert werden.
Auch die genaue Kryptowährung ist wichtig. Eine Ethereum-Adresse, eine Bitcoin-Adresse und eine Adresse auf einem anderen Netzwerk müssen technisch unterschiedlich bewertet werden. Bei Token-Transaktionen kann zusätzlich der verwendete Smart Contract relevant sein. Wer lediglich den angezeigten Namen des Tokens betrachtet, kann deshalb wichtige technische Details übersehen.
Ebenso sollte geprüft werden, ob tatsächlich das richtige Netzwerk untersucht wird. Gerade bei Kryptowährungen, die auf mehreren Netzwerken verfügbar sind, kann eine Übertragung auf einem anderen Netzwerk stattgefunden haben als zunächst angenommen. Für die Nachverfolgung muss deshalb die konkrete Transaktion eindeutig identifiziert werden.
Bei einer rechtlichen Beratung kann diese technische Vorprüfung dazu beitragen, den Sachverhalt zu präzisieren. Statt allgemein von „gestohlenen Bitcoins“ oder „verschwundenem Kryptogeld“ zu sprechen, lässt sich dann konkret feststellen, welche Vermögenswerte wann von welcher Adresse an welche andere Adresse übertragen wurden.
Das kann wiederum die Grundlage für weitere Schritte bilden. Je nach Fall können beispielsweise Ansprüche gegen unmittelbar Beteiligte geprüft werden. Ebenso kann untersucht werden, ob weitere Unternehmen oder Dienstleister in den Zahlungsfluss eingebunden waren und welche Rolle sie dabei tatsächlich spielten.
Dabei darf eine Blockchain Analyse nicht mit einer Garantie für eine Rückgewinnung verwechselt werden. Selbst wenn ein Zahlungsfluss vollständig nachvollzogen werden kann, ist damit noch nicht gesagt, dass die Vermögenswerte noch vorhanden sind oder rechtlich erfolgreich gesichert werden können. Eine Transaktion kann technisch sichtbar sein, während die dahinterstehenden Personen schwer zu identifizieren oder die Vermögenswerte bereits weiterbewegt worden sind.
Die Nachverfolgung bleibt dennoch wertvoll. Sie kann den tatsächlichen Vermögensfluss objektiv dokumentieren und damit eine Grundlage für die weitere Aufarbeitung schaffen. Gerade bei einem Betrug ist es häufig wichtig, nicht nur die Aussagen des angeblichen Anbieters zu betrachten, sondern diese mit objektiven Blockchain-Daten abzugleichen.
Wer eine Blockchain Analyse bei Betrug durchführen lassen möchte, sollte daher möglichst alle vorhandenen Informationen zusammentragen: Wallet-Adressen, TXIDs, Beträge, Zeitpunkte, verwendete Kryptowährungen, Börsenunterlagen, Kontoauszüge, Screenshots, E-Mails, Chats und Zahlungsaufforderungen. Auch Namen und Kontaktdaten der angeblichen Berater oder Supportmitarbeiter können relevant sein.
Aus diesen Informationen lässt sich zunächst die Ausgangslage bestimmen. Danach kann der technische Zahlungsfluss rekonstruiert werden. Im nächsten Schritt können mögliche Verbindungen zu Kryptobörsen oder anderen Dienstleistern untersucht werden. Erst auf dieser Grundlage lässt sich sinnvoll beurteilen, welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen.
Die entscheidende Stärke einer Blockchain liegt dabei in der dauerhaften Dokumentation der Transaktionen. Die entscheidende Schwierigkeit besteht darin, diese technischen Daten einer realen Person, einem Unternehmen oder einem konkreten Betrugsgeschehen zuzuordnen. Genau zwischen diesen beiden Ebenen bewegt sich eine professionelle Blockchain Analyse.
Für Betroffene bedeutet das: Eine Kryptowährungstransaktion ist nicht einfach deshalb „anonym“, weil keine IBAN und kein Name des Empfängers angezeigt werden. Gleichzeitig darf die öffentliche Sichtbarkeit einer Wallet-Adresse nicht mit einer automatischen Identifizierung verwechselt werden. Die Wahrheit liegt dazwischen: Die Blockchain kann sehr detaillierte Spuren liefern, deren rechtliche Bedeutung sich jedoch erst aus der Verbindung mit weiteren Informationen ergibt.
Eine sorgfältige Blockchain Analyse bei Betrug kann damit wesentlich mehr leisten als die bloße Anzeige einer einzelnen Transaktion. Sie kann den Ausgangspunkt für die Rekonstruktion eines gesamten Zahlungsflusses bilden, Folgebewegungen sichtbar machen, mögliche Wallet-Zusammenhänge aufzeigen und unter Umständen Kontaktpunkte zu zentralen Kryptodienstleistern identifizieren.
Ob daraus am Ende eine Identifizierung Verantwortlicher, eine Sicherung von Vermögenswerten oder eine erfolgreiche Durchsetzung von Ansprüchen entsteht, lässt sich nicht pauschal vorhersagen. Dies hängt insbesondere von der konkreten Transaktionsstruktur, den vorhandenen Beweismitteln, der Nachvollziehbarkeit des Zahlungsflusses und den weiteren rechtlichen Umständen ab.
Gerade deshalb sollte eine Blockchain Analyse nicht isoliert als technische Spielerei verstanden werden. Bei einem tatsächlichen Betrugsfall kann sie ein wichtiger Bestandteil einer umfassenden Sachverhaltsaufklärung sein. Je genauer der technische Zahlungsweg mit den übrigen Unterlagen verbunden werden kann, desto besser lässt sich beurteilen, was tatsächlich passiert ist und welche weiteren Möglichkeiten für die rechtliche Aufarbeitung des entstandenen Schadens bestehen.
Blockchain Analyse bei Betrug – welche Daten benötigen Geschädigte für die Untersuchung?
Eine Blockchain Analyse bei Betrug kann nur so präzise sein wie die Daten, von denen sie ausgeht. Für Geschädigte bedeutet das nicht, dass sie selbst eine technische Untersuchung durchführen oder die Funktionsweise einer Blockchain vollständig verstehen müssen. Entscheidend ist vielmehr, die Informationen zu sichern, die den konkreten Vermögensfluss nachvollziehbar machen. Je genauer bekannt ist, welche Kryptowährung verwendet wurde, aus welcher Wallet sie stammt, an welche Adresse sie übertragen wurde und wann die Transaktion stattgefunden hat, desto gezielter kann eine spätere Untersuchung ansetzen.
Besonders wichtig ist zunächst die Frage, ob tatsächlich eine Blockchain-Transaktion stattgefunden hat. Bei einem Krypto-Betrug wird nicht selten ein Guthaben auf einer Internetplattform angezeigt, das lediglich innerhalb des Systems des Anbieters existiert. Ein angeblicher Broker kann beispielsweise auf einem Dashboard einen Bitcoin-Bestand, einen Gewinn oder einen bestimmten Kontostand darstellen. Eine solche Anzeige ist für sich genommen kein Nachweis dafür, dass die entsprechenden Kryptowährungen tatsächlich auf einer Blockchain vorhanden sind. Vor einer weitergehenden Analyse sollte deshalb geklärt werden, welche Vermögensbewegungen tatsächlich stattgefunden haben.
Wenn eine echte Kryptowährungstransaktion durchgeführt wurde, ist der Transaktions-Hash eines der wichtigsten technischen Beweismittel. Bei Bitcoin wird häufig von einer TXID gesprochen. Diese Zeichenfolge identifiziert einen bestimmten Transaktionsvorgang auf der Blockchain. Mit ihr kann eine konkrete Transaktion aufgesucht und technisch überprüft werden. Deshalb sollte eine vorhandene TXID niemals lediglich in einem Screenshot festgehalten werden, wenn sie auch als Text vorliegt. Die Zeichenfolge sollte vollständig dokumentiert und möglichst unverändert aufbewahrt werden.
Bei einer Blockchain Analyse kann eine einzelne TXID der Ausgangspunkt für die Untersuchung des gesamten weiteren Zahlungsflusses sein. Aus ihr lässt sich feststellen, welche Adressen an der Transaktion beteiligt waren und welche Beträge übertragen wurden. Anschließend kann untersucht werden, ob die empfangenen Vermögenswerte später weiterbewegt wurden. Ohne die richtige TXID kann diese Untersuchung erheblich erschwert werden, insbesondere wenn der Geschädigte zahlreiche Transaktionen durchgeführt hat.
Wenn die TXID nicht bekannt ist, bedeutet das allerdings nicht automatisch, dass eine Blockchain Analyse unmöglich ist. Je nach Wallet und verwendetem Dienstleister kann die Transaktionshistorie möglicherweise genutzt werden, um den entsprechenden Vorgang zu identifizieren. Auch Unterlagen einer Kryptobörse können Hinweise auf die betreffende Transaktion enthalten. Entscheidend ist, möglichst viele Ausgangsinformationen zusammenzutragen, damit der konkrete Transfer eindeutig bestimmt werden kann.
Neben dem Transaktions-Hash sind die Wallet-Adressen von großer Bedeutung. Dabei sollte sowohl die eigene Ausgangsadresse als auch die Empfängeradresse dokumentiert werden, soweit diese bekannt sind. Hat ein angeblicher Broker beispielsweise eine bestimmte Wallet-Adresse für eine Einzahlung vorgegeben, sollte genau diese Adresse gesichert werden. Auch wenn später festgestellt wird, dass die Adresse möglicherweise nicht dem behaupteten Unternehmen gehört, bleibt sie als Bestandteil des Zahlungsflusses relevant.
Besonders wertvoll sind Unterlagen, aus denen hervorgeht, wann eine bestimmte Wallet-Adresse mitgeteilt wurde. Ein Chat, eine E-Mail oder eine Nachricht kann beispielsweise dokumentieren, dass ein angeblicher Anlageberater den Geschädigten aufgefordert hat, eine bestimmte Menge Bitcoin an eine konkrete Adresse zu senden. Wenn sich anschließend auf der Blockchain eine entsprechende Transaktion feststellen lässt, können diese beiden Informationsquellen miteinander verbunden werden.
Damit entsteht eine Verbindung zwischen der Kommunikation und dem technischen Zahlungsereignis. Die Blockchain zeigt, dass die Transaktion stattgefunden hat. Die Nachricht kann zeigen, warum der Geschädigte die Transaktion vorgenommen hat und welche Person oder welches Unternehmen ihm die Empfängeradresse genannt hat. Eine solche Verbindung kann für die spätere rechtliche Bewertung erheblich wichtiger sein als die isolierte Betrachtung der Wallet-Adresse.
Auch der genaue Betrag sollte dokumentiert werden. Dabei empfiehlt es sich, nicht nur einen umgerechneten Euro-Wert festzuhalten, sondern den tatsächlich übertragenen Kryptowährungsbetrag. Bei Bitcoin sollte beispielsweise die genaue Menge in BTC dokumentiert werden. Bei anderen Kryptowährungen oder Token sollte zusätzlich die konkrete Bezeichnung des Vermögenswerts und möglichst auch das verwendete Netzwerk festgehalten werden.
Der Grund dafür ist einfach: Der Wert einer Kryptowährung kann sich verändern. Für die technische Analyse ist jedoch zunächst entscheidend, welche Menge tatsächlich übertragen wurde. Eine Angabe wie „etwa 10.000 Euro in Bitcoin“ ist wesentlich weniger präzise als die Dokumentation der konkreten BTC-Menge zusammen mit TXID und Wallet-Adressen.
Auch das Datum und möglichst die Uhrzeit der Transaktion sollten festgehalten werden. Die zeitliche Einordnung kann bei einer Blockchain Analyse eine wichtige Rolle spielen. Wenn beispielsweise mehrere Transaktionen kurz hintereinander erfolgt sind, muss festgestellt werden, welche davon mit dem konkreten Betrugsvorgang zusammenhängt. Die zeitliche Abfolge kann außerdem helfen, Blockchain-Daten mit Nachrichten, Bankzahlungen und Börsentransaktionen abzugleichen.
Bei der Dokumentation sollte daher nicht nur festgehalten werden, dass „im Mai“ eine Zahlung erfolgt ist. Besser ist eine möglichst genaue Angabe von Datum und Uhrzeit. Liegt die Uhrzeit nur aus einer Wallet-Anzeige oder einer Plattform vor, sollte dies entsprechend gekennzeichnet werden. Wenn der genaue Zeitpunkt aus der Blockchain hervorgeht, sollte diese Information gesondert dokumentiert werden.
Auch die verwendete Wallet selbst kann wichtige Informationen enthalten. Bei einer Self-Custody-Wallet können beispielsweise die Transaktionshistorie und die verwendeten Adressen relevant sein. Bei einer Wallet innerhalb einer Kryptobörse können dagegen die internen Kontodaten und die entsprechenden Ein- und Auszahlungen eine wichtige Rolle spielen. Deshalb sollte festgehalten werden, wo die Kryptowährung ursprünglich gehalten wurde und über welchen Dienst sie gegebenenfalls erworben oder versendet wurde.
Besonders hilfreich können Unterlagen einer Kryptobörse sein. Wenn ein Geschädigter beispielsweise zunächst Euro eingezahlt und anschließend Bitcoin gekauft hat, können die Börsenunterlagen dokumentieren, wann der Kauf stattfand und wann die Kryptowährung aus dem Börsenkonto an eine externe Adresse übertragen wurde. Diese Daten können später mit der Blockchain-Transaktion abgeglichen werden.
Dadurch lässt sich ein Zahlungsweg rekonstruieren, der aus mehreren Teilen besteht. Zunächst erfolgt möglicherweise eine Bankzahlung an die Kryptobörse. Danach wird Bitcoin erworben. Anschließend wird die Kryptowährung an eine externe Wallet gesendet. Von dort aus kann sie an weitere Adressen weitergeleitet werden. Für eine vollständige Untersuchung können alle diese Schritte relevant sein.
Deshalb sollten Betroffene nicht nur die unmittelbare Betrugszahlung dokumentieren. Auch die vorhergehenden Vorgänge können für die Herkunft der Kryptowährung wichtig sein. Kaufbelege, Börsenabrechnungen und Einzahlungsnachweise können später helfen, den tatsächlichen Vermögensfluss zu belegen.
Bei einem Betrugsfall über einen angeblichen Broker kann die Situation noch komplexer sein. Der Geschädigte kann beispielsweise zunächst Geld auf ein Konto des Anbieters überweisen. Später wird er aufgefordert, Kryptowährung zu kaufen und an eine Wallet-Adresse zu senden. Noch später wird eine weitere Einzahlung verlangt. Wenn jede Zahlung einzeln betrachtet wird, kann der Zusammenhang verloren gehen. Eine chronologische Gesamtdarstellung schafft deshalb eine bessere Grundlage für die Untersuchung.
Eine solche Chronologie sollte möglichst alle relevanten Ereignisse enthalten. Dazu gehören Erstkontakt, Anmeldung auf einer Plattform, Einzahlungen, Käufe von Kryptowährungen, Wallet-Transfers, Auszahlungsvorgänge, Kontakt mit angeblichen Beratern und weitere Zahlungsforderungen. Auch wenn einzelne Ereignisse zunächst nebensächlich erscheinen, können sie später helfen, die technische Transaktion richtig einzuordnen.
Besonders relevant können Nachrichten sein, in denen konkrete Wallet-Adressen genannt werden. Eine solche Nachricht sollte möglichst vollständig gesichert werden. Ein bloßer Ausschnitt kann wichtige Informationen auslassen. Wenn aus einem Chat hervorgeht, dass der angebliche Broker zunächst eine Adresse nennt, anschließend den Zahlungsbetrag verändert und danach eine weitere Adresse mitteilt, können diese Einzelheiten für die Rekonstruktion des Vorgangs entscheidend sein.
Auch E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Benutzernamen sollten dokumentiert werden. Sie gehören zwar nicht unmittelbar zur Blockchain, können aber bei der Zuordnung des technischen Zahlungsflusses zu den Personen hinter dem Betrug relevant sein. Wenn beispielsweise eine bestimmte Person den Geschädigten mehrfach kontaktiert und wiederholt Zahlungsanweisungen erteilt hat, können diese Kommunikationsdaten mit den entsprechenden Transaktionen verknüpft werden.
Das Gleiche gilt für Webseiten und Domains. Bei einer gefälschten Tradingplattform sollte möglichst dokumentiert werden, unter welcher Internetadresse sie erreichbar war und welche Unternehmensangaben dort gemacht wurden. Screenshots können dabei den damaligen Zustand der Webseite festhalten. Zusätzlich sollten vorhandene E-Mails oder Nachrichten aufbewahrt werden, in denen auf die Plattform verwiesen wurde.
Bei einer Blockchain Analyse geht es nicht darum, möglichst viele beliebige Daten zu sammeln. Entscheidend ist die Verknüpfung der Informationen. Eine Wallet-Adresse ist für sich genommen ein technischer Identifikator. Eine TXID ist ein technischer Nachweis einer Transaktion. Eine Nachricht kann dokumentieren, wer diese Adresse mitgeteilt hat. Ein Börsenbeleg kann zeigen, woher die Kryptowährung stammt. Ein Kontoauszug kann den vorherigen Zahlungsweg dokumentieren.
Aus dem Zusammenspiel dieser Daten kann eine wesentlich belastbarere Rekonstruktion entstehen.
Auch Screenshots der Wallet- oder Börsenoberfläche können wichtig sein. Sie sollten möglichst den gesamten relevanten Bildschirmbereich zeigen. Wenn ein Screenshot nur einen Betrag ohne Datum, Wallet-Adresse oder Transaktionskennung enthält, kann seine Aussagekraft eingeschränkt sein. Deshalb sollte nach Möglichkeit die dazugehörige Transaktionshistorie ebenfalls gesichert werden.
Bei Plattformen sollte außerdem zwischen einem internen Kontostand und einer tatsächlichen Blockchain-Transaktion unterschieden werden. Ein Screenshot mit einem angezeigten Bitcoin-Guthaben kann belegen, dass dieser Betrag auf der Plattform angezeigt wurde. Er beweist jedoch nicht automatisch, dass die Kryptowährung tatsächlich vorhanden war. Für diese Frage ist die Blockchain beziehungsweise die nachvollziehbare Herkunft der Vermögenswerte entscheidend.
Diese Unterscheidung ist besonders wichtig, wenn ein Anbieter eine Auszahlung verweigert. Häufig wird dann behauptet, der Kunde verfüge über ein hohes Guthaben, müsse jedoch zunächst eine weitere Zahlung leisten. Gefordert werden beispielsweise angebliche Steuern, Gebühren, Sicherheitsleistungen, Liquiditätsnachweise oder Kosten für eine Wallet-Verifizierung. Für die Blockchain Analyse muss zunächst geklärt werden, ob das behauptete Guthaben überhaupt durch echte Transaktionen belegt werden kann.
Wenn keine entsprechende Blockchain-Bewegung existiert, sollte dies entsprechend dokumentiert werden. Dann liegt möglicherweise ein anderer Betrugsmechanismus vor als ein tatsächlicher Diebstahl von Kryptowährungen aus einer eigenen Wallet. Die Untersuchung muss sich in einem solchen Fall stärker auf die Zahlungswege, die Plattform und die Kommunikation konzentrieren.
Wenn dagegen eine echte Transaktion vorliegt, kann die TXID als Ausgangspunkt für die weitere Analyse dienen. Dabei sollte nicht nur die erste Empfängeradresse betrachtet werden. Je nach Sachverhalt können auch spätere Bewegungen relevant sein. Die entsprechenden Folge-Transaktionen sollten dokumentiert werden, damit der weitere Verlauf nachvollziehbar bleibt.
Für die Untersuchung ist deshalb eine Liste aller bekannten TXIDs sinnvoll. Wer mehrere Zahlungen vorgenommen hat, sollte nicht darauf vertrauen, dass eine einzelne Transaktionskennung ausreicht. Jede relevante Transaktion sollte möglichst mit Datum, Betrag, Kryptowährung, Ausgangsadresse und Empfängeradresse erfasst werden.
Auch die Netzwerkangabe kann wichtig sein. Bei Kryptowährungen, die auf mehreren Netzwerken übertragen werden können, sollte genau dokumentiert werden, auf welchem Netzwerk die betreffende Transaktion stattgefunden hat. Eine Adresse oder Transaktion auf dem falschen Netzwerk kann dazu führen, dass eine Suche zu keinem brauchbaren Ergebnis führt.
Bei Token sollte zusätzlich die konkrete Token-Bezeichnung und, soweit relevant, die zugehörige technische Kennung dokumentiert werden. Für einen Laien kann dies zunächst unnötig kompliziert wirken. Für eine fachliche Blockchain Untersuchung kann es jedoch entscheidend sein, den tatsächlich übertragenen Vermögenswert eindeutig zu bestimmen.
Auch die ursprüngliche Herkunft der Kryptowährung kann relevant sein. Wenn Bitcoin zunächst auf einer Kryptobörse gekauft wurden, sollte der entsprechende Kaufnachweis erhalten bleiben. Wenn die Coins aus einer bereits länger bestehenden eigenen Wallet stammen, kann deren vorherige Transaktionshistorie ebenfalls Bedeutung gewinnen.
Die Wallet-Historie kann beispielsweise zeigen, dass die betreffende Wallet bereits vor dem Betrug bestimmte Vermögenswerte enthielt. Wenn anschließend eine bestimmte Transaktion erfolgt, lässt sich der Zusammenhang mit dem Verlust besser nachvollziehen. Gerade bei mehreren Wallets sollte deshalb nicht nur die Transaktion unmittelbar vor dem Verlust, sondern gegebenenfalls auch die Vorgeschichte betrachtet werden.
Auch spätere Transaktionen sollten dokumentiert werden, sofern sie mit dem Fall zusammenhängen. Wenn der Betroffene nach einem ersten Verlust erneut Kryptowährungen an eine andere Adresse gesendet hat, weil der angebliche Anbieter eine weitere Einzahlung verlangte, können auch diese Bewegungen Bestandteil des Gesamtschadens sein.
Ein weiterer Bereich betrifft die Zahlungsaufforderungen selbst. Wenn ein angeblicher Broker mitteilt, dass vor einer Auszahlung zunächst eine bestimmte Menge Kryptowährung an eine bestimmte Adresse gesendet werden müsse, sollte diese Nachricht gesichert werden. Auch der Zusammenhang zwischen der Forderung und der anschließend ausgeführten Transaktion sollte dokumentiert werden.
Das kann insbesondere bei wiederholten Zahlungsforderungen wichtig sein. Ein Betrug endet nicht immer mit einer einzigen Transaktion. Betroffene können über längere Zeit zu weiteren Zahlungen gedrängt werden, etwa mit dem Hinweis, eine Auszahlung stehe unmittelbar bevor. Jede weitere Zahlung kann den Schaden vergrößern und gleichzeitig zusätzliche technische Spuren erzeugen.
Für eine spätere Blockchain Analyse ist es daher hilfreich, den gesamten Zeitraum zu betrachten. Die Frage lautet nicht nur, welche Transaktion den ersten Verlust verursacht hat. Es kann ebenso relevant sein, welche weiteren Transfers danach erfolgt sind und ob diese an dieselben oder an andere Wallets gingen.
Auch die Namen der angeblichen Ansprechpartner sollten festgehalten werden. Wenn ein Broker sich als Mitarbeiter eines bestimmten Unternehmens ausgibt, sollte dieser Name gemeinsam mit E-Mail-Adresse, Telefonnummer und den verwendeten Kommunikationskanälen dokumentiert werden. Ob die Person tatsächlich existiert oder für das Unternehmen tätig ist, ist eine gesonderte Frage. Für die Rekonstruktion des Betrugsablaufs bleibt die Angabe jedoch relevant.
Bei gefälschten Plattformen können außerdem unterschiedliche Unternehmensnamen verwendet werden. Ein Anbieter kann beispielsweise auf der Webseite unter einer Marke auftreten, während Zahlungsanweisungen an ein anderes Unternehmen gehen. Auch solche Unterschiede sollten dokumentiert werden. Sie können helfen, den tatsächlichen Zahlungsfluss von der nach außen dargestellten Identität des Anbieters zu unterscheiden.
Dasselbe gilt für wechselnde Zahlungsdaten. Wenn ein Betroffener zunächst Geld an ein bestimmtes Unternehmen überweisen soll und später eine andere Firma genannt wird, sollte jeder Empfänger einzeln erfasst werden. Bei Kryptowährungen gilt dies entsprechend für wechselnde Wallet-Adressen.
Eine Wallet-Adresse sollte immer exakt übernommen werden. Schon eine einzige falsche Zeichenfolge kann dazu führen, dass eine Transaktion nicht gefunden oder einer falschen Adresse zugeordnet wird. Deshalb sollte die Adresse möglichst direkt aus der Wallet-Historie oder der ursprünglichen Zahlungsanweisung kopiert werden.
Auch bei Screenshots sollte darauf geachtet werden, dass die Adresse vollständig sichtbar ist. Ein Bild, auf dem die ersten und letzten Zeichen abgeschnitten sind, kann für eine spätere technische Überprüfung weniger hilfreich sein. Besser ist es, zusätzlich die vollständige Adresse als Text zu sichern.
Für die Dokumentation empfiehlt sich eine strukturierte Übersicht. Darin können beispielsweise Datum, Kryptowährung, Betrag, Ausgangswallet, Empfängeradresse, TXID, verwendetes Netzwerk und Anlass der Zahlung festgehalten werden. Ergänzend kann notiert werden, welche Nachricht oder Zahlungsaufforderung zu dem jeweiligen Transfer gehört.
Eine solche Übersicht kann die spätere Blockchain Analyse erheblich erleichtern. Sie verhindert außerdem, dass bei vielen Transaktionen versehentlich zwei Vorgänge miteinander verwechselt werden.
Auch die Kontoauszüge des Bankkontos sollten gesichert werden, wenn die Kryptowährung mit Fiat-Geld erworben wurde. Ein Kontoauszug kann beispielsweise zeigen, wann Geld an eine Kryptobörse überwiesen wurde. Die Börsenunterlagen können anschließend dokumentieren, wann daraus Bitcoin gekauft wurden. Die Blockchain kann schließlich zeigen, wann diese Bitcoin an die vom Betrüger genannte Adresse übertragen wurden.
So kann eine durchgehende Kette entstehen: Bankzahlung, Kauf der Kryptowährung, Transfer aus der Börse, Empfang bei der Zieladresse und weitere Blockchain-Bewegungen. Je vollständiger diese Kette dokumentiert ist, desto leichter lässt sich der Vermögensverlust nachvollziehen.
Auch Zahlungsbelege sollten deshalb nicht gelöscht werden, selbst wenn sie auf den ersten Blick nichts mit der Blockchain zu tun haben. Für die rechtliche Aufarbeitung kann gerade die Verbindung zwischen Fiat-Zahlung und Kryptowährung wichtig sein.
Bei der Sicherung von Daten sollten Originale möglichst erhalten bleiben. E-Mails sollten nach Möglichkeit nicht nur als Screenshot gespeichert werden. Chatverläufe sollten möglichst vollständig exportiert oder in einer Form gesichert werden, die den Zusammenhang erkennen lässt. Screenshots können ergänzend verwendet werden, insbesondere um bestimmte Ansichten einer Plattform oder Webseite festzuhalten.
Auch bei Dokumenten sollte möglichst die ursprüngliche Datei aufbewahrt werden. PDF-Rechnungen, Vertragsunterlagen oder E-Mail-Anhänge können später relevante Angaben enthalten. Werden Dokumente lediglich abfotografiert oder stark bearbeitet, können Informationen verloren gehen.
Für eine Blockchain Analyse ist außerdem wichtig, keine eigenen Veränderungen an den technischen Daten vorzunehmen. Eine Wallet-Adresse sollte nicht manuell gekürzt oder umformatiert werden. Eine TXID sollte vollständig und unverändert dokumentiert werden. Wenn Anmerkungen erforderlich sind, sollten diese getrennt vom Originaldatensatz vorgenommen werden.
Bei der Beweissicherung sollte außerdem darauf geachtet werden, keine geheimen Zugangsdaten weiterzugeben. Eine Blockchain Analyse benötigt grundsätzlich nicht die Secret Recovery Phrase einer privaten Wallet. Ebenso sollten private Schlüssel, Passwörter oder vergleichbare Zugangsdaten nicht an angebliche Analyse- oder Recovery-Dienstleister übermittelt werden.
Die öffentliche Wallet-Adresse ist etwas anderes als der private Schlüssel. Die Adresse kann für eine Blockchain Untersuchung benötigt werden. Der private Schlüssel ermöglicht dagegen die Kontrolle über die entsprechenden Vermögenswerte und muss geheim bleiben. Wer einen Geschädigten zur Herausgabe solcher Daten auffordert, sollte deshalb besonders kritisch geprüft werden.
Dasselbe gilt für angebliche „Rückholsoftware“. Wenn ein Anbieter behauptet, er müsse über Fernzugriff auf den Computer oder das Smartphone zugreifen, um eine Blockchain Analyse durchzuführen, sollte besondere Vorsicht gelten. Für die Untersuchung öffentlicher Blockchain-Daten ist ein direkter Zugriff auf das Gerät des Betroffenen nicht automatisch erforderlich.
Wenn bereits Fernwartungssoftware installiert wurde, sollte dieser Umstand dokumentiert werden. Relevant können der Name der verwendeten Software, der Zeitpunkt der Installation und die Person sein, die den Zugriff verlangt hat. Auch Nachrichten, in denen der Fernzugriff gefordert wurde, sollten aufbewahrt werden.
Eine solche technische Vorgeschichte kann für die Gesamtbewertung des Betrugs relevant sein. Sie kann außerdem eine eigenständige Sicherheitsfrage aufwerfen, die von der eigentlichen Blockchain Analyse getrennt betrachtet werden sollte.
Auch bei einer vermeintlichen Kryptobörse sollte geprüft werden, ob die angezeigten Kontostände mit tatsächlichen Blockchain-Transaktionen übereinstimmen. Eine Webseite kann professionell aussehen und dennoch lediglich eine Benutzeroberfläche ohne tatsächliche Handelsabwicklung sein. Deshalb sollte bei größeren Verlusten nicht allein auf die Angaben der Plattform vertraut werden.
Besonders kritisch sind Situationen, in denen der Anbieter behauptet, eine Auszahlung sei technisch möglich, aber erst nach einer zusätzlichen Zahlung freigeschaltet werden könne. In solchen Fällen sollte geprüft werden, ob der behauptete Bestand überhaupt existiert und welche tatsächlichen Vermögensbewegungen dokumentiert werden können.
Für die Blockchain Analyse kann es außerdem relevant sein, welche Adresse dem Geschädigten gegenüber als „Wallet des Unternehmens“ bezeichnet wurde. Eine solche Bezeichnung sollte nicht ungeprüft übernommen werden. Sie kann lediglich die Behauptung des Anbieters wiedergeben. Die technische Zuordnung muss anhand der tatsächlichen Daten untersucht werden.
Auch die Kommunikation mit angeblichen Supportmitarbeitern sollte gesichert werden. Gerade wenn nach einer ersten Zahlung neue Zahlungsanweisungen erfolgen, kann sich daraus eine Abfolge ergeben, die den gesamten Betrug dokumentiert.
Bei der späteren Auswertung sollte klar zwischen gesicherten Fakten und Vermutungen unterschieden werden. Ein Geschädigter kann beispielsweise sicher wissen, dass eine bestimmte Person ihm eine Wallet-Adresse geschickt hat. Ob diese Person tatsächlich die Wallet kontrolliert, ist dagegen möglicherweise noch offen. Eine solche Differenzierung erhöht die Qualität der späteren Analyse.
Dasselbe gilt für die Identität einer Kryptobörse. Wenn ein Anbieter behauptet, eine bestimmte Adresse gehöre zu einer Börse, sollte diese Behauptung nicht automatisch als Tatsache übernommen werden. Sie kann ein Hinweis sein, der technisch überprüft werden muss.
Für eine anwaltliche Bewertung können zusätzlich die konkreten Unternehmensangaben des Anbieters wichtig sein. Dazu gehören Impressumsdaten, Firmenbezeichnungen, Registrierungsangaben, E-Mail-Domains und die Namen angeblicher Mitarbeiter. Auch wenn diese Angaben nicht Teil der Blockchain sind, können sie helfen, die technische Spur in den Gesamtsachverhalt einzuordnen.
Ein weiterer wichtiger Datenbereich sind Verträge und Rechnungen. Wenn der Anbieter beispielsweise einen Vertrag über eine angebliche Vermögensverwaltung oder ein Tradingkonto übersendet, sollte dieser vollständig aufbewahrt werden. Zahlungsforderungen sollten ebenfalls im Original gesichert werden. Besonders wichtig sind Dokumente, aus denen hervorgeht, wofür eine Zahlung angeblich erforderlich sein soll.
Wenn ein Anbieter behauptet, eine Zahlung sei eine Steuer, eine Sicherheitsleistung oder eine technische Freischaltungsgebühr, sollte die entsprechende Kommunikation genau dokumentiert werden. Die Frage, ob diese Forderung tatsächlich berechtigt war, ist rechtlich zu prüfen. Für die Rekonstruktion des Betrugsablaufs kann sie jedoch bereits als wesentlicher Bestandteil der Kommunikation relevant sein.
Auch bei einem sogenannten Recovery-Angebot nach einem Krypto-Verlust sollten sämtliche Unterlagen gesichert werden. Wenn ein neuer Ansprechpartner behauptet, anhand einer Wallet-Adresse bereits die verlorenen Kryptowährungen gefunden zu haben und dafür eine Vorauszahlung verlangt, können dessen Nachrichten und Zahlungsanweisungen später wichtig sein. Sie dokumentieren den weiteren Verlauf nach dem ursprünglichen Schaden.
Bei einer Blockchain Analyse kann außerdem die zeitliche Beziehung zwischen ursprünglichem Verlust und späteren Bewegungen interessant sein. Wenn beispielsweise unmittelbar nach einer Zahlung weitere Transfers erfolgen, kann dies helfen, den Zahlungsfluss zu rekonstruieren. Dabei sollte allerdings nicht vorschnell davon ausgegangen werden, dass jede zeitlich nachfolgende Transaktion automatisch mit dem ursprünglichen Betrag zusammenhängt.
Die technische Analyse muss vielmehr prüfen, wie die Vermögenswerte tatsächlich weiterverwendet wurden. Bei Bitcoin können UTXOs beispielsweise aufgeteilt oder mit anderen Eingängen kombiniert werden. Bei anderen Netzwerken können wiederum andere technische Strukturen relevant sein. Deshalb sollte die Interpretation der Daten fachkundig erfolgen.
Für Geschädigte ist es daher sinnvoll, zunächst die Daten zu sichern, ohne selbst aus technischen Beobachtungen weitreichende Schlussfolgerungen zu ziehen. Die Aufgabe des Betroffenen besteht in erster Linie darin, die verfügbaren Informationen möglichst vollständig und unverändert zu erhalten.
Eine gute Ausgangsdokumentation kann insbesondere folgende Bestandteile umfassen: die eigene Wallet-Adresse, bekannte Empfängeradressen, TXIDs, Kryptowährung, Netzwerk, Betrag, Datum und Uhrzeit, Wallet-Historie, Börsenunterlagen, Kaufnachweise, Kontoauszüge, Zahlungsbelege, Screenshots, E-Mails, Chats, Telefonnummern, Webseiten, Verträge und Namen der beteiligten Ansprechpartner.
Diese Informationen sollten möglichst so geordnet werden, dass ein Dritter den Ablauf nachvollziehen kann. Eine einfache chronologische Darstellung ist dafür häufig besser geeignet als eine große Sammlung unsortierter Dateien.
Wenn beispielsweise am 3. Mai eine Einzahlung bei einer Kryptobörse erfolgte, am 4. Mai Bitcoin gekauft wurden, am 5. Mai der Transfer an eine bestimmte Wallet stattfand und am 5. Mai wenige Stunden später eine weitere Transaktion erfolgte, sollte diese Abfolge entsprechend dokumentiert werden. Die zugehörigen Belege und Nachrichten können jeweils daneben abgelegt werden.
Dadurch entsteht eine Verbindung zwischen finanziellen, technischen und kommunikativen Daten. Genau diese Verbindung ist bei einer Blockchain Analyse bei Betrug häufig entscheidend.
Eine solche Vorbereitung kann auch die spätere anwaltliche Prüfung erleichtern. Statt zahlreiche Einzelinformationen mühsam rekonstruieren zu müssen, kann der Sachverhalt anhand einer geordneten Transaktionsübersicht geprüft werden. Daraus lässt sich anschließend ableiten, welche technischen Fragen noch offen sind und welche rechtlichen Aspekte untersucht werden sollten.
Wichtig bleibt dabei, dass die Blockchain Analyse nicht zwangsläufig mit einer vollständigen Identifizierung des Täters endet. Die vorhandenen Daten können möglicherweise einen Zahlungsweg sehr genau dokumentieren, ohne dass sich daraus unmittelbar ein Name ergibt. Das ist kein Widerspruch, sondern eine typische Eigenschaft pseudonymer Blockchain-Systeme.
Gerade deshalb sind zusätzliche Informationen so wichtig. Eine Wallet-Adresse wird möglicherweise erst durch eine Nachricht, einen Börsenbeleg oder eine andere Information mit einer Person oder einem Unternehmen in Verbindung gebracht. Je vollständiger die Beweislage ist, desto besser können solche Verbindungen geprüft werden.
Bei einem komplexen Betrug können außerdem mehrere Wallets gleichzeitig relevant sein. Ein angeblicher Broker kann unterschiedliche Adressen für verschiedene Zahlungen verwenden. Die Plattform kann weitere Adressen nennen. Ein Teil der Kryptowährung kann anschließend an andere Wallets weitergeleitet werden. Deshalb sollte nicht nur nach einer einzigen Adresse gesucht werden.
Alle bekannten Adressen sollten gesammelt und eindeutig gekennzeichnet werden. Dabei kann beispielsweise vermerkt werden, woher die Adresse stammt: „vom Broker per Chat genannt“, „aus Wallet-Historie“, „aus Börsenbeleg“ oder „aus Blockchain-Transaktion“. So lässt sich später nachvollziehen, auf welcher Grundlage eine bestimmte Adresse in die Analyse aufgenommen wurde.
Diese Herkunftsdokumentation ist insbesondere bei einer späteren rechtlichen Auseinandersetzung wertvoll. Sie zeigt, welche Information aus welchem Beweismittel stammt und verhindert, dass technische Annahmen nachträglich wie gesicherte Tatsachen erscheinen.
Auch bei mehreren TXIDs sollte entsprechend vorgegangen werden. Jede Transaktion sollte einem konkreten Ereignis zugeordnet werden, soweit dies möglich ist. Wenn eine Zuordnung nicht sicher ist, sollte dies ausdrücklich vermerkt werden.
Eine Blockchain Analyse bei Betrug lebt letztlich von der Verbindung verschiedener Datenebenen. Die Blockchain dokumentiert den technischen Vermögensfluss. Wallet- und Börsendaten können zusätzliche Informationen über die Nutzung der Kryptowährung liefern. Bankunterlagen dokumentieren den Fiat-Zahlungsweg. Nachrichten zeigen, wer welche Zahlungsanweisung erteilt hat. Webseiten und Verträge dokumentieren die äußere Darstellung des Geschäfts.
Keine dieser Informationsquellen muss für sich allein den gesamten Betrug beweisen. Zusammen können sie jedoch eine wesentlich vollständigere Rekonstruktion ermöglichen.
Deshalb sollten Geschädigte nach einem Krypto-Betrug nicht nur nach der vermeintlich wichtigsten Transaktion suchen. Sinnvoll ist vielmehr eine vollständige Bestandsaufnahme aller relevanten Daten. Dazu gehören insbesondere die tatsächlichen Blockchain-Transaktionen und die Unterlagen, die erklären, wie es zu diesen Transaktionen kam.
Wenn die Ausgangsdaten vollständig gesichert sind, kann anschließend gezielt geprüft werden, welche Transaktionen weiterverfolgt werden sollten, welche Wallets miteinander in Verbindung stehen und ob sich im weiteren Zahlungsfluss möglicherweise zentrale Kryptodienstleister erkennen lassen.
Eine Blockchain Analyse beginnt damit nicht erst bei der technischen Auswertung. Sie beginnt bereits mit der richtigen Beweissicherung. Eine vollständige TXID, eine korrekt dokumentierte Wallet-Adresse, ein genauer Zeitpunkt und die dazugehörige Zahlungsanweisung können den Unterschied zwischen einer nachvollziehbaren Untersuchung und einer nur schwer rekonstruierbaren Vermögensbewegung ausmachen.
Wer durch einen Krypto-Betrug geschädigt wurde, sollte deshalb möglichst frühzeitig alle relevanten Daten sichern und nicht darauf vertrauen, dass die Informationen später noch problemlos beschafft werden können. Die Blockchain selbst bleibt zwar als Transaktionsregister bestehen. Die dazugehörigen E-Mails, Chats, Plattformansichten und Zahlungsunterlagen können dagegen verschwinden.
Eine sorgfältige Dokumentation schafft daher die Grundlage dafür, den tatsächlichen Zahlungsfluss später technisch und rechtlich zu untersuchen. Sie ermöglicht es, eine konkrete Transaktion eindeutig zu identifizieren, ihre Folgebewegungen zu verfolgen und die Blockchain-Daten mit den übrigen Beweisen des Betrugs abzugleichen.
Damit wird aus einer einzelnen Wallet-Adresse oder TXID ein verwertbarer Bestandteil einer umfassenderen Sachverhaltsaufklärung. Ob daraus später eine Zuordnung zu einer Person, einem Unternehmen oder einem Kryptodienstleister möglich ist und welche rechtlichen Konsequenzen sich daraus ergeben, hängt vom konkreten Fall und der Qualität der vorhandenen Informationen ab.
Blockchain Analyse bei Betrug – wie lassen sich gestohlene Kryptowährungen Schritt für Schritt verfolgen?
Wenn Kryptowährungen infolge eines Betrugs an eine fremde Wallet übertragen wurden, stellt sich für Betroffene häufig die Frage, ob sich der weitere Weg der Vermögenswerte nachvollziehen lässt. Genau hier setzt eine Blockchain Analyse bei Betrug an. Anders als bei einer gewöhnlichen Zahlung, deren weiterer Weg für den Betroffenen oft nur anhand von Kontoauszügen erkennbar ist, können Transaktionen auf vielen öffentlichen Blockchains technisch nachvollzogen werden. Eine einmal bestätigte Transaktion hinterlässt dort eine dauerhaft zugängliche Spur. Diese Spur allein nennt allerdings noch keinen Täter. Sie kann aber zeigen, von welcher Adresse eine Kryptowährung an welche andere Adresse übertragen wurde und welche weiteren Bewegungen danach stattgefunden haben.
Der Ausgangspunkt einer solchen Untersuchung ist regelmäßig eine konkrete Transaktion. Idealerweise liegen eine TXID beziehungsweise ein Transaktions-Hash, die Empfängeradresse, die übertragene Kryptowährung und der ungefähre Zeitpunkt vor. Anhand dieser Angaben kann zunächst geprüft werden, ob die behauptete Transaktion tatsächlich auf der betreffenden Blockchain stattgefunden hat. Dabei geht es zunächst um eine rein technische Frage: Wurde der Vermögenswert tatsächlich übertragen, in welcher Höhe erfolgte der Transfer und welche Blockchain-Adressen waren daran beteiligt?
Diese erste Prüfung ist besonders wichtig, weil nicht jeder behauptete Krypto-Verlust tatsächlich auf einer Blockchain-Transaktion beruht. Bei gefälschten Tradingplattformen können beispielsweise Guthaben und Gewinne lediglich innerhalb einer manipulierten Benutzeroberfläche angezeigt werden. Ein Betroffener sieht dann möglicherweise einen hohen Bitcoin-Bestand, obwohl keine entsprechende Kryptowährung auf einer kontrollierbaren Wallet vorhanden ist. In einem solchen Fall kann es keine klassische Verfolgung dieses angeblichen Guthabens auf der Blockchain geben. Die Untersuchung muss dann an den tatsächlichen Zahlungs- und Kommunikationsdaten ansetzen.
Liegt dagegen eine echte Transaktion vor, kann die Empfängeradresse zum ersten wichtigen Anknüpfungspunkt werden. Die Analyse beschränkt sich dabei nicht auf die Feststellung, dass diese Adresse Kryptowährung erhalten hat. Entscheidend ist auch die Frage, was anschließend mit den Vermögenswerten geschehen ist. Wurden sie vollständig weitergeleitet? Wurde nur ein Teilbetrag übertragen? Ging die Kryptowährung an eine weitere Adresse oder wurde sie mit anderen Beständen zusammengeführt? Solche Bewegungen können den weiteren Verlauf des Vermögensflusses bestimmen.
Bei einer Blockchain Analyse wird deshalb häufig eine Art Transaktionskette aufgebaut. Am Anfang steht die Zahlung des Geschädigten. Danach folgt die erste Empfängeradresse. Anschließend werden die Transaktionen dieser Adresse betrachtet. Wird der erhaltene Betrag an eine weitere Wallet übertragen, wird diese Adresse als nächster Punkt des Zahlungsflusses untersucht. Der Vorgang kann sich über mehrere Stationen hinweg fortsetzen.
Dabei ist wichtig, nicht vorschnell jede nachfolgende Transaktion als direkte Fortsetzung des ursprünglichen Verlusts zu betrachten. Gerade bei Kryptowährungen können verschiedene Vermögenswerte auf einer Adresse zusammengeführt werden. Eine Wallet kann bereits vor dem Eingang des geschädigten Betrags über weitere Bestände verfügt haben. Nach dem Eingang kann wiederum nur ein Teil des vorhandenen Gesamtbestands weitergeleitet werden. Eine fachkundige Analyse muss deshalb berücksichtigen, welche konkreten Vermögenswerte und Transaktionsbestandteile miteinander verbunden werden können.
Bei Bitcoin spielt dabei insbesondere das sogenannte UTXO-Modell eine Rolle. Eine Bitcoin-Transaktion verwendet bestimmte vorherige Transaktionsausgänge als Eingänge und erzeugt neue Ausgänge. Dadurch kann eine Transaktion mehrere Eingänge und mehrere Ausgänge enthalten. Die technische Betrachtung eines solchen Vorgangs kann deshalb komplexer sein als die einfache Vorstellung „Wallet A sendet Geld an Wallet B“.
Für eine Blockchain Analyse bei Betrug bedeutet das, dass die tatsächliche Struktur jeder relevanten Transaktion betrachtet werden muss. Es reicht nicht immer aus, nur den Gesamtbetrag einer Transaktion zu betrachten. Es kann entscheidend sein, welche Eingänge verwendet wurden, welche Ausgänge entstanden sind und wie diese später weiterverwendet wurden.
Bei anderen Blockchains gelten teilweise andere technische Strukturen. Bei Ethereum und vergleichbaren Netzwerken können beispielsweise Konten, Token-Transfers und Smart-Contract-Interaktionen eine Rolle spielen. Deshalb muss zunächst eindeutig bestimmt werden, auf welchem Netzwerk sich die fragliche Transaktion befindet und welche Art von Vermögenswert übertragen wurde.
Gerade bei Token kann der Zahlungsfluss zusätzlich durch Smart Contracts geprägt sein. Ein Betroffener kann beispielsweise glauben, dass er einen bestimmten Token direkt an eine Person gesendet hat, während technisch eine Interaktion mit einem Smart Contract stattgefunden hat. Für die korrekte Interpretation muss deshalb die konkrete Transaktion und nicht nur die sichtbare Darstellung in einer Wallet-App betrachtet werden.
Der nächste Schritt einer Untersuchung besteht darin, die bekannten Folgebewegungen zu erfassen. Dabei kann sich zeigen, dass eine Empfängeradresse die erhaltenen Kryptowährungen unmittelbar weiterleitet. In anderen Fällen bleiben die Vermögenswerte zunächst längere Zeit auf derselben Adresse. Auch das kann für die weitere Bewertung relevant sein. Eine längere Verweildauer bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die Wallet von einer bestimmten Person kontrolliert wird. Sie beschreibt zunächst lediglich eine technische Beobachtung.
Besonders interessant können Fälle sein, in denen Kryptowährungen über mehrere Adressen verteilt werden. Ein Betrag kann beispielsweise auf einer ersten Adresse eingehen und anschließend auf mehrere weitere Wallets aufgeteilt werden. Jede dieser Adressen kann danach wiederum eigene Transaktionen durchführen. Dadurch entsteht ein verzweigter Zahlungsfluss.
Eine solche Aufteilung kann die Analyse erschweren, macht sie aber nicht zwangsläufig unmöglich. Die einzelnen Transaktionen können weiterhin öffentlich sichtbar sein. Die Herausforderung besteht darin, die relevanten Bewegungen voneinander zu unterscheiden und festzustellen, welche Teile des Vermögensflusses technisch miteinander in Verbindung gebracht werden können.
Auch die umgekehrte Situation kommt vor. Mehrere Beträge können auf einer Adresse zusammengeführt werden. Wenn eine Wallet bereits zahlreiche Eingänge erhalten hat und anschließend einen größeren Betrag versendet, muss untersucht werden, welche Mittelbestandteile mit dem ursprünglichen Verlust in Verbindung stehen können. Eine pauschale Zuordnung allein aufgrund der zeitlichen Reihenfolge wäre hier zu ungenau.
Deshalb ist eine Blockchain Analyse keine einfache Suche nach einer Wallet-Adresse. Sie ist vielmehr die strukturierte Untersuchung von Transaktionen, Zeitpunkten, Beträgen und Adressbeziehungen. Je komplexer der Zahlungsfluss ist, desto wichtiger wird eine methodische Vorgehensweise.
Eine weitere Ebene bildet die zeitliche Analyse. Der Zeitpunkt einer Transaktion kann Hinweise darauf geben, wie sich ein Vermögenswert nach dem Eingang weiterbewegt hat. Wenn beispielsweise wenige Minuten nach einer Einzahlung eine Weiterleitung erfolgt, ist diese Transaktion für die Untersuchung besonders naheliegend. Bei längeren Zeitabständen muss dagegen genauer geprüft werden, welche weiteren Bewegungen zwischenzeitlich stattgefunden haben.
Auch hier gilt jedoch, dass eine zeitliche Nähe allein keinen Beweis für eine bestimmte Zuordnung darstellt. Sie ist ein technischer Hinweis, der zusammen mit anderen Informationen bewertet werden muss.
Bei einer komplexeren Analyse können sogenannte Multi-Hop-Bewegungen relevant werden. Damit ist vereinfacht gesagt gemeint, dass die Kryptowährung nicht nur einmal weitergeleitet wird, sondern über mehrere Transaktionsschritte hinweg von Adresse zu Adresse wandert. Ein ursprünglicher Empfänger kann die Vermögenswerte an eine zweite Adresse senden, diese an eine dritte und eine weitere Adresse schließlich an einen Kryptodienstleister.
Für Geschädigte ist gerade der letzte Teil eines solchen Zahlungsflusses häufig besonders interessant. Eine zunächst unbekannte Wallet kann möglicherweise später mit einer bekannten Kryptobörse oder einem anderen zentralen Dienstleister interagieren. Dadurch kann sich eine neue Anknüpfungsmöglichkeit ergeben. Die Blockchain selbst nennt dabei nicht automatisch den Namen des Kontoinhabers. Sie kann jedoch zeigen, dass die Vermögenswerte eine bestimmte Adresse oder einen bestimmten Dienstleister erreicht haben.
Die technische Identifizierung eines Kryptodienstleisters kann dabei auf unterschiedlichen Informationen beruhen. Manche Adressen sind öffentlich bekannten Diensten zugeordnet. In anderen Fällen ergeben sich Hinweise aus der Struktur des Zahlungsflusses. Eine solche Zuordnung sollte jedoch stets als Analyseergebnis beziehungsweise Hinweis verstanden und nicht ohne weitere Prüfung als sichere Identifizierung einer Person behandelt werden.
Besonders relevant können Ein- und Auszahlungen bei zentralen Kryptodienstleistern sein. Wenn die Spur der Kryptowährung bei einem solchen Anbieter endet, kann die Blockchain möglicherweise zeigen, dass die Vermögenswerte auf eine dort genutzte Adresse übertragen wurden. Ob und unter welchen Voraussetzungen weiterführende Informationen zu einem Nutzer erlangt werden können, ist eine gesonderte rechtliche und tatsächliche Frage.
Die technische Analyse und die rechtliche Durchsetzung sind deshalb voneinander zu unterscheiden. Die Blockchain kann eine Transaktion sichtbar machen. Sie kann möglicherweise eine Adresse einem bekannten Dienstleister zuordnen. Sie kann aber nicht allein garantieren, dass die Identität desjenigen festgestellt wird, der hinter einer Adresse steht.
Diese Unterscheidung ist für die Erwartungen von Geschädigten besonders wichtig. Wer Kryptowährungen verloren hat, möchte verständlicherweise wissen, wo sich die Vermögenswerte befinden und wer dafür verantwortlich ist. Eine Blockchain Analyse kann hierfür wertvolle Anhaltspunkte liefern. Sie ist jedoch kein automatisches Identifikationssystem.
Die Nachverfolgung kann beispielsweise an einer Wallet enden, die technisch nicht öffentlich einer Person zugeordnet werden kann. Ebenso kann die Spur über mehrere Wallets verlaufen, ohne dass eine verlässliche Verbindung zu einer realen Identität hergestellt werden kann. In anderen Fällen kann eine Adresse dagegen einen bekannten Kryptodienstleister erreichen, wodurch zusätzliche Anknüpfungspunkte entstehen.
Auch internationale Strukturen können die Untersuchung erschweren. Kryptowährungen kennen keine nationalen Grenzen. Eine Transaktion kann von einer Person in Deutschland an eine Adresse erfolgen, deren weitere Bewegungen über einen Dienstleister in einem anderen Staat laufen. Die technische Blockchain-Spur bleibt zwar bestehen, die rechtliche Aufklärung kann dadurch aber erheblich komplexer werden.
Hinzu kommt, dass verschiedene Netzwerke miteinander verbunden oder nacheinander verwendet werden können. Ein Vermögenswert kann beispielsweise auf einem Netzwerk erworben und anschließend über eine technische Brücke oder einen anderen Mechanismus in ein anderes Netzwerk übertragen werden. Die Analyse darf sich dann nicht auf eine einzige Blockchain beschränken.
Bei sogenannten Cross-Chain-Bewegungen muss geprüft werden, wie der Übergang zwischen den Netzwerken technisch erfolgt ist. Die ursprüngliche Transaktion kann auf einer Blockchain sichtbar sein, während der weitere Verlauf auf einem anderen Netzwerk nachvollzogen werden muss. Eine isolierte Betrachtung nur eines Netzwerks kann deshalb ein unvollständiges Bild ergeben.
Auch dezentrale Anwendungen können eine zusätzliche Komplexität erzeugen. Wenn Kryptowährungen über einen Smart Contract bewegt oder getauscht werden, ist die sichtbare Transaktionsstruktur möglicherweise nicht mit einem einfachen Wallet-zu-Wallet-Transfer vergleichbar. Für eine belastbare Analyse muss daher berücksichtigt werden, welche technische Funktion bei der jeweiligen Transaktion ausgeführt wurde.
Bei Betrugsfällen mit angeblichen Tradingplattformen kann außerdem eine weitere Schwierigkeit entstehen. Die Plattform selbst kann behaupten, dass Kryptowährungen auf eine bestimmte Wallet übertragen wurden, obwohl die tatsächliche Blockchain-Historie etwas anderes zeigt. Deshalb sollte eine von einem Anbieter genannte Transaktion nicht ungeprüft übernommen werden.
Wenn ein angeblicher Broker beispielsweise eine TXID als Nachweis einer Auszahlung übermittelt, sollte geprüft werden, ob diese TXID tatsächlich zu einer Auszahlung an den Betroffenen gehört. Es kann vorkommen, dass eine echte Blockchain-Transaktion aus einem anderen Zusammenhang präsentiert wird. Erst der Abgleich mit Betrag, Empfängeradresse, Zeitpunkt und weiteren Daten kann zeigen, ob die Transaktion tatsächlich zum behaupteten Vorgang passt.
Umgekehrt kann ein Geschädigter eine echte Transaktion durchgeführt haben, deren weitere Verwendung ihm unbekannt ist. In diesem Fall kann die Blockchain Analyse helfen, die Bewegungen nach dem ursprünglichen Transfer sichtbar zu machen.
Besonders sorgfältig muss dabei zwischen verschiedenen Vermögensströmen unterschieden werden. Ein Betrüger kann beispielsweise Zahlungen von zahlreichen Geschädigten auf dieselbe Adresse oder auf miteinander verbundene Adressen erhalten. Die Wallet kann daher gleichzeitig Vermögenswerte aus mehreren Vorgängen enthalten. Daraus folgt, dass nicht jede spätere Bewegung einem einzelnen Geschädigten vollständig zugerechnet werden kann.
Eine fachkundige Untersuchung kann versuchen, die relevanten Transaktionsstränge anhand von Beträgen, Zeitpunkten und technischen Zusammenhängen zu rekonstruieren. Je mehr Ausgangsdaten vorliegen, desto genauer kann diese Rekonstruktion erfolgen.
Auch die Verwendung mehrerer Wallets durch denselben Betreiber kann eine Rolle spielen. Eine einzelne Adresse muss nicht zwangsläufig die einzige Adresse eines Akteurs sein. Bei einer größeren Untersuchung kann deshalb versucht werden, technische Beziehungen zwischen mehreren Adressen zu erkennen. Solche Zusammenhänge können beispielsweise aus gemeinsamen Transaktionsmustern oder anderen technischen Merkmalen abgeleitet werden.
Dabei ist zwischen einer technischen Clusterbildung und einer rechtlich sicheren Identifizierung zu unterscheiden. Ein Cluster kann darauf hindeuten, dass bestimmte Adressen möglicherweise zusammengehören oder von derselben Stelle genutzt werden. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass eine konkrete natürliche Person identifiziert wurde.
Die Untersuchung sollte deshalb möglichst genau dokumentieren, was tatsächlich beobachtet wurde und welche Schlussfolgerung daraus gezogen wird. Eine Aussage wie „Adresse A erhielt am 10. Juni einen bestimmten Betrag und leitete ihn später an Adresse B weiter“ ist eine technische Feststellung. Die Aussage „Person X hat Adresse A kontrolliert“ ist dagegen eine weitergehende Zuordnung, für die zusätzliche Belege erforderlich sein können.
Gerade in einem rechtlichen Zusammenhang ist diese Differenzierung wichtig. Technische Blockchain-Daten können einen wesentlichen Teil der Beweislage bilden. Ihre Bedeutung ergibt sich aber häufig erst im Zusammenhang mit anderen Informationen.
Dazu gehören beispielsweise Nachrichten mit dem angeblichen Broker, Zahlungsanweisungen, Vertragsunterlagen, Bankbelege und Daten von Kryptobörsen. Wenn eine Person dem Geschädigten eine bestimmte Wallet-Adresse nennt und kurz darauf eine entsprechende Transaktion erfolgt, kann diese Verbindung für die Gesamtbewertung relevant sein. Die Blockchain liefert den technischen Nachweis des Transfers, während die Kommunikation den Kontext liefert.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Frage, ob die Vermögenswerte nach dem Betrug noch vorhanden oder bereits weiterverwendet wurden. Eine Blockchain Analyse kann zeigen, ob ein Betrag auf einer Adresse verbleibt oder ob weitere Bewegungen stattgefunden haben. Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch ableiten, dass die Vermögenswerte noch verfügbar oder rechtlich erreichbar sind.
Wenn Kryptowährungen beispielsweise auf einer Wallet liegen bleiben, ist technisch zunächst sichtbar, dass sie dort noch nicht weiterbewegt wurden. Das sagt allein jedoch nichts darüber aus, wer die Wallet kontrolliert oder welche rechtlichen Möglichkeiten hinsichtlich dieser Vermögenswerte bestehen.
Wenn Kryptowährungen dagegen über mehrere Stationen weitergeleitet wurden, kann die technische Spur erheblich komplexer werden. Die Analyse muss dann möglicherweise zahlreiche Transaktionen miteinander vergleichen.
Eine besondere Herausforderung entsteht, wenn Vermögenswerte auf Dienste übertragen werden, die die technische Zuordnung erschweren. Dazu können verschiedene Formen der Verschleierung oder der Nutzung komplexer Transaktionsstrukturen gehören. Auch bei solchen Bewegungen bleibt die Blockchain zwar grundsätzlich bestehen, die Interpretation der einzelnen Schritte kann jedoch schwieriger werden.
Hier ist besondere Vorsicht vor pauschalen Aussagen angebracht. Es gibt keine allgemeine Regel, nach der jede Kryptowährung trotz beliebiger Verschleierung problemlos bis zu einer Person verfolgt werden kann. Ebenso wäre es falsch anzunehmen, dass jede komplexe Transaktionsstruktur eine Nachverfolgung vollständig verhindert.
Entscheidend ist immer der konkrete Zahlungsfluss.
Die Analyse kann deshalb in einzelnen Fällen bereits bei der ersten Empfängeradresse wichtige Informationen liefern. In anderen Fällen führt sie über mehrere Wallets zu einem zentralen Kryptodienstleister. Wieder andere Fälle können aufgrund fehlender Daten oder komplexer technischer Strukturen deutlich schwieriger sein.
Auch die Frage nach der Vollständigkeit der vorliegenden Daten spielt eine große Rolle. Wenn nur eine Wallet-Adresse bekannt ist, kann die Untersuchung grundsätzlich anders beginnen als bei einem vollständigen Datensatz mit mehreren TXIDs, Börsenunterlagen und Kommunikationsnachweisen.
Deshalb sollte vor der eigentlichen Untersuchung geprüft werden, welche Ausgangspunkte vorhanden sind. Dazu gehören insbesondere die Wallet-Adresse des Geschädigten, die Empfängeradresse, der Transaktions-Hash, die konkrete Kryptowährung, das Netzwerk, der Betrag und der Zeitpunkt. Ergänzend sind Informationen über die Plattform oder Person wichtig, die den Transfer verlangt hat.
Bei mehreren Zahlungen sollten diese Informationen für jede einzelne Transaktion erfasst werden. So kann verhindert werden, dass verschiedene Transfers miteinander vermischt werden.
Die technische Untersuchung kann anschließend Schritt für Schritt aufgebaut werden. Zunächst wird die Ausgangstransaktion verifiziert. Danach wird die erste Empfängeradresse untersucht. Anschließend werden die relevanten Folgebewegungen erfasst. Wenn die Kryptowährung auf weitere Adressen verteilt wird, werden diese Bewegungen ebenfalls dokumentiert. Bei Zusammenführungen wird geprüft, wie die betreffenden Vermögenswerte technisch miteinander in Verbindung stehen.
Anschließend kann untersucht werden, ob bekannte Kryptodienstleister oder andere identifizierbare Strukturen erreicht werden. Parallel dazu können die technischen Daten mit den vorhandenen Unterlagen des Geschädigten abgeglichen werden.
Bei einem angeblichen Broker kann dieser Abgleich besonders aufschlussreich sein. Wenn die Plattform eine bestimmte Wallet als eigene Empfangsadresse bezeichnet, sollte geprüft werden, ob der tatsächliche Zahlungsfluss zu dieser Darstellung passt. Wenn mehrere Geschädigte möglicherweise an dieselben Adressen gezahlt haben, können auch diese Zusammenhänge relevant werden.
Dabei sollte allerdings nicht aus einer bloßen gemeinsamen Empfängeradresse unmittelbar auf eine bestimmte Person geschlossen werden. Eine Adresse kann von einem Unternehmen, einem Dienstleister oder mehreren Personen genutzt werden. Die technische Zuordnung muss deshalb im jeweiligen Kontext betrachtet werden.
Auch bei sogenannten Wallet-Clustern gilt diese Vorsicht. Technische Gemeinsamkeiten können wertvolle Hinweise liefern, ersetzen aber nicht automatisch zusätzliche Beweismittel für die Identität des Verantwortlichen.
Für die rechtliche Aufarbeitung kann dennoch bereits der technische Nachweis eines Vermögensflusses von großer Bedeutung sein. Wenn sich beispielsweise nachvollziehen lässt, dass die Kryptowährung nach der Zahlung des Geschädigten an eine bestimmte Adresse gelangte und anschließend an einen Kryptodienstleister weitergeleitet wurde, kann dies eine wichtige Grundlage für weitere Prüfungen darstellen.
Die Blockchain Analyse kann damit einen Vermögensfluss sichtbar machen, der ohne technische Untersuchung möglicherweise verborgen bleiben würde. Sie kann zeigen, welche Adressen beteiligt waren, wann bestimmte Transfers stattfanden und welche weiteren Transaktionen folgten.
Sie kann jedoch nicht automatisch beantworten, warum eine Transaktion erfolgte. Dafür sind die übrigen Beweismittel erforderlich. Eine Blockchain zeigt beispielsweise nicht, ob eine Zahlung aufgrund einer Täuschung, eines Vertrags oder einer freiwilligen Übertragung vorgenommen wurde. Der Zusammenhang ergibt sich aus den Umständen des Falls.
Gerade bei Betrugsfällen ist diese Verbindung entscheidend. Ein technischer Zahlungsfluss muss in den tatsächlichen Geschehensablauf eingeordnet werden. Deshalb sollten Blockchain-Daten nie isoliert betrachtet werden, wenn gleichzeitig umfangreiche Kommunikations- und Zahlungsunterlagen vorhanden sind.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Sicherung der Untersuchungsergebnisse. Bei einer laufenden Aufarbeitung sollte nicht nur die aktuelle Wallet-Historie betrachtet werden. Relevante TXIDs, Wallet-Adressen und technische Beobachtungen sollten dokumentiert werden, damit später nachvollzogen werden kann, auf welcher Grundlage bestimmte Schlussfolgerungen getroffen wurden.
Auch Änderungen außerhalb der Blockchain sollten berücksichtigt werden. Eine Webseite kann verschwinden, ein Benutzerkonto kann gesperrt werden oder ein Kommunikationskanal kann nicht mehr erreichbar sein. Die Blockchain-Daten selbst bleiben zwar grundsätzlich bestehen, aber der Kontext kann verloren gehen. Deshalb ist es sinnvoll, technische und sonstige Beweismittel möglichst frühzeitig zusammenzuführen.
Besonders wichtig ist außerdem, sich nicht von vermeintlichen Erfolgsmeldungen täuschen zu lassen. Nach einem Krypto-Betrug können weitere Personen oder Unternehmen auftreten und behaupten, sie hätten die gestohlenen Kryptowährungen bereits auf einer bestimmten Wallet gefunden. Eine tatsächlich nachvollziehbare Blockchain Analyse sollte sich jedoch auf überprüfbare Transaktionsdaten stützen.
Wenn ein angeblicher Helfer eine Vorauszahlung verlangt, um die Analyse überhaupt durchführen zu können, sollte der Vorgang kritisch geprüft werden. Das gilt insbesondere dann, wenn gleichzeitig konkrete Behauptungen über bereits identifizierte Wallets oder angeblich gesicherte Kryptowährungen gemacht werden. Eine technische Aussage sollte anhand der tatsächlichen Blockchain-Daten nachvollziehbar sein.
Die bloße Nennung einer Wallet-Adresse bedeutet noch nicht, dass die verlorenen Kryptowährungen dort liegen. Ebenso bedeutet eine bekannte Transaktion nicht automatisch, dass sich der gesamte ursprüngliche Verlust noch an derselben Stelle befindet.
Eine seriöse Blockchain Analyse muss daher zwischen Beobachtung, Interpretation und rechtlicher Bewertung unterscheiden.
Am Ende einer technischen Untersuchung kann beispielsweise eine Transaktionsübersicht stehen, die den Weg der relevanten Vermögenswerte von der ursprünglichen Zahlung bis zu späteren Adressen darstellt. Dabei können direkte Transfers, Aufteilungen, Zusammenführungen und mögliche Berührungspunkte mit Kryptodienstleistern erfasst werden.
Diese Darstellung kann anschließend mit den übrigen Beweismitteln des Betrugsfalls verbunden werden. So entsteht ein Gesamtbild, das sowohl die technische Seite der Kryptowährung als auch die Kommunikation und finanziellen Vorgänge berücksichtigt.
Ob eine solche Analyse letztlich zur Identifizierung einer verantwortlichen Person oder zu einer tatsächlichen Durchsetzung von Ansprüchen führt, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Die Blockchain ist kein Garant dafür, dass ein Täter gefunden oder Vermögenswerte zurückerlangt werden können. Sie kann jedoch eine außergewöhnlich detaillierte technische Grundlage für die Rekonstruktion eines Krypto-Zahlungsflusses liefern.
Für Geschädigte liegt der wesentliche Vorteil deshalb darin, dass eine einmal bestätigte Transaktion nicht einfach aus dem öffentlichen Netzwerk verschwindet. Auch wenn die Kryptowährung anschließend mehrfach weitergeleitet wird, können die entsprechenden Transaktionen grundsätzlich weiterhin untersucht werden. Die Herausforderung besteht darin, aus diesen technischen Daten einen belastbaren Zusammenhang zwischen ursprünglicher Zahlung, späteren Bewegungen und den übrigen Beweismitteln des Betrugs herzustellen.
Genau deshalb sollte die Frage bei einer Blockchain Analyse bei Betrug nicht lediglich lauten, „Wo ist meine Kryptowährung?“. Entscheidend ist vielmehr: Welche konkrete Transaktion hat den Vermögensverlust verursacht, welche Adressen waren beteiligt, wie wurde der Vermögenswert anschließend weiterbewegt, welche technischen Verbindungen bestehen zwischen den einzelnen Stationen und an welchen Punkten gibt es Anknüpfungstatsachen für eine weitere rechtliche oder tatsächliche Zuordnung?
Je vollständiger diese Fragen beantwortet werden können, desto aussagekräftiger kann die technische Untersuchung werden. Die Blockchain liefert dabei die Spur. Die weiteren Beweismittel liefern den Kontext. Erst das Zusammenspiel beider Ebenen ermöglicht eine fundierte Aufarbeitung eines Krypto-Betrugs.
Blockchain Analyse bei Betrug – wie können Wallets Kryptobörsen oder Personen zugeordnet werden?
Eine Blockchain Analyse bei Betrug kann den Weg einer Kryptowährung technisch sichtbar machen. Schwieriger ist häufig die Frage, wem eine bestimmte Wallet tatsächlich zuzuordnen ist. Eine Blockchain-Adresse enthält grundsätzlich keinen Namen, keine Anschrift und keine sonstigen persönlichen Angaben. Sie besteht aus einer technischen Zeichenfolge, die als Empfangs- oder Sendeadresse verwendet wird. Wer hinter dieser Adresse steht, lässt sich deshalb nicht allein durch das Aufrufen der Blockchain feststellen.
Genau an diesem Punkt liegt einer der wichtigsten Unterschiede zwischen der technischen Nachverfolgung einer Kryptowährung und der Identifizierung einer verantwortlichen Person. Die Blockchain kann zeigen, dass eine bestimmte Adresse einen bestimmten Betrag erhalten hat. Sie kann anschließend zeigen, wohin dieser Betrag weitergeleitet wurde. Sie kann unter bestimmten Umständen auch Hinweise darauf liefern, dass mehrere Adressen technisch miteinander verbunden sind. Die Frage, welche natürliche oder juristische Person diese Adressen kontrolliert, erfordert dagegen zusätzliche Informationen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Wallet grundsätzlich anonym und damit nicht zuordenbar wäre. Kryptowährungen werden häufig als anonym bezeichnet, technisch zutreffender ist bei vielen öffentlichen Blockchains jedoch die Bezeichnung pseudonym. Die Transaktionen sind öffentlich einsehbar, während die Identität hinter einer Adresse zunächst verborgen bleibt. Eine Person kann also sichtbar Transaktionen durchführen, ohne dass ihr Name unmittelbar neben der Wallet-Adresse steht.
Für eine Blockchain Analyse bei Betrug ist gerade diese Pseudonymität von großer Bedeutung. Die Untersuchung muss versuchen, eine Verbindung zwischen der technischen Adresse und anderen Informationen herzustellen. Dafür kommen insbesondere Kryptobörsen, zentrale Kryptodienstleister, Zahlungsdaten, Kommunikationsunterlagen und Angaben aus dem konkreten Betrugsfall infrage.
Ein möglicher Anknüpfungspunkt ist eine Kryptobörse. Wenn Kryptowährungen von einer unbekannten Wallet an eine zentrale Börse übertragen werden, kann die Blockchain möglicherweise zeigen, dass die Vermögenswerte eine Adresse erreichen, die einem solchen Dienstleister zugeordnet werden kann. Die Blockchain nennt dadurch noch nicht den Namen des Nutzers. Sie kann aber einen technischen Berührungspunkt mit einem Anbieter sichtbar machen.
Bei zentralen Kryptodienstleistern können Nutzerkonten unter bestimmten Voraussetzungen mit persönlichen Daten verbunden sein. Bei der Kontoeröffnung oder Nutzung eines solchen Dienstes können beispielsweise Identitäts- und Kontaktdaten hinterlegt worden sein. Ob solche Informationen vorhanden sind und ob sie im konkreten Fall zugänglich gemacht werden können, ist eine eigenständige rechtliche Frage.
Für eine rechtliche Aufarbeitung kann ein solcher Berührungspunkt dennoch sehr relevant sein. Wenn sich der Zahlungsfluss eines Geschädigten über mehrere Wallets hinweg bis zu einer bestimmten Kryptobörse verfolgen lässt, kann diese Börse möglicherweise ein wichtiger Ansatzpunkt für die weitere Untersuchung sein. Die technische Analyse liefert dann den Hinweis, während die rechtlichen Möglichkeiten bestimmen, welche weiteren Informationen tatsächlich erlangt werden können.
Dabei sollte allerdings nicht jede Wallet, die mit einer Börse interagiert, automatisch als Wallet eines bestimmten Täters bezeichnet werden. Kryptobörsen verwalten zahlreiche Kundenguthaben und verwenden teilweise umfangreiche technische Adressstrukturen. Eine einzelne Blockchain-Adresse kann deshalb nicht ohne Weiteres einer konkreten Person zugeordnet werden.
Auch bekannte Adresszuordnungen müssen sorgfältig bewertet werden. Wenn eine Blockchain-Adresse öffentlich einem bestimmten Kryptodienstleister zugerechnet wird, kann dies ein wichtiger technischer Hinweis sein. Es bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass der gesamte Zahlungsbetrag dort dauerhaft verwahrt wird oder dass die Person hinter dem Betrug selbst diese Adresse kontrolliert.
Bei einer professionellen Blockchain Analyse wird deshalb zwischen verschiedenen Ebenen der Zuordnung unterschieden. Auf der ersten Ebene steht die technische Feststellung, dass eine bestimmte Adresse an einer Transaktion beteiligt war. Auf der nächsten Ebene kann untersucht werden, ob diese Adresse Teil eines größeren Adressclusters sein könnte. Anschließend kann geprüft werden, ob sich ein Bezug zu einem bekannten Dienstleister ergibt. Erst danach stellt sich die Frage, ob daraus eine Verbindung zu einer konkreten Person oder einem Unternehmen abgeleitet werden kann.
Diese einzelnen Schritte dürfen nicht miteinander verwechselt werden.
Eine Wallet-Adresse kann beispielsweise durch eine Zahlungsaufforderung unmittelbar mit einem Betrugsfall verbunden sein. Ein angeblicher Anlageberater kann dem Geschädigten per Chat mitteilen, dass eine bestimmte Bitcoin-Adresse die „Einzahlungsadresse des Unternehmens“ sei. Der Geschädigte überweist anschließend Bitcoin an diese Adresse. Die Nachricht stellt dann eine wichtige Verbindung zwischen der Adresse und dem behaupteten Unternehmen her. Ob das Unternehmen tatsächlich die Wallet kontrolliert, ist dagegen eine weitere Frage.
Gerade bei gefälschten Tradingplattformen können solche Widersprüche auftreten. Die Plattform kann den Eindruck erwecken, von einem bestimmten Unternehmen betrieben zu werden, während die tatsächlichen Zahlungswege zu anderen Personen oder Dienstleistern führen. Eine Blockchain Analyse kann helfen, die tatsächlichen Vermögensbewegungen mit den Behauptungen der Plattform zu vergleichen.
Wenn eine Plattform beispielsweise behauptet, Kundengelder würden auf individuellen Kundenwallets verwahrt, die Blockchain aber zeigt, dass verschiedene Zahlungen an dieselbe externe Adresse gehen, kann dieser Umstand für die weitere Sachverhaltsaufklärung relevant sein. Er beweist für sich genommen noch keinen bestimmten Verantwortlichen, kann aber einen wichtigen Widerspruch zwischen Darstellung und tatsächlichem Zahlungsfluss sichtbar machen.
Auch die umgekehrte Situation ist möglich. Eine Plattform kann mehrere unterschiedliche Adressen verwenden, sodass der Zusammenhang zwischen den einzelnen Zahlungen zunächst nicht offensichtlich ist. Dann kann eine weitergehende Analyse prüfen, ob technische Gemeinsamkeiten zwischen diesen Adressen bestehen.
Hier kommt die sogenannte Clusteranalyse ins Spiel. Vereinfacht gesagt können bestimmte technische Merkmale darauf hindeuten, dass mehrere Adressen miteinander verbunden sind. Bei Bitcoin können beispielsweise bestimmte Eigenschaften einer Transaktion Hinweise auf eine gemeinsame Kontrolle liefern. Solche Methoden sind jedoch nicht als absolute Identitätsnachweise zu verstehen.
Eine Clusterbildung kann eine Hypothese über einen möglichen Zusammenhang zwischen Adressen unterstützen. Sie sagt aber nicht automatisch, welche natürliche Person hinter diesem Cluster steht. Gerade deshalb muss das Ergebnis mit anderen Informationen abgeglichen werden.
Auch zeitliche Muster können dabei eine Rolle spielen. Wenn mehrere Adressen in engem zeitlichem Zusammenhang bestimmte Transaktionen durchführen, kann dies für die Analyse interessant sein. Ebenso können wiederkehrende Transaktionsmuster oder bestimmte Verhaltensweisen technische Hinweise liefern. Solche Beobachtungen müssen jedoch im Kontext des jeweiligen Netzwerks und der konkreten Transaktionsstruktur bewertet werden.
Bei einer größeren Untersuchung können dadurch möglicherweise mehrere Wallets als zusammengehörig betrachtet werden. Für einen Betrugsfall kann das bedeuten, dass nicht nur eine einzelne vom Täter genannte Adresse untersucht wird, sondern ein größerer Kreis von Adressen, die möglicherweise Teil derselben Zahlungsstruktur sind.
Die rechtliche Bedeutung einer solchen Zuordnung hängt wiederum davon ab, wie belastbar die technische Grundlage ist und welche weiteren Beweismittel vorhanden sind. Eine technische Analyse kann eine Verbindung nahelegen. Für die rechtliche Durchsetzung können darüber hinaus zusätzliche Informationen erforderlich sein.
Besonders interessant wird die Zuordnung, wenn eine Wallet mit einem zentralen Kryptodienstleister verbunden werden kann. Anders als bei einer rein privaten Wallet kann bei einem zentralen Anbieter eine Verbindung zu einem Kundenkonto bestehen. Dort können je nach Dienstleister und konkretem Vorgang zusätzliche Informationen vorhanden sein.
Dazu können beispielsweise Kontodaten, Identitätsinformationen, Ein- und Auszahlungsdaten oder interne Transaktionsaufzeichnungen gehören. Welche Daten tatsächlich vorhanden sind, hängt vom jeweiligen Anbieter und den konkreten Umständen ab. Ebenso ist die Frage, ob und auf welchem rechtlichen Weg solche Informationen erlangt werden können, gesondert zu prüfen.
Für Geschädigte ist deshalb wichtig, eine bekannte Kryptobörse nicht mit der Person hinter einer Transaktion gleichzusetzen. Die Börse kann vielmehr eine Zwischenstation oder ein wichtiger Anknüpfungspunkt im Zahlungsfluss sein.
Ein typischer Ablauf könnte beispielsweise darin bestehen, dass Kryptowährungen zunächst von einer Wallet des Geschädigten an eine unbekannte Empfängeradresse übertragen werden. Von dort gehen die Vermögenswerte über mehrere weitere Adressen. Schließlich erreichen sie eine Adresse, die einem zentralen Kryptodienstleister zugeordnet werden kann. Technisch lässt sich damit möglicherweise der Weg bis zu diesem Dienstleister nachvollziehen.
Die entscheidende nächste Frage lautet dann, ob dieser Dienstleister weitere Informationen zu der betreffenden Einzahlung besitzt und ob diese Informationen rechtlich verfügbar gemacht werden können. Genau hier treffen technische Blockchain Analyse und rechtliche Aufarbeitung aufeinander.
Eine solche Verbindung kann insbesondere dann interessant sein, wenn der Vermögensfluss nicht vollständig auf anonymen oder nicht zuordenbaren Wallets endet. Ein zentraler Dienstleister kann eine zusätzliche Schnittstelle zwischen pseudonymer Blockchain und realer Identität darstellen.
Allerdings darf auch hier keine automatische Identifizierung versprochen werden. Ein Kryptodienstleister kann beispielsweise mehrere Nutzer hinter einer technischen Einzahlungsadresse verwalten oder Adressen intern anders zuordnen, als es von außen erscheint. Außerdem kann ein Nutzer mehrere Konten oder Dienstleister verwenden. Eine einzelne Blockchain-Spur kann daher nur ein Teil der Gesamtaufklärung sein.
Besonders aussagekräftig kann die Verbindung verschiedener Datenquellen sein. Angenommen, ein Geschädigter erhält eine Zahlungsaufforderung von einer bestimmten Person. In dieser Nachricht wird eine konkrete Wallet-Adresse genannt. Die Blockchain zeigt anschließend eine entsprechende Transaktion. Später bewegt sich der Betrag über mehrere Adressen und erreicht einen zentralen Kryptodienstleister. Zusätzlich existieren Bankunterlagen und weitere Kommunikationsdaten.
In einer solchen Konstellation können mehrere Informationsstränge zusammengeführt werden. Die Nachricht erklärt den Ursprung der Zahlungsanweisung. Die Blockchain dokumentiert den tatsächlichen Transfer. Die späteren Transaktionen zeigen den weiteren Weg. Der Kryptodienstleister kann möglicherweise eine zusätzliche Zuordnung ermöglichen. Bankunterlagen können den vorherigen oder parallelen Zahlungsweg dokumentieren.
Je mehr dieser Informationen miteinander übereinstimmen, desto besser kann der tatsächliche Ablauf rekonstruiert werden.
Auch die Zuordnung einer Wallet zu einem Unternehmen sollte nicht allein auf dessen Behauptung beruhen. Wenn ein Anbieter angibt, eine bestimmte Adresse gehöre seinem Unternehmen, sollte geprüft werden, ob sich diese Aussage durch den tatsächlichen Zahlungsfluss und andere Unterlagen stützen lässt.
Das ist besonders wichtig bei Investment- und Broker-Betrug. Betrüger können reale Firmennamen verwenden, fremde Unternehmensdaten kopieren oder sich als Mitarbeiter eines tatsächlich existierenden Unternehmens ausgeben. Eine Wallet-Adresse, die in der Kommunikation als „Firmenwallet“ bezeichnet wird, muss deshalb nicht tatsächlich von diesem Unternehmen kontrolliert werden.
Die Blockchain Analyse kann hier helfen, die behauptete Identität von der tatsächlichen technischen Zahlungsstruktur zu trennen.
Ein weiteres Problem besteht darin, dass Wallet-Adressen nicht dauerhaft mit einer Person verbunden sein müssen. Ein Nutzer kann zahlreiche Adressen verwenden. Umgekehrt können mehrere Personen Zugriff auf dieselbe Wallet haben. Auch Unternehmen können umfangreiche Wallet-Strukturen betreiben. Deshalb ist die einfache Gleichung „eine Wallet = eine Person“ technisch nicht zuverlässig.
Für eine belastbare Attribution müssen deshalb mehrere Faktoren berücksichtigt werden.
Dazu gehören beispielsweise die Herkunft der Adresse, ihre Transaktionshistorie, mögliche technische Verbindungen zu anderen Adressen, Interaktionen mit bekannten Dienstleistern und die außerhalb der Blockchain vorhandenen Beweismittel. Erst aus der Gesamtheit dieser Informationen kann eine fundierte Einschätzung entstehen.
Auch sogenannte bekannte Wallets müssen mit Vorsicht behandelt werden. Es gibt Adressen, die öffentlich bestimmten Börsen, Zahlungsdiensten oder anderen bekannten Akteuren zugeordnet werden. Eine solche Zuordnung kann bei der Untersuchung eines Betrugsfalls hilfreich sein. Sie sollte jedoch immer auf die konkrete Adresse und den konkreten Zusammenhang bezogen werden.
Nicht jede Adresse, die einem Dienstleister zugerechnet wird, stellt zwangsläufig eine direkte Verbindung zum Endkunden dar. Manche Dienstleister verwenden zahlreiche Adressen. Andere können Vermögenswerte intern zusammenführen. Eine Blockchain Analyse muss daher berücksichtigen, welche Funktion eine Adresse innerhalb der Infrastruktur möglicherweise erfüllt.
Bei dezentralen Wallets ist die Situation wiederum anders. Wenn Kryptowährungen direkt von einer privaten Wallet zu einer anderen privaten Wallet übertragen werden, gibt es möglicherweise keinen zentralen Anbieter, der unmittelbar personenbezogene Daten zu der Zieladresse bereithält. Die technische Spur kann dann zwar sehr detailliert sein, die Identifizierung kann aber schwieriger werden.
In einem solchen Fall gewinnen die außerhalb der Blockchain vorhandenen Informationen besonders an Bedeutung. Hat der Betrüger die Adresse selbst mitgeteilt? Wurde sie über einen Chat übermittelt? Wurde sie auf einer Plattform angezeigt? Existieren E-Mail-Adressen, Telefonnummern oder Unternehmensangaben, die mit der Zahlungsaufforderung verbunden sind?
Solche Informationen können eine Brücke zwischen der technischen Adresse und der Person bilden, die im konkreten Betrugsfall aufgetreten ist.
Dabei ist auch die Möglichkeit einer Täuschung zu berücksichtigen. Ein Betrüger kann eine Wallet-Adresse von einem Dritten übernehmen oder eine Adresse verwenden, die nicht unmittelbar ihm selbst gehört. Die Tatsache, dass er die Adresse an einen Geschädigten weitergibt, ist deshalb relevant, aber nicht automatisch der endgültige Beweis für deren Kontrolle.
Eine sorgfältige Untersuchung muss solche Alternativen mitdenken.
Auch bei einem angeblichen Broker kann es sein, dass verschiedene Personen unterschiedliche Rollen übernehmen. Eine Person führt möglicherweise die Kommunikation, eine andere verwaltet die Zahlungswege und eine weitere Stelle nutzt einen Kryptodienstleister. Die Blockchain Analyse kann dabei helfen, den Vermögensfluss zu rekonstruieren. Die tatsächliche Verantwortungsstruktur kann jedoch nur anhand aller verfügbaren Informationen bewertet werden.
Gerade bei größeren Betrugsstrukturen kann deshalb eine einzelne Wallet nicht das Ende der Untersuchung sein. Interessant können vielmehr Verbindungen zwischen mehreren Adressen, Dienstleistern und Kommunikationskanälen sein.
Auch die zeitliche Entwicklung kann Hinweise liefern. Wenn eine bestimmte Adresse über einen längeren Zeitraum regelmäßig Zahlungen von verschiedenen Betroffenen erhält, kann dies für die weitere Analyse interessant sein. Ob daraus eine gemeinsame Verantwortungsstruktur folgt, muss jedoch anhand der konkreten technischen und sonstigen Beweismittel geprüft werden.
Die Blockchain kann in diesem Zusammenhang eine Art Bewegungsprotokoll liefern. Sie dokumentiert, wann Vermögenswerte eingegangen und wann sie weitergeleitet wurden. Dadurch können Muster sichtbar werden, die in einzelnen Zahlungsbelegen nicht erkennbar sind.
Für die Zuordnung zu einer Person reicht ein solches Muster jedoch nicht immer aus. Ein hoher Transaktionsumfang kann beispielsweise sowohl zu einer privaten Person als auch zu einem professionellen Dienstleister passen. Die technische Interpretation muss daher vorsichtig erfolgen.
Bei der Zuordnung von Wallets zu Personen spielt außerdem die Frage eine Rolle, ob eine reale Identität an einer anderen Stelle bereits dokumentiert wurde. Eine Kryptobörse kann beispielsweise Kontodaten besitzen. Eine E-Mail kann den Namen einer Person enthalten. Ein Vertrag kann ein Unternehmen nennen. Eine Telefonnummer kann mit einem Ansprechpartner verbunden sein.
Wenn solche Informationen mit dem Blockchain-Zahlungsfluss übereinstimmen, können sie die Zuordnung stärken.
Besonders relevant kann der Abgleich zwischen Blockchain- und Bankdaten sein. Wenn ein Geschädigter zunächst Geld an ein bestimmtes Konto überweist und anschließend Kryptowährung an eine Wallet sendet, sollte geprüft werden, wie diese Vorgänge miteinander zusammenhängen. Ebenso kann interessant sein, ob ein Zahlungsdienstleister oder eine Kryptobörse an mehreren Stellen des Geldflusses auftaucht.
Eine solche Analyse kann einen Sachverhalt sichtbar machen, der bei isolierter Betrachtung einzelner Datenquellen verborgen bleibt.
Beispielsweise kann ein angeblicher Anlageberater behaupten, die Kryptowährung werde auf einem persönlichen Anlagekonto verwahrt. Die tatsächliche Blockchain kann dagegen zeigen, dass die Coins an eine externe Wallet transferiert wurden. Wenn diese Wallet anschließend mit einem bestimmten Kryptodienstleister interagiert und gleichzeitig der Name eines Unternehmens in den Zahlungsunterlagen auftaucht, können diese Informationen gemeinsam ausgewertet werden.
Die Aufgabe besteht dann nicht darin, aus jedem einzelnen Hinweis eine endgültige Schlussfolgerung zu ziehen. Vielmehr wird geprüft, welche Tatsachen sich gegenseitig stützen und welche Fragen noch offen sind.
Auch die Möglichkeit falscher oder manipulierte Angaben sollte berücksichtigt werden. Betrüger können gefälschte Wallet-Namen, erfundene Börsenbezeichnungen oder manipulierte Screenshots verwenden. Eine technische Blockchain Analyse sollte sich deshalb möglichst auf die tatsächlichen On-Chain-Daten stützen und diese mit den vom Anbieter behaupteten Informationen vergleichen.
Ein Screenshot, der eine bestimmte Empfängeradresse zeigt, kann zwar dokumentieren, was dem Geschädigten angezeigt wurde. Erst die Blockchain kann anschließend zeigen, ob eine tatsächliche Transaktion an diese Adresse erfolgte.
Wenn sich herausstellt, dass die behauptete Adresse gar nicht mit der tatsächlichen Transaktion übereinstimmt, kann dies für die Aufarbeitung des Betrugs relevant sein.
Auch bei einer behaupteten Auszahlung kann eine solche Prüfung sinnvoll sein. Ein Anbieter kann beispielsweise erklären, eine Auszahlung sei bereits an eine bestimmte Wallet erfolgt. Wird die angegebene Transaktion untersucht, kann sich herausstellen, dass der Betrag, das Netzwerk, der Zeitpunkt oder die Empfängeradresse nicht mit den Angaben des Betroffenen übereinstimmen.
Die technische Prüfung kann damit helfen, Behauptungen des Anbieters zu verifizieren oder zu widerlegen.
Bei der Identifizierung einer Kryptobörse können wiederum verschiedene Informationen zusammenkommen. Eine Adresse kann aufgrund bekannter technischer Merkmale einem Dienstleister zugeordnet werden. Der weitere Transaktionsverlauf kann diese Vermutung stützen. Zusätzlich können die zeitlichen Abläufe mit dem Betrugsfall übereinstimmen. Erst die Gesamtschau ermöglicht eine belastbare Bewertung.
Auch bei sogenannten VASPs, also Dienstleistern für virtuelle Vermögenswerte, ist eine genaue Betrachtung erforderlich. Der Begriff umfasst unterschiedliche Arten von Anbietern, deren technische und rechtliche Strukturen nicht identisch sein müssen. Für die konkrete Untersuchung ist deshalb relevant, welcher Dienstleister tatsächlich betroffen ist und welche Rolle er im Zahlungsfluss spielt.
Wenn Kryptowährungen beispielsweise von einer verdächtigen Wallet auf einen Dienstleister übertragen werden, kann dieser Vorgang ein wichtiger Anknüpfungspunkt sein. Ob daraus weiterführende Informationen über den Nutzer gewonnen werden können, hängt von den Umständen und den rechtlichen Möglichkeiten ab.
Bei internationalen Dienstleistern können zusätzliche Schwierigkeiten entstehen. Der technische Zahlungsfluss kann zwar unabhängig vom Sitz des Anbieters nachvollzogen werden. Die rechtliche Durchsetzung von Informationsansprüchen kann jedoch durch unterschiedliche Rechtsordnungen und Zuständigkeiten erschwert werden.
Das ist ein weiterer Grund dafür, technische Analyse und rechtliche Bewertung miteinander zu verbinden.
Für Betroffene bedeutet dies, dass sie nicht allein versuchen sollten, aus einer Wallet-Adresse den Namen einer Person abzuleiten. Eine eigenständige Recherche kann erste Hinweise liefern, reicht aber für eine belastbare Zuordnung häufig nicht aus. Entscheidend ist die strukturierte Verbindung der Blockchain-Daten mit den vorhandenen Unterlagen.
Eine professionelle Untersuchung kann beispielsweise zunächst sämtliche bekannten Wallet-Adressen erfassen. Anschließend können deren Transaktionshistorien untersucht und mögliche Verbindungen zwischen den Adressen festgestellt werden. Danach kann geprüft werden, ob bestimmte Adressen bekannten Kryptodienstleistern zugeordnet werden können. Parallel dazu werden die Kommunikations- und Zahlungsunterlagen ausgewertet.
Auf dieser Grundlage kann anschließend beurteilt werden, welche Zuordnungen technisch plausibel sind und welche zusätzlichen Nachweise erforderlich wären.
Dabei sollte immer klar dokumentiert werden, ob es sich um eine gesicherte Tatsache, einen technischen Hinweis oder eine offene Vermutung handelt. Diese Unterscheidung ist besonders wichtig, wenn die Ergebnisse später für rechtliche Schritte verwendet werden sollen.
Ein Beispiel verdeutlicht den Unterschied: Die Feststellung, dass Wallet A am 12. Juni Bitcoin von Wallet B erhalten hat, ist eine technische Tatsache, wenn sie aus der Blockchain eindeutig hervorgeht. Die Feststellung, dass Wallet A zu einer bestimmten Kryptobörse gehört, kann dagegen eine technische Zuordnung sein, die auf bekannten Informationen beruht. Die Aussage, dass eine konkrete Person Wallet A kontrolliert, ist wiederum eine weitergehende Identitätszuordnung, die zusätzliche Belege erfordern kann.
Diese Abstufungen verhindern, dass technische Analyseergebnisse überinterpretiert werden.
Gerade für Geschädigte ist das wichtig, weil die Erwartung „Wallet gefunden, Täter identifiziert“ verständlicherweise naheliegt. In der Praxis können zwischen diesen beiden Punkten mehrere Untersuchungsschritte liegen.
Eine Wallet kann gefunden werden, ohne dass ihr Besitzer bekannt ist. Ein Kryptodienstleister kann identifiziert werden, ohne dass der konkrete Nutzer feststeht. Ein Nutzerkonto kann möglicherweise gefunden werden, ohne dass damit bereits geklärt ist, welche Person den Betrug tatsächlich organisiert hat.
Dennoch kann jeder dieser Schritte einen erheblichen Erkenntnisgewinn darstellen.
Die Blockchain Analyse kann beispielsweise einen Zahlungsfluss rekonstruieren, der zeigt, dass die Kryptowährung nach dem Betrug nicht verschwunden ist, sondern über bestimmte Adressen weitergeleitet wurde. Wenn der Zahlungsfluss schließlich eine Stelle erreicht, an der eine Identifizierung grundsätzlich möglich erscheint, kann dies eine wichtige Grundlage für die weitere rechtliche Prüfung bilden.
Auch die Zuordnung zu einem Unternehmen kann für die Durchsetzung von Ansprüchen relevant sein. Wenn sich technische und sonstige Beweismittel zu einer bestimmten Gesellschaft verdichten, kann geprüft werden, welche rechtlichen Ansprüche bestehen und gegen welche Beteiligten diese gerichtet werden können.
Dabei darf allerdings nicht allein aus einem Firmennamen auf Verantwortlichkeit geschlossen werden. Gerade bei Betrugsfällen werden reale Unternehmensnamen teilweise missbräuchlich verwendet. Deshalb müssen Unternehmensangaben, Kommunikationsdaten, Zahlungswege und Blockchain-Daten sorgfältig miteinander abgeglichen werden.
Die zentrale Frage lautet daher nicht nur, „Wem gehört diese Wallet?“. Präziser ist die Frage, welche Informationen eine Verbindung zwischen dieser Wallet und einem Kryptodienstleister, Unternehmen oder einer Person herstellen können.
Genau diese Verbindung ist das eigentliche Ziel einer Attribution im Rahmen der Blockchain Analyse.
Eine erfolgreiche Zuordnung kann sich aus unterschiedlichen Bausteinen zusammensetzen: der vom Betrüger übermittelten Wallet-Adresse, der konkreten Transaktion des Geschädigten, weiteren Bewegungen auf der Blockchain, einer technischen Verbindung zu anderen Adressen, einem bekannten Kryptodienstleister, vorhandenen Kontodaten, Kommunikationsunterlagen und weiteren finanziellen Belegen.
Keiner dieser Bausteine muss allein ausreichen. Entscheidend ist das Gesamtbild.
Wenn die Kryptowährung dagegen ausschließlich zwischen privaten Wallets bewegt wird und keine zusätzlichen Anknüpfungspunkte vorhanden sind, kann eine Identifizierung erheblich schwieriger sein. Die technische Spur bleibt möglicherweise sehr detailliert, führt aber nicht zu einer verlässlich feststellbaren Person.
Auch in einem solchen Fall kann die Blockchain Analyse sinnvoll sein. Sie kann den Vermögensfluss dokumentieren, mögliche weitere Adressen feststellen und Ansatzpunkte für spätere Untersuchungen sichern. Ob diese Ansatzpunkte tatsächlich zu einer Person oder einem Dienstleister führen, lässt sich erst nach Auswertung des konkreten Sachverhalts beurteilen.
Für die rechtliche Aufarbeitung ist deshalb eine realistische Erwartung entscheidend. Eine Blockchain Analyse kann technische Spuren sichtbar machen und möglicherweise wichtige Verbindungen herstellen. Sie ersetzt jedoch keine vollständige Sachverhaltsaufklärung und garantiert keine Identifizierung oder Rückführung der verlorenen Vermögenswerte.
Gerade bei Betrugsfällen sollte deshalb nicht nur die Frage nach der Wallet im Mittelpunkt stehen. Ebenso wichtig sind die Personen, die Zahlungsanweisungen erteilt haben, die verwendeten Plattformen, die Bankverbindungen, die Kryptodienstleister und die gesamte Kommunikation.
Die stärkste Beweislage entsteht häufig dort, wo diese verschiedenen Ebenen übereinstimmen. Eine Wallet-Adresse allein ist pseudonym. Eine Wallet-Adresse zusammen mit einer Zahlungsaufforderung, einer passenden TXID, einer nachvollziehbaren Folge von Transaktionen und weiteren Identitäts- oder Unternehmensdaten kann dagegen einen wesentlich stärkeren Zusammenhang ergeben.
Eine Blockchain Analyse bei Betrug kann damit mehr leisten als die reine Darstellung von Transaktionen. Sie kann helfen, technische Zahlungsstrukturen aufzudecken, Wallets miteinander in Beziehung zu setzen, Berührungspunkte mit Kryptobörsen zu erkennen und die Blockchain-Spur mit Informationen außerhalb des Netzwerks zu verbinden.
Die entscheidende Grenze bleibt jedoch bestehen: Die Blockchain selbst kennt keine Namen. Eine Person wird nicht dadurch identifiziert, dass ihre Wallet-Adresse gefunden wurde. Erst die Verbindung mit weiteren Daten kann aus einem pseudonymen technischen Identifikator einen belastbaren Anknüpfungspunkt für eine reale Person oder ein Unternehmen machen.
Für Geschädigte bedeutet das, dass jede bekannte Wallet-Adresse, jede TXID und jede Zahlungsanweisung sorgfältig gesichert werden sollte. Zusammen mit Börsenunterlagen, Bankbelegen, Chats, E-Mails, Verträgen und Angaben zu den angeblichen Ansprechpartnern können diese Informationen die Grundlage dafür bilden, den technischen Zahlungsfluss nicht nur zu verfolgen, sondern auch auf mögliche Zuordnungspunkte zu untersuchen.
Ob eine solche Zuordnung letztlich gelingt, hängt von der konkreten Transaktionsstruktur, der verwendeten Blockchain, den vorhandenen Daten, möglichen Kryptodienstleistern und den rechtlich verfügbaren Informationen ab. Genau deshalb sollte eine Wallet nicht isoliert betrachtet werden. Erst die Verbindung von Blockchain Analyse und vollständiger Sachverhaltsaufklärung kann zeigen, welche tatsächlichen Anknüpfungspunkte in einem Betrugsfall vorhanden sind.
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Blockchain Analyse bei Betrug – was tun nach einem Krypto-Betrug?
Wenn Kryptowährungen durch einen Betrug verloren wurden, ist die erste Reaktion häufig von Unsicherheit geprägt. Betroffene wissen nicht, ob die Transaktion noch nachvollzogen werden kann, ob die Kryptowährungen tatsächlich übertragen wurden, ob die angebliche Tradingplattform überhaupt über echte Vermögenswerte verfügte oder ob weitere Zahlungen notwendig sind, um den Verlust möglicherweise zu begrenzen. Gerade in dieser Situation ist es wichtig, nicht unter Zeitdruck weitere finanzielle Entscheidungen zu treffen. Eine Blockchain Analyse kann eine wichtige Grundlage für die Aufarbeitung bilden, sollte aber in einen umfassenderen Prüfungsprozess eingebettet werden.
Zunächst sollte geklärt werden, was tatsächlich passiert ist. Nicht jeder Krypto-Betrug funktioniert technisch auf dieselbe Weise. In einem Fall überträgt der Betroffene Bitcoin oder andere Kryptowährungen selbst an eine vom Betrüger genannte Wallet. In einem anderen Fall erhält der Betrüger möglicherweise Zugriff auf eine bereits vorhandene Wallet und bewegt die dort befindlichen Vermögenswerte ohne Zustimmung des Eigentümers. Bei einer gefälschten Tradingplattform wiederum kann das vermeintliche Guthaben ausschließlich innerhalb eines manipulierten Systems angezeigt werden, ohne dass die behaupteten Kryptowährungen tatsächlich vorhanden sind.
Diese Unterschiede sind für die weitere Untersuchung entscheidend. Deshalb sollte zunächst nicht allein anhand der Angaben des Anbieters beurteilt werden, ob Kryptowährungen verloren wurden. Entscheidend sind die tatsächlichen Transaktionsdaten.
Wer beispielsweise auf einer Plattform einen Kontostand von 50.000 Euro oder den Gegenwert einer bestimmten Menge Bitcoin sieht, kann daraus noch nicht schließen, dass diese Vermögenswerte tatsächlich auf einer Blockchain existieren. Eine gefälschte Plattform kann Kontostände, Gewinne und angebliche Handelspositionen technisch darstellen, ohne dass dahinter reale Transaktionen stehen. Eine Blockchain Analyse kann deshalb zunächst die Frage beantworten, ob die behaupteten Vermögensbewegungen überhaupt stattgefunden haben.
Liegt eine tatsächliche Blockchain-Transaktion vor, sollten die dazugehörigen Daten möglichst vollständig gesichert werden. Dazu gehören insbesondere TXID beziehungsweise Transaktions-Hash, Wallet-Adressen, Kryptowährung, Netzwerk, Betrag sowie Datum und Uhrzeit. Auch die Kommunikation, aus der hervorgeht, warum und auf wessen Anweisung die Transaktion durchgeführt wurde, sollte erhalten bleiben.
Gerade bei einem angeblichen Broker ist dieser Zusammenhang wichtig. Ein Geschädigter kann beispielsweise von einem vermeintlichen Anlageberater aufgefordert worden sein, Bitcoin an eine bestimmte Adresse zu senden. Wenn anschließend eine passende Blockchain-Transaktion gefunden wird, kann der technische Zahlungsfluss mit der Kommunikationshistorie verbunden werden. Das schafft eine wesentlich bessere Grundlage für die weitere Aufarbeitung als ein isolierter Screenshot des Plattformkontos.
Nach einem Krypto-Betrug sollten Betroffene außerdem besonders vorsichtig mit weiteren Zahlungsforderungen sein. Häufig wird einem Geschädigten nach dem ersten Verlust erklärt, die Auszahlung könne erst erfolgen, wenn zusätzliche Kosten beglichen wurden. Begründet werden solche Forderungen beispielsweise mit angeblichen Steuern, Gebühren, Sicherheitsleistungen, Liquiditätsnachweisen, Wallet-Prüfungen oder technischen Freischaltungen.
Eine solche Forderung sollte nicht allein deshalb erfüllt werden, weil der Anbieter einen hohen Kontostand anzeigt oder behauptet, die Auszahlung stehe unmittelbar bevor. Zunächst sollte geprüft werden, ob das behauptete Guthaben überhaupt durch reale Vermögenswerte und nachvollziehbare Transaktionen belegt werden kann.
Besonders problematisch ist eine Situation, in der der Anbieter immer neue Voraussetzungen nennt. Nach einer ersten Zahlung wird beispielsweise eine weitere Gebühr verlangt. Danach soll eine zusätzliche Sicherheitsleistung erfolgen. Anschließend wird erklärt, eine technische Prüfung sei erforderlich, bevor die Auszahlung vorgenommen werden könne. Wenn auf diese Weise immer neue Zahlungen verlangt werden, sollte der gesamte Vorgang kritisch überprüft werden.
Eine Blockchain Analyse kann in solchen Fällen helfen, die technische Grundlage der Behauptungen zu untersuchen. Wenn ein Anbieter behauptet, bestimmte Kryptowährungen würden für den Geschädigten verwahrt, kann geprüft werden, ob entsprechende Transaktionen und Wallet-Bewegungen nachvollziehbar sind. Wenn keine entsprechende Blockchain-Spur existiert, kann dies ein wichtiger Hinweis darauf sein, dass der angezeigte Kontostand nicht mit real vorhandenen Kryptowährungen gleichzusetzen ist.
Das bedeutet nicht automatisch, dass jeder Plattformkontostand gefälscht sein muss. Entscheidend ist der konkrete Sachverhalt. Die technische Prüfung sollte feststellen, welche Daten tatsächlich vorhanden sind.
Auch die eigenen Wallets und Konten sollten nach einem Betrug gesichert werden. Wenn der Betroffene noch Zugriff auf eine eigene Wallet hat, sollten private Schlüssel und Wiederherstellungsdaten geheim gehalten werden. Eine Blockchain Analyse benötigt normalerweise keine Herausgabe einer Seed Phrase oder eines privaten Schlüssels. Wer solche Informationen verlangt, sollte besonders kritisch betrachtet werden.
Die Seed Phrase beziehungsweise Wiederherstellungsphrase ist ein besonders schützenswertes Zugangsmittel. Sie sollte nicht an angebliche Blockchain-Experten, Recovery-Dienstleister oder vermeintliche Supportmitarbeiter weitergegeben werden. Gleiches gilt für private Schlüssel und Passwörter.
Wenn der Verdacht besteht, dass ein Dritter Zugriff auf eine eigene Wallet erlangt hat, sollte die technische Situation gesondert geprüft werden. Dabei kann es wichtig sein, festzustellen, welche Transaktionen ohne Zustimmung ausgeführt wurden und welche Adressen die Vermögenswerte anschließend erhalten haben.
Auch in diesem Fall ist die TXID ein wichtiger Ausgangspunkt. Sie kann zeigen, wann die Vermögenswerte die ursprüngliche Wallet verlassen haben und an welche Adresse sie übertragen wurden. Anschließend kann untersucht werden, ob weitere Bewegungen stattgefunden haben.
Wenn der Betroffene selbst die Zahlung ausgeführt hat, weil er durch den Betrüger getäuscht wurde, ist die Ausgangslage wiederum anders. Dann sollte dokumentiert werden, welche Angaben zu der Zahlung gemacht wurden und welche Person oder Plattform den Transfer veranlasst hat.
In beiden Fällen ist eine genaue Chronologie hilfreich. Sie sollte möglichst den gesamten Ablauf enthalten: erster Kontakt, Registrierung auf der Plattform, erste Einzahlung, Kauf von Kryptowährungen, Wallet-Transfer, weitere Zahlungsaufforderungen, angebliche Gewinne, Auszahlungsgesuch und nachfolgende Forderungen.
Eine solche Chronologie hilft dabei, technische und kommunikative Ereignisse miteinander zu verbinden. Wenn beispielsweise unmittelbar nach einer bestimmten Zahlungsaufforderung ein Transfer an eine konkrete Wallet erfolgt, kann dieser Zusammenhang dokumentiert werden. Wenn anschließend eine zweite Zahlung an eine andere Adresse verlangt wird, sollte auch diese in die Übersicht aufgenommen werden.
Bei größeren Betrugsfällen können mehrere Kryptowährungen betroffen sein. Ein Geschädigter kann beispielsweise zunächst Bitcoin gekauft und später zusätzlich Ether oder einen Token übertragen haben. Jede Kryptowährung sollte getrennt betrachtet werden. Auch das jeweilige Netzwerk muss eindeutig dokumentiert werden.
Das ist besonders wichtig, wenn ein Anbieter unterschiedliche Wallet-Adressen verwendet. Eine Adresse allein reicht nicht aus, um den gesamten Zahlungsfluss zu verstehen. Vielmehr sollten alle bekannten Adressen gesammelt und den jeweiligen Transaktionen zugeordnet werden.
Dabei sollte auch dokumentiert werden, woher die jeweilige Adresse stammt. Eine Adresse kann beispielsweise aus einer Chatnachricht, einer E-Mail, einem Screenshot der Plattform oder direkt aus der eigenen Wallet-Historie stammen. Diese Herkunft sollte erhalten bleiben.
Wenn der Anbieter nach dem Verlust behauptet, die Kryptowährung befinde sich weiterhin auf einer bestimmten Adresse, sollte diese Behauptung technisch überprüft werden. Eine Wallet-Adresse kann zwar auf der Blockchain existieren, daraus folgt aber nicht automatisch, dass sich dort noch die ursprünglich übertragenen Vermögenswerte befinden.
Die Transaktionshistorie kann vielmehr zeigen, ob und wann die Kryptowährung weitergeleitet wurde. Bei einer komplexen Struktur kann es notwendig sein, mehrere Folge-Transaktionen zu untersuchen.
Dabei sollten Betroffene nicht versuchen, selbst aufgrund einzelner Transaktionen endgültige Schlussfolgerungen zu ziehen. Eine Adresse, die einen bestimmten Betrag erhalten hat, kann später weitere Eingänge erhalten und mehrere Ausgänge erzeugen. Ohne technische Einordnung kann leicht der Eindruck entstehen, der ursprüngliche Betrag liege noch vollständig an derselben Stelle, obwohl tatsächlich weitere Bewegungen stattgefunden haben.
Eine professionelle Blockchain Analyse kann dagegen versuchen, den relevanten Vermögensfluss systematisch zu rekonstruieren.
Auch die Frage, ob eine Kryptobörse beteiligt ist, kann nach einem Betrug wichtig werden. Wenn Kryptowährungen von einer verdächtigen Wallet an einen zentralen Dienstleister übertragen wurden, kann dieser Berührungspunkt für die weitere Aufarbeitung interessant sein. Die technische Zuordnung zu einer Börse bedeutet allerdings noch nicht, dass der Name des Kontoinhabers automatisch bekannt ist.
Vielmehr kann eine Kryptobörse eine Schnittstelle zwischen der pseudonymen Blockchain und weiteren Kundendaten darstellen. Welche Informationen vorhanden sind und welche davon rechtlich zugänglich gemacht werden können, muss im Einzelfall geprüft werden.
Deshalb sollte nach einem Krypto-Betrug nicht nur die Wallet des ersten Empfängers betrachtet werden. Auch die weiteren Stationen des Zahlungsflusses können relevant sein. Wenn die Kryptowährung über mehrere Wallets zu einem zentralen Kryptodienstleister gelangt, kann dieser letzte technische Berührungspunkt möglicherweise neue Ermittlungsansätze eröffnen.
Auch eine Bank kann eine wichtige Rolle spielen, wenn der Krypto-Kauf über ein Bankkonto finanziert wurde. Kontoauszüge und Überweisungsbelege können dokumentieren, wann und an welchen Dienstleister Geld gezahlt wurde. Diese Daten können mit Kauf- und Börsenunterlagen sowie anschließend mit der Blockchain-Historie abgeglichen werden.
So kann ein vollständigerer Zahlungsweg entstehen. Beispielsweise kann eine Bankzahlung zu einer Kryptobörse führen, dort ein Kauf von Bitcoin erfolgen und anschließend eine Übertragung an eine vom angeblichen Broker genannte Wallet. Die technische Blockchain-Analyse kann dann an dieser Stelle ansetzen und die weiteren Bewegungen untersuchen.
Die Bankdaten sollten deshalb nicht getrennt von den Krypto-Unterlagen betrachtet werden. Auch wenn die eigentliche Verlusttransaktion auf einer Blockchain stattgefunden hat, kann der vorhergehende Fiat-Zahlungsweg wichtige Informationen enthalten.
Wenn eine Tradingplattform sowohl Banküberweisungen als auch Kryptowährungen verlangt, sollten sämtliche Zahlungswege erfasst werden. Ein Betrug kann mehrere Zahlungsformen miteinander kombinieren. Die Tatsache, dass ein Teil des Geldes in Euro und ein anderer Teil in Kryptowährung übertragen wurde, bedeutet nicht, dass die Vorgänge unabhängig voneinander sind.
Gerade bei angeblichen Investmentplattformen kann zunächst eine normale Einzahlung verlangt werden. Danach wird dem Kunden erklärt, er könne höhere Renditen erzielen, wenn er Kryptowährungen einzahlt. Später wird eine weitere Zahlung verlangt, um das gesamte Guthaben auszuzahlen. Eine solche Abfolge sollte vollständig dokumentiert werden.
Für eine Blockchain Analyse ist insbesondere wichtig, welche der behaupteten Transaktionen tatsächlich stattgefunden haben. Wenn eine Plattform nur interne Kontobewegungen anzeigt, aber keine entsprechenden Blockchain-Transaktionen vorhanden sind, unterscheidet sich die technische Ausgangslage erheblich von einem tatsächlichen Transfer aus einer eigenen Wallet.
Auch bei einer echten Transaktion sollte geprüft werden, ob die Empfängeradresse tatsächlich mit dem behaupteten Unternehmen verbunden ist. Ein Betrüger kann beispielsweise den Namen eines bekannten Brokers verwenden und eine völlig andere Wallet-Adresse für die Zahlung nennen. Die Blockchain kann dann zeigen, wohin die Kryptowährung tatsächlich geflossen ist.
Nach einem Betrug sollten deshalb sämtliche Angaben des Anbieters überprüft und nicht ungeprüft übernommen werden.
Besondere Vorsicht ist bei Personen geboten, die sich nach dem Verlust als angebliche Helfer melden. Ein Geschädigter kann beispielsweise über soziale Netzwerke, E-Mail oder Messenger kontaktiert werden. Die Person behauptet, anhand der Wallet-Adresse die gestohlenen Kryptowährungen bereits gefunden zu haben und könne sie gegen eine Vorauszahlung zurückführen.
Auch hier kann eine Blockchain Analyse helfen, Behauptungen auf ihren technischen Gehalt zu prüfen. Eine konkrete TXID, Wallet-Adresse oder Transaktionskette sollte nachvollziehbar sein. Die bloße Behauptung, man habe „die Coins gefunden“, ist dagegen kein technischer Nachweis.
Recovery-Betrug kann besonders gefährlich sein, weil die Täter bereits wissen, dass die betroffene Person einen finanziellen Verlust erlitten hat. Sie können Informationen aus dem ursprünglichen Betrugsfall verwenden und dadurch den Eindruck erwecken, über besondere Kenntnisse zu verfügen. Deshalb sollten neue Zahlungsforderungen nach einem Krypto-Betrug besonders kritisch geprüft werden.
Wer bereits erhebliche Summen verloren hat, sollte sich nicht durch die Aussicht auf eine schnelle Rückführung zu einer weiteren Zahlung drängen lassen. Eine seriöse Prüfung sollte zunächst feststellen, welche Vermögensbewegungen tatsächlich nachweisbar sind und welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen.
Auch die vorhandene Kommunikation mit dem ursprünglichen Anbieter sollte gesichert werden. Dazu gehören Chats, E-Mails, SMS, Messenger-Nachrichten und gegebenenfalls Telefonnotizen. Besonders wichtig sind Aussagen über angebliche Kontostände, Auszahlungen, Wallet-Adressen und zusätzliche Zahlungsbedingungen.
Wenn der Anbieter beispielsweise erklärt, dass eine bestimmte Zahlung notwendig sei, um eine Wallet zu „entsperren“, sollte genau diese Aussage dokumentiert werden. Auch wenn sie technisch fragwürdig erscheint, kann sie für die Aufarbeitung des Betrugs relevant sein.
Dasselbe gilt für angebliche Steuern oder Gebühren. Ein Anbieter kann behaupten, der Kunde müsse zunächst eine Zahlung leisten, damit eine Auszahlung überhaupt durchgeführt werden könne. Die rechtliche Berechtigung einer solchen Forderung ist unabhängig von der Blockchain zu prüfen. Für die Sachverhaltsaufklärung ist jedoch wichtig, dass die Forderung und ihre Begründung erhalten bleiben.
Bei einem komplexen Fall sollte außerdem geprüft werden, ob der Betroffene noch Zugriff auf seine eigenen Konten besitzt. Wenn eine Kryptobörse betroffen ist, sollte der Zugang abgesichert werden. Wenn der Verdacht besteht, dass Zugangsdaten kompromittiert wurden, sollte die technische Sicherheit des betreffenden Kontos überprüft werden.
Wurde Fernzugriffssoftware installiert, sollte dieser Umstand ebenfalls dokumentiert werden. Der Name der Software, Zeitpunkt der Installation, verwendete Kommunikationsdaten und Anweisungen des angeblichen Supports können wichtige Informationen darstellen. Ein bereits gewährter Fernzugriff kann unabhängig vom eigentlichen Krypto-Betrug ein zusätzliches Sicherheitsrisiko darstellen.
Wenn noch Zugriff auf die eigene Wallet besteht und ein unbefugter Zugriff vermutet wird, sollte nicht unüberlegt gehandelt werden. Insbesondere sollten private Schlüssel und Wiederherstellungsphrasen nicht weitergegeben werden. Die technische Sicherung und gegebenenfalls der Transfer verbliebener Vermögenswerte auf eine sicher kontrollierte Wallet sind von der rechtlichen Aufarbeitung zu unterscheiden und sollten situationsabhängig geprüft werden.
Auch die eigene Beweissicherung sollte möglichst früh erfolgen. Webseiten können offline gehen, Benutzerkonten können gelöscht werden und Chatverläufe können verloren gehen. Die Blockchain-Daten selbst bleiben grundsätzlich nachvollziehbar, aber die Verbindung zwischen einer Transaktion und dem ursprünglichen Betrug kann schwieriger werden, wenn die dazugehörige Kommunikation nicht mehr vorhanden ist.
Deshalb sollte nicht gewartet werden, bis der Anbieter endgültig nicht mehr erreichbar ist. Relevante Unterlagen sollten frühzeitig gesichert werden.
Eine sinnvolle Dokumentation umfasst dabei nicht nur die verloren gegangenen Kryptowährungen. Auch die Vorgeschichte kann relevant sein. Wenn beispielsweise zunächst eine Webseite besucht, anschließend ein Konto eingerichtet und danach über einen angeblichen Berater eine Einzahlung vorgenommen wurde, sollte dieser gesamte Ablauf festgehalten werden.
Besonders hilfreich ist eine chronologische Tabelle oder Übersicht. Darin können Datum, Ereignis, Betrag, Kryptowährung, Wallet-Adresse, TXID und zugehörige Kommunikation eingetragen werden. Bei Bankzahlungen können zusätzlich Kontodaten und Zahlungsempfänger aufgenommen werden.
Eine solche Übersicht erleichtert die spätere Prüfung erheblich. Sie macht sichtbar, welche Transaktionen bereits eindeutig identifiziert sind und bei welchen Vorgängen noch Informationen fehlen.
Auch fehlende Daten sollten ausdrücklich vermerkt werden. Wenn eine TXID nicht bekannt ist, sollte nicht geraten werden. Stattdessen kann festgehalten werden, dass die Transaktionskennung noch fehlt und möglicherweise anhand der Wallet- oder Börsenhistorie rekonstruiert werden muss.
Wenn eine Wallet-Adresse nur teilweise bekannt ist, sollte ebenfalls keine vollständige Adresse erfunden oder aus einer Vermutung ergänzt werden. Gerade bei Kryptowährungen kann eine einzige falsche Zeichenfolge zu einer falschen Transaktion führen.
Eine Blockchain Analyse sollte daher immer auf überprüfbaren Ausgangsdaten beruhen.
Bei einer echten Krypto-Transaktion kann die Analyse anschließend untersuchen, ob die empfangenen Vermögenswerte weiterbewegt wurden. Dabei kann es zu direkten Transfers, Aufteilungen und Zusammenführungen kommen. Die Untersuchung sollte deshalb nicht bei der ersten Empfängeradresse enden.
Wenn beispielsweise 2 BTC an eine Adresse gesendet wurden und diese Adresse anschließend mehrere Transaktionen durchführt, muss geprüft werden, welche Ausgänge mit dem ursprünglichen Vermögensfluss in Verbindung gebracht werden können. Dabei ist die technische Struktur der jeweiligen Blockchain zu berücksichtigen.
Bei Bitcoin kann eine einzelne Transaktion mehrere Eingänge und Ausgänge enthalten. Bei anderen Netzwerken können Smart Contracts und Token-Transfers eine Rolle spielen. Deshalb ist die konkrete technische Analyse des jeweiligen Netzwerks entscheidend.
Auch wenn Kryptowährungen zwischen mehreren Wallets bewegt wurden, bleibt die Blockchain-Spur grundsätzlich bestehen. Die Frage ist vielmehr, wie zuverlässig die einzelnen Bewegungen miteinander verknüpft werden können.
Für die rechtliche Aufarbeitung kann insbesondere interessant sein, ob der Zahlungsfluss an einer Stelle eine Verbindung zu einem zentralen Kryptodienstleister herstellt. Ein solcher Punkt kann möglicherweise weitere Informationen eröffnen. Allerdings ist eine solche Verbindung keine Garantie dafür, dass ein Kontoinhaber identifiziert oder Vermögen wiedererlangt werden kann.
Auch die Frage nach dem aktuellen Bestand der Kryptowährung sollte vorsichtig behandelt werden. Wenn eine Wallet noch einen bestimmten Betrag enthält, bedeutet dies nicht automatisch, dass dieser Betrag vollständig dem Geschädigten zugeordnet werden kann oder rechtlich erreichbar ist. Umgekehrt bedeutet eine Weiterleitung über mehrere Wallets nicht automatisch, dass die Vermögenswerte endgültig verschwunden sind.
Eine Blockchain Analyse liefert zunächst technische Informationen. Die rechtliche Bewertung dieser Informationen erfolgt auf einer anderen Ebene.
Deshalb sollten Betroffene vorsichtig mit Versprechen umgehen, wonach allein durch eine Wallet-Analyse garantiert festgestellt werden könne, wo sich die Kryptowährungen befinden und wie sie zurückgeholt werden können. Eine seriöse Einschätzung muss die konkrete Transaktionsstruktur, die vorhandenen Beweismittel und die tatsächlichen rechtlichen Möglichkeiten berücksichtigen.
Auch eine vollständige technische Nachverfolgung bedeutet nicht automatisch eine erfolgreiche Rückführung. Kryptowährungen können weitergeleitet, mit anderen Vermögenswerten vermischt oder über unterschiedliche Dienstleister bewegt werden. Selbst wenn eine Adresse identifiziert wird, muss anschließend geprüft werden, welche rechtlichen Ansprüche bestehen und welche Maßnahmen überhaupt möglich sind.
Eine fachkundige Prüfung sollte daher mehrere Fragen gleichzeitig betrachten: Was wurde tatsächlich übertragen? Wohin wurde es übertragen? Welche Folgebewegungen sind erkennbar? Gibt es technische Anknüpfungspunkte zu Kryptobörsen oder anderen Dienstleistern? Welche Personen oder Unternehmen treten in der Kommunikation auf? Welche Bank- und Zahlungsdaten existieren? Welche Ansprüche können sich aus dem konkreten Sachverhalt ergeben?
Diese Fragen sind miteinander verbunden.
Bei einem angeblichen Broker kann beispielsweise die Blockchain zeigen, dass Kryptowährungen an eine bestimmte Adresse übertragen wurden. Die Kommunikation kann dokumentieren, dass diese Adresse von einem bestimmten Ansprechpartner genannt wurde. Die Webseite kann zeigen, unter welcher Unternehmensbezeichnung der Anbieter auftrat. Bankunterlagen können weitere Zahlungen belegen. Die Gesamtheit dieser Informationen kann eine wesentlich bessere Grundlage für die rechtliche Bewertung bilden als die Blockchain-Daten allein.
Nach einem Krypto-Betrug sollte deshalb möglichst frühzeitig eine vollständige Beweissicherung erfolgen. Dabei geht es nicht darum, selbst den gesamten Fall technisch zu lösen. Entscheidend ist, die verfügbaren Informationen so zu erhalten, dass eine spätere Untersuchung möglich bleibt.
Dazu gehören insbesondere TXIDs, Wallet-Adressen, Transaktionshistorien, Börsenunterlagen, Kaufbelege, Kontoauszüge, Zahlungsaufforderungen, Chats, E-Mails, Webseiten, Verträge und Angaben zu den angeblichen Ansprechpartnern.
Auch die Reihenfolge der Ereignisse sollte nachvollziehbar sein. Ein sachlich geordneter Ablauf kann später entscheidend sein, um einzelne Transaktionen richtig einzuordnen.
Wer durch einen Fake-Broker oder eine gefälschte Investmentplattform geschädigt wurde, sollte zudem berücksichtigen, dass der Betrug möglicherweise nicht ausschließlich aus einer einzelnen Krypto-Transaktion besteht. Oft entstehen mehrere Zahlungen über einen längeren Zeitraum. Manche Zahlungen erfolgen in Euro, andere in Kryptowährung. Zusätzlich können weitere Kosten verlangt werden.
Der gesamte wirtschaftliche Schaden sollte deshalb erfasst werden.
Auch wenn ein Anbieter nach dem Verlust behauptet, nur noch eine letzte Zahlung sei notwendig, sollte diese Aussage nicht ungeprüft übernommen werden. Gerade die wiederholte Forderung weiterer Beträge kann ein wichtiger Bestandteil des Betrugsgeschehens sein.
Wenn bereits mehrere Zahlungen erfolgt sind, sollten diese vollständig dokumentiert werden. Eine spätere Analyse kann dann unterscheiden, welche Zahlungen tatsächlich auf einer Blockchain stattfanden und welche über Banken oder andere Zahlungswege erfolgten.
Für die Blockchain Analyse ist außerdem relevant, ob der Betroffene Kryptowährungen selbst gekauft oder bereits vorhandene Kryptowährungen übertragen hat. Bei einem Kauf können Börsenunterlagen den Erwerb dokumentieren. Bei einer Übertragung aus einer eigenen Wallet kann die vorherige Wallet-Historie den Ursprung der Vermögenswerte zeigen.
Beide Informationen können für die Rekonstruktion wichtig sein.
Auch die Frage, ob der Betroffene noch über andere Wallets verfügt, sollte berücksichtigt werden. Bei mehreren Wallets kann es notwendig sein, die jeweiligen Transaktionshistorien voneinander zu trennen. Dadurch lässt sich vermeiden, dass eigene frühere Transaktionen mit dem eigentlichen Betrugsfall verwechselt werden.
Eine gute Blockchain Analyse beginnt daher mit einer sauberen Trennung der Daten.
Nach dem Betrug sollten Betroffene außerdem nicht versuchen, verdächtige Wallets selbst zu kontaktieren oder den vermeintlichen Besitzer mit den Analyseergebnissen zu konfrontieren. Eine solche Kontaktaufnahme kann die weitere Kommunikation verändern oder dazu führen, dass wichtige Informationen verloren gehen. Die Frage, wie mit identifizierten Beteiligten oder Dienstleistern kommuniziert werden sollte, sollte anhand der konkreten rechtlichen Strategie beurteilt werden.
Ebenso sollte nicht versucht werden, Kryptowährungen eigenmächtig von fremden Wallets zu bewegen. Die Tatsache, dass eine Wallet-Adresse technisch identifiziert werden kann, bedeutet nicht, dass ein Zugriff auf die dort befindlichen Vermögenswerte zulässig oder technisch möglich wäre.
Eine Blockchain Analyse ist eine Untersuchung, keine Möglichkeit, fremde Wallets zu kontrollieren.
Das ist auch deshalb wichtig, weil unseriöse Anbieter nach einem Betrug manchmal genau den gegenteiligen Eindruck vermitteln. Sie können behaupten, man könne die Kryptowährung einfach „technisch zurückholen“, wenn nur eine Software installiert oder eine bestimmte Gebühr bezahlt werde. Solche Versprechen sollten nicht mit einer tatsächlichen Blockchain Analyse verwechselt werden.
Eine seriöse technische Untersuchung arbeitet mit nachvollziehbaren Transaktionsdaten. Sie kann den Vermögensfluss rekonstruieren, Adressen untersuchen und mögliche Dienstleister erkennen. Sie kann aber keine auf der Blockchain bestätigte Transaktion einfach rückgängig machen.
Ob aus einer nachvollziehbaren Spur später eine tatsächliche Rückführung von Vermögenswerten entstehen kann, hängt von weiteren Voraussetzungen ab. Dazu gehören unter anderem die Erreichbarkeit möglicher Beteiligter, die Identifizierbarkeit von Dienstleistern, die rechtliche Durchsetzbarkeit von Ansprüchen und die Frage, ob Vermögenswerte noch vorhanden und erreichbar sind.
Deshalb sollte die Erwartung an eine Blockchain Analyse realistisch bleiben.
Das bedeutet keineswegs, dass eine Untersuchung sinnlos wäre. Im Gegenteil: Gerade weil Blockchain-Transaktionen dauerhaft dokumentiert werden, können sie einen wichtigen Bestandteil der Beweislage darstellen. Eine Transaktion, die einmal bestätigt wurde, kann nicht einfach aus dem öffentlichen Register gelöscht werden. Auch spätere Bewegungen bleiben grundsätzlich nachvollziehbar.
Der entscheidende Vorteil liegt damit in der Möglichkeit, einen technischen Vermögensfluss nachträglich zu rekonstruieren.
Für Geschädigte ist deshalb vor allem eines wichtig: Nach einem Krypto-Betrug nicht in hektische Folgezahlungen oder unüberlegte Maßnahmen zu geraten. Stattdessen sollten zunächst die tatsächlichen Transaktionen festgestellt, alle relevanten Daten gesichert und die weiteren Zahlungswege dokumentiert werden.
Anschließend kann geprüft werden, welche Wallets beteiligt waren, ob sich Folgebewegungen feststellen lassen, ob Kryptobörsen oder andere Dienstleister im Zahlungsfluss auftauchen und welche zusätzlichen Informationen zur Zuordnung vorhanden sind.
Je vollständiger diese Grundlage ist, desto besser kann eine Blockchain Analyse ihre Funktion erfüllen. Sie kann technische Spuren sichtbar machen und damit einen Teil des Geschehens rekonstruieren, der bei einer rein oberflächlichen Betrachtung möglicherweise verborgen bleibt.
Für die weitere rechtliche Aufarbeitung kommt es anschließend darauf an, diese technischen Erkenntnisse mit den übrigen Beweismitteln zu verbinden. Genau daraus kann sich eine belastbare Grundlage ergeben, um mögliche Verantwortliche, beteiligte Dienstleister und bestehende Ansprüche genauer zu prüfen.
Eine Blockchain Analyse bei Betrug ist deshalb kein isolierter technischer Vorgang. Sie ist ein Baustein der gesamten Aufarbeitung. Nach einem Krypto-Betrug sollte zunächst gesichert werden, was tatsächlich passiert ist, welche Vermögenswerte wirklich übertragen wurden und welche Daten den Zahlungsfluss belegen. Erst danach lässt sich sinnvoll beurteilen, welche weiteren technischen und rechtlichen Schritte im konkreten Fall sinnvoll sind.
Blockchain Analyse bei Betrug – welche Beweise sollten Geschädigte sichern?
Eine Blockchain Analyse bei Betrug kann nur dann zuverlässig ansetzen, wenn die zugrunde liegenden Informationen möglichst vollständig und unverändert vorliegen. Für Geschädigte bedeutet das vor allem: Nicht nur die sichtbare Transaktion sichern, sondern den gesamten Zusammenhang dokumentieren. Eine TXID allein kann den technischen Transfer einer Kryptowährung belegen. Sie erklärt jedoch noch nicht, warum die Zahlung erfolgt ist, wer sie verlangt hat, welche Zusagen gemacht wurden oder wie der weitere Betrugsablauf aussah. Für eine umfassende Aufarbeitung müssen deshalb Blockchain-Daten, finanzielle Unterlagen und Kommunikationsnachweise miteinander verbunden werden.
Gerade nach einem Krypto-Betrug besteht häufig die Gefahr, dass Betroffene zunächst nur die vermeintlich wichtigsten Informationen aufbewahren. Dazu gehört etwa ein Screenshot des verlorenen Guthabens oder die Wallet-Adresse, an die Kryptowährungen gesendet wurden. Solche Informationen können wertvoll sein, reichen aber bei komplexeren Fällen häufig nicht aus. Entscheidend ist, den Sachverhalt so zu dokumentieren, dass später nachvollzogen werden kann, welche Vermögensbewegung tatsächlich stattgefunden hat und wie sie mit den übrigen Ereignissen zusammenhängt.
Am Anfang der Beweissicherung stehen deshalb die technischen Daten der Blockchain. Besonders wichtig ist der Transaktions-Hash beziehungsweise die TXID. Diese Kennung ermöglicht es, eine konkrete Transaktion auf dem jeweiligen Netzwerk eindeutig zu bestimmen. Sie sollte vollständig, unverändert und möglichst zusätzlich als kopierbarer Text gesichert werden.
Ein Screenshot kann ergänzend sinnvoll sein, insbesondere wenn er weitere Angaben zur Transaktion zeigt. Er sollte jedoch nicht die einzige Form der Sicherung sein. Wenn die TXID als Text vorliegt, sollte diese ebenfalls separat dokumentiert werden. Dadurch wird vermieden, dass später Zeichen falsch abgelesen oder übertragen werden.
Neben der TXID sollten die beteiligten Wallet-Adressen festgehalten werden. Dazu gehört insbesondere die Empfängeradresse, an die die Kryptowährung aufgrund einer Zahlungsaufforderung übertragen wurde. Soweit bekannt, sollte auch die eigene Ausgangsadresse dokumentiert werden.
Bei mehreren Transaktionen sollte jede Adresse eindeutig der jeweiligen Zahlung zugeordnet werden. Eine einfache Liste kann bereits helfen, beispielsweise indem zu jeder Transaktion vermerkt wird, wann die Zahlung erfolgte, welche Kryptowährung übertragen wurde, welcher Betrag betroffen war und an welche Adresse die Vermögenswerte gingen.
Auch das verwendete Netzwerk sollte dokumentiert werden. Gerade bei Token kann dieselbe Bezeichnung auf unterschiedlichen Netzwerken vorkommen. Eine Blockchain Analyse benötigt deshalb möglichst genaue Angaben darüber, auf welchem Netzwerk die Transaktion stattgefunden hat.
Der Betrag sollte ebenfalls möglichst exakt festgehalten werden. Eine Angabe wie „ungefähr 20.000 Euro“ kann für die allgemeine Schadensdarstellung ausreichen, für die technische Untersuchung ist jedoch die konkrete Menge der übertragenen Kryptowährung wesentlich aussagekräftiger. Deshalb sollten sowohl der Krypto-Betrag als auch, soweit relevant, der damalige Gegenwert dokumentiert werden.
Datum und Uhrzeit der Transaktion gehören ebenfalls zu den wichtigen Informationen. Sie helfen dabei, die Blockchain-Daten mit anderen Ereignissen abzugleichen. Wenn beispielsweise kurz vor einer Transaktion eine Zahlungsanweisung eingegangen ist, kann die zeitliche Abfolge für die Rekonstruktion des Geschehens relevant sein.
Besonders wichtig ist die Wallet-Historie. Wenn die Kryptowährung aus einer eigenen Wallet übertragen wurde, sollte nach Möglichkeit die relevante Transaktionshistorie gesichert werden. Dadurch lässt sich später nachvollziehen, welche Vermögenswerte vor der fraglichen Transaktion vorhanden waren und wann sie die Wallet verlassen haben.
Bei einer Kryptobörse sollten zusätzlich die dort verfügbaren Ein- und Auszahlungsdaten gesichert werden. Dazu können Transaktionsübersichten, Kaufbelege, Abrechnungen und Informationen über Auszahlungen gehören. Diese Unterlagen können eine Verbindung zwischen dem ursprünglichen Erwerb der Kryptowährung und der späteren Blockchain-Transaktion herstellen.
Ein solcher Zusammenhang kann für die Beweissicherung besonders wertvoll sein. Wenn beispielsweise Euro an eine Kryptobörse überwiesen wurden, dort Bitcoin gekauft und diese anschließend an eine vom angeblichen Broker genannte Adresse übertragen wurden, können Bankbeleg, Börsenunterlagen und Blockchain-Transaktion gemeinsam den Ablauf dokumentieren.
Auch die ursprüngliche Zahlungsaufforderung sollte erhalten bleiben. Wenn ein angeblicher Berater eine Wallet-Adresse per E-Mail oder Messenger übermittelt hat, sollte die entsprechende Nachricht möglichst vollständig gesichert werden. Sie kann zeigen, welche Adresse dem Geschädigten genannt wurde und welche Begründung für die Zahlung angegeben wurde.
Das gilt insbesondere dann, wenn mehrere Wallet-Adressen verwendet wurden. Jede Zahlungsaufforderung sollte der jeweiligen Adresse zugeordnet werden. So kann später nachvollzogen werden, ob beispielsweise dieselbe Adresse mehrfach verwendet wurde oder ob bei jeder weiteren Zahlung eine neue Adresse genannt wurde.
Auch Nachrichten über angebliche Gewinne und Guthaben sollten aufbewahrt werden. Bei gefälschten Tradingplattformen können solche Nachrichten eine wichtige Rolle spielen, weil sie dokumentieren, welche Vermögenswerte dem Betroffenen angeblich angezeigt oder versprochen wurden.
Dabei sollte besonders zwischen einem angezeigten Plattformguthaben und einem tatsächlichen Blockchain-Bestand unterschieden werden. Ein Screenshot eines Kontos kann zeigen, was die Plattform behauptet hat. Er beweist jedoch nicht automatisch, dass die angezeigten Kryptowährungen tatsächlich vorhanden waren.
Wenn eine Auszahlung verweigert wurde, sollten auch die entsprechenden Nachrichten gesichert werden. Dabei kann relevant sein, welche Begründung der Anbieter genannt hat und ob anschließend weitere Zahlungen verlangt wurden.
Besonders wichtig sind Forderungen nach zusätzlichen Beträgen. Dazu können angebliche Steuern, Gebühren, Sicherheitsleistungen, Liquiditätsnachweise, Wallet-Verifizierungen oder Kosten für eine technische Freischaltung gehören. Solche Forderungen sollten vollständig dokumentiert werden, weil sie den Ablauf des Betrugs und die Entwicklung des Schadens nachvollziehbar machen können.
Wenn ein Anbieter zunächst eine Auszahlung verspricht und danach eine neue Zahlung verlangt, sollte nicht nur die letzte Zahlungsaufforderung gespeichert werden. Sinnvoll ist die Sicherung des gesamten Gesprächsverlaufs. Dadurch wird sichtbar, wie sich die Begründung im Laufe der Zeit entwickelt hat.
Auch E-Mails sollten möglichst vollständig erhalten bleiben. Wichtig können Absenderadresse, Empfängeradresse, Betreff, Datum, Uhrzeit, Anhänge und der eigentliche Nachrichteninhalt sein. Ein bloßer Screenshot kann ergänzend hilfreich sein, sollte aber nach Möglichkeit nicht die einzige Sicherung darstellen.
Bei Messenger-Chats sollte der Zusammenhang ebenfalls erhalten bleiben. Einzelne Nachrichten ohne vorherige und nachfolgende Kommunikation können missverständlich sein. Wenn möglich, sollte daher der relevante Gesprächsverlauf vollständig exportiert oder in einer Form gesichert werden, die den zeitlichen Zusammenhang erkennen lässt.
Auch Telefonnummern und E-Mail-Adressen der angeblichen Ansprechpartner sollten dokumentiert werden. Wenn mehrere Personen beteiligt waren, sollte möglichst festgehalten werden, welche Person unter welchem Namen und über welchen Kommunikationskanal aufgetreten ist.
Dabei sollte zwischen dem Namen, den eine Person verwendet hat, und ihrer tatsächlich festgestellten Identität unterschieden werden. Betrüger können erfundene Namen oder die Identität realer Personen missbrauchen. Für die Beweissicherung ist dennoch wichtig, genau zu dokumentieren, unter welcher Identität der Ansprechpartner aufgetreten ist.
Auch Benutzernamen und Profilinformationen können relevant sein. Wenn der Kontakt beispielsweise über einen Messenger, eine Handelsplattform oder ein soziales Netzwerk hergestellt wurde, sollten vorhandene Profilangaben gesichert werden. Auch hier gilt, dass ein Profilname allein keine sichere Identifizierung ermöglicht. Er kann aber einen wichtigen Bestandteil des Gesamtbildes bilden.
Webseiten und Domains sollten ebenfalls dokumentiert werden. Bei einer mutmaßlich gefälschten Tradingplattform kann sich die Internetseite später verändern oder vollständig verschwinden. Screenshots können deshalb den damaligen Zustand dokumentieren.
Besonders relevant sind Unternehmensangaben, Impressum, Kontaktinformationen, angebliche Zulassungen, verwendete Markenbezeichnungen und die Namen von Ansprechpartnern. Diese Angaben sollten nicht ungeprüft als Tatsachen übernommen werden. Für die Beweissicherung ist jedoch wichtig, festzuhalten, was der Anbieter selbst behauptet hat.
Auch die verwendeten Domainnamen und E-Mail-Domains sollten gesichert werden. Wenn beispielsweise die Webseite einen bestimmten Unternehmensnamen verwendet, die E-Mail-Adresse des angeblichen Beraters aber eine davon abweichende Domain nutzt, kann diese Abweichung später relevant werden.
Bei einer Blockchain Analyse kann eine solche Information insbesondere dann interessant sein, wenn die technische Wallet-Struktur nicht zu den Angaben der Plattform passt. Der Abgleich zwischen äußerer Darstellung und tatsächlichem Zahlungsfluss kann wichtige Widersprüche sichtbar machen.
Auch Verträge sollten vollständig aufbewahrt werden. Dazu gehören angebliche Anlageverträge, Tradingvereinbarungen, Kundenvereinbarungen und sonstige Dokumente, die der Anbieter übersendet hat. Gleiches gilt für Rechnungen und Zahlungsaufforderungen.
Wenn ein Dokument nachträglich verändert oder durch eine neue Version ersetzt wurde, sollten nach Möglichkeit auch ältere Fassungen erhalten bleiben. Gerade bei längeren Betrugsfällen können sich Unternehmensangaben, Zahlungsbedingungen oder Namen der Ansprechpartner verändern.
Für die Schadensaufarbeitung sollten außerdem sämtliche finanziellen Zahlungen dokumentiert werden. Dazu gehören Banküberweisungen, Kartenzahlungen, Zahlungen an Kryptobörsen und sonstige relevante Zahlungswege. Auch wenn der Schwerpunkt auf der Blockchain liegt, kann der Fiat-Zahlungsfluss entscheidend sein.
Ein Kontoauszug kann beispielsweise zeigen, wann und an wen Geld überwiesen wurde. Ein Börsenbeleg kann zeigen, wann daraus Kryptowährung erworben wurde. Die Blockchain kann anschließend zeigen, wann diese Kryptowährung an eine bestimmte Adresse übertragen wurde.
Durch diese Verbindung entsteht eine nachvollziehbare Zahlungskette.
Bei mehreren Zahlungen sollte jede einzelne erfasst werden. Es ist nicht ausreichend, lediglich den Gesamtverlust anzugeben. Für die technische und rechtliche Aufarbeitung kann entscheidend sein, welche konkrete Zahlung über welchen Weg erfolgt ist.
Eine strukturierte Übersicht kann beispielsweise Datum, Zahlungsart, Betrag, Kryptowährung, Wallet-Adresse, TXID und den Anlass der Zahlung enthalten. Zusätzlich kann angegeben werden, welche Nachricht oder welches Dokument die Zahlung ausgelöst hat.
Auch Rückzahlungen oder angebliche Auszahlungen sollten dokumentiert werden. Wenn der Anbieter beispielsweise behauptet, einen Teilbetrag zurückgezahlt zu haben, sollte geprüft werden, ob tatsächlich eine entsprechende Transaktion erfolgt ist und über welchen Zahlungsweg.
Bei Kryptowährungen kann eine behauptete Auszahlung anhand der Blockchain überprüft werden. Wenn eine TXID angegeben wird, sollte sie auf ihre tatsächlichen Daten untersucht werden. Stimmen Betrag, Empfängeradresse und Zeitpunkt mit den Angaben überein? Oder wurde eine andere Transaktion genannt?
Eine solche Überprüfung kann besonders bei Plattformen wichtig sein, die mit angeblichen Auszahlungsbestätigungen arbeiten.
Auch Nachrichten über angeblich abgeschlossene Transaktionen sollten gesichert werden. Wenn ein Anbieter erklärt, die Kryptowährung sei bereits ausgezahlt oder übertragen worden, sollte die dazugehörige Kommunikation erhalten bleiben. Später kann geprüft werden, ob diese Behauptung mit den Blockchain-Daten übereinstimmt.
Bei der Beweissicherung sollte außerdem die ursprüngliche Quelle einer Information festgehalten werden. Wenn eine Wallet-Adresse aus einem Chat stammt, sollte dokumentiert werden, dass sie aus diesem Chat übernommen wurde. Wenn sie aus einer Börsenhistorie stammt, sollte diese Quelle ebenfalls festgehalten werden.
Diese Unterscheidung hilft dabei, technische Fakten von Behauptungen zu trennen.
Eine Wallet-Adresse kann beispielsweise sicher als „vom angeblichen Berater mitgeteilte Adresse“ bezeichnet werden. Daraus sollte nicht automatisch die Aussage „Wallet des Betrügers“ gemacht werden, solange die tatsächliche Kontrolle nicht festgestellt wurde.
Ebenso sollte ein Name aus einem Chat zunächst als Name dokumentiert werden, unter dem die Person aufgetreten ist. Ob diese Person tatsächlich so heißt oder für das behauptete Unternehmen arbeitet, ist eine gesonderte Frage.
Für eine spätere rechtliche Bewertung ist diese präzise Dokumentation besonders hilfreich.
Auch die Chronologie des gesamten Geschehens sollte schriftlich festgehalten werden. Dabei können einzelne Ereignisse mit Datum und Uhrzeit versehen werden. Wichtig sind insbesondere Erstkontakt, Registrierung, erste Einzahlung, erste Handelsaktivität, Kontakt mit angeblichen Beratern, Aufforderungen zu weiteren Zahlungen, erste Auszahlungsgesuche und spätere Forderungen.
Bei einem Krypto-Betrug sollten die Blockchain-Transaktionen in diese Chronologie integriert werden. So kann beispielsweise festgehalten werden, dass am Vormittag eine Wallet-Adresse übermittelt wurde und am Nachmittag eine entsprechende Transaktion ausgeführt wurde.
Auch spätere Bewegungen der Kryptowährung können ergänzt werden, sobald sie untersucht wurden.
Eine solche Chronologie verhindert, dass die zeitliche Reihenfolge später aus zahlreichen Einzeldateien rekonstruiert werden muss. Sie kann außerdem helfen, Widersprüche in den Angaben des Anbieters zu erkennen.
Wenn ein angeblicher Broker beispielsweise behauptet, eine bestimmte Einzahlung sei für eine bestimmte Auszahlung verwendet worden, kann anhand der zeitlichen und technischen Daten geprüft werden, ob diese Darstellung überhaupt plausibel ist.
Auch Telefonate können relevant sein. Wenn ein Gespräch stattgefunden hat, sollte möglichst unmittelbar danach dokumentiert werden, wann es stattfand, wer angerufen hat, welche Aussagen gemacht wurden und welche Zahlungsanweisung möglicherweise erteilt wurde. Eine sachliche Gesprächsnotiz kann später helfen, den Ablauf zu rekonstruieren.
Dabei sollte klar zwischen einer eigenen Erinnerung und einem objektiv gesicherten Dokument unterschieden werden. Eine Gesprächsnotiz dokumentiert die Wahrnehmung des Betroffenen. Sie ist nicht dasselbe wie eine technische Transaktionsaufzeichnung. Beide Informationsarten können jedoch zusammen betrachtet werden.
Bei besonders komplexen Fällen kann eine Ereignisliste mit mehreren Ebenen sinnvoll sein. Eine Ebene enthält die finanziellen Vorgänge, eine zweite die Blockchain-Transaktionen und eine dritte die Kommunikation. Dadurch kann nachvollzogen werden, welche Ereignisse miteinander zusammenhängen.
Beispielsweise kann eine Zahlungsaufforderung einer bestimmten Person zu einer Bankzahlung führen. Anschließend erfolgt der Kauf von Kryptowährung. Danach wird diese Kryptowährung an eine bestimmte Wallet gesendet. Später erfolgt eine Weiterleitung an eine weitere Adresse. Eine solche Kette kann wesentlich aussagekräftiger sein als die isolierte Betrachtung des einzelnen Transfers.
Auch die Folgebewegungen nach dem ursprünglichen Verlust sollten möglichst gesichert werden. Wenn eine Empfängeradresse die Kryptowährung weiterleitet, sollten relevante TXIDs und Zieladressen dokumentiert werden. Bei einer Aufteilung auf mehrere Wallets sollten die einzelnen Zweige der Transaktionsstruktur erfasst werden.
Dabei sollte nicht eigenständig behauptet werden, dass jeder spätere Betrag noch vollständig aus dem ursprünglichen Verlust stammt. Die technische Zuordnung kann bei komplexen Transaktionen schwierig sein und sollte entsprechend fachlich bewertet werden.
Für eine spätere Analyse ist es dennoch hilfreich, alle bekannten Folgebewegungen festzuhalten.
Bei Bitcoin können Transaktionen mehrere Eingänge und Ausgänge enthalten. Deshalb sollte nicht nur der sichtbare Gesamtbetrag betrachtet werden. Auch die konkrete Transaktionsstruktur kann relevant sein. Bei anderen Blockchains können Token-Transfers oder Smart-Contract-Interaktionen zusätzliche technische Informationen enthalten.
Die Beweissicherung sollte daher möglichst die vollständigen technischen Daten erhalten, nicht nur vereinfachte Darstellungen einer Wallet-App.
Auch bei einer Kryptobörse sollten die Originaldaten möglichst erhalten bleiben. Wenn eine Börse Transaktionsberichte oder Kontoauszüge zum Download anbietet, sollten diese gespeichert werden. Zusätzlich können Screenshots der Benutzeroberfläche sinnvoll sein, insbesondere wenn bestimmte Informationen später nicht mehr abrufbar sind.
Wenn ein Konto nach einem Betrug gesperrt oder geschlossen wird, können diese Unterlagen besonders wichtig werden.
Auch Benachrichtigungen über Ein- und Auszahlungen sollten aufbewahrt werden. Eine E-Mail, die eine Einzahlung bestätigt, kann später mit den Börsendaten und der Blockchain-Transaktion abgeglichen werden.
Bei einer Wallet-App können ebenfalls Exportfunktionen oder Transaktionsübersichten vorhanden sein. Auch diese Daten sollten gesichert werden, soweit sie für den Fall relevant sind.
Wichtig ist dabei, keine privaten Schlüssel oder Wiederherstellungsphrasen als Teil der Beweissicherung weiterzugeben. Für die Dokumentation einer Blockchain-Transaktion genügt grundsätzlich die öffentliche Transaktionsinformation. Private Zugangsdaten müssen geheim bleiben.
Wenn ein angeblicher Analyst oder Recovery-Dienstleister behauptet, er benötige die Seed Phrase, um die Blockchain zu untersuchen, sollte dies besonders kritisch bewertet werden. Eine öffentliche Wallet-Adresse und eine TXID können für die Nachverfolgung einer Transaktion relevant sein. Die private Wiederherstellungsphrase ist dagegen ein Zugangsmittel zur Wallet und sollte nicht an Dritte übermittelt werden.
Dasselbe gilt für Passwörter zu Kryptobörsen. Für eine rechtliche oder technische Prüfung sollten Zugangsdaten nicht unnötig weitergegeben werden.
Wenn ein Dritter bereits Zugriff auf einen Computer oder ein Smartphone hatte, sollte auch dieser Umstand dokumentiert werden. Wurde Fernzugriffssoftware installiert? Wann geschah dies? Wer forderte die Installation? Welche Handlungen wurden anschließend durchgeführt?
Diese Informationen können relevant sein, wenn der Verdacht besteht, dass ein Konto oder eine Wallet nicht nur durch Täuschung, sondern auch durch einen unbefugten technischen Zugriff betroffen war.
Auch Screenshots von Warnmeldungen, Login-Benachrichtigungen oder ungewöhnlichen Kontobewegungen sollten erhalten bleiben. Sie können die zeitliche Entwicklung eines Sicherheitsvorfalls dokumentieren.
Bei der Beweissicherung sollte außerdem darauf geachtet werden, dass Originaldateien nicht versehentlich überschrieben werden. Sinnvoll kann eine geordnete Ablage mit separaten Ordnern für Blockchain-Daten, Bankunterlagen, Börsenunterlagen, Kommunikation, Webseiten und Verträge sein.
Dateinamen können so gewählt werden, dass Datum und Inhalt erkennbar sind. Beispielsweise kann eine Datei nach dem Schema „2026-05-14_TXID_Bitcoin_Zahlung“ bezeichnet werden. Wichtig ist weniger das konkrete Schema als eine nachvollziehbare und konsistente Ordnung.
Auch die Quelle jeder Datei sollte möglichst nachvollziehbar bleiben. Ein Screenshot aus einer Plattform sollte beispielsweise nicht mit einer selbst erstellten Analyse verwechselt werden.
Bei umfangreichen Fällen kann es sinnvoll sein, eine separate Liste aller Beweismittel zu führen. Dort kann vermerkt werden, welche Dokumente vorhanden sind und welche Informationen sie enthalten.
Für die Blockchain Analyse selbst sollten insbesondere folgende Daten vollständig erfasst werden: alle bekannten Wallet-Adressen, alle bekannten TXIDs, die jeweilige Kryptowährung, das Netzwerk, die übertragenen Beträge, Datum und Uhrzeit sowie relevante Folge-Transaktionen.
Zusätzlich sollten die technischen Informationen mit den wirtschaftlichen Daten verbunden werden. Dazu gehören Kaufbelege, Börsenabrechnungen und Bankunterlagen.
Die Kommunikation liefert wiederum den Kontext. Sie kann zeigen, wer eine Zahlung verlangt hat, welche Adresse genannt wurde und welche Begründung dafür angegeben wurde.
Gerade die Kombination dieser Beweismittel kann entscheidend sein.
Eine einzelne TXID zeigt eine Transaktion. Ein Chat kann zeigen, dass diese Transaktion aufgrund einer bestimmten Zahlungsaufforderung erfolgte. Ein Börsenbeleg kann zeigen, woher die Kryptowährung stammte. Ein Kontoauszug kann den vorherigen Zahlungsweg dokumentieren. Zusammen können diese Unterlagen eine wesentlich umfassendere Rekonstruktion ermöglichen.
Auch angebliche Vertrauenssignale sollten gesichert werden. Dazu gehören beispielsweise Zertifikate, Unternehmenslogos, angebliche Lizenzen, Bewertungen oder vermeintliche Auszeichnungen, mit denen ein Anbieter Vertrauen schaffen wollte. Solche Angaben beweisen keine Seriosität. Sie können aber Bestandteil des Täuschungsgeschehens sein.
Ebenso sollten Nachrichten gesichert werden, in denen angebliche Mitarbeiter ihre Qualifikation oder Unternehmenszugehörigkeit darstellen.
Wenn ein Betrüger sich als Mitarbeiter einer bekannten Firma ausgibt, sollte dokumentiert werden, welche Firma genannt wurde und unter welcher E-Mail-Adresse oder Telefonnummer der Kontakt erfolgte. Eine spätere Prüfung kann dann zwischen dem tatsächlich verwendeten Namen und einer möglicherweise missbräuchlich verwendeten Unternehmensidentität unterscheiden.
Auch Screenshots von Nutzerkonten können relevant sein, wenn sie angebliche Gewinne oder Kontostände zeigen. Sie sollten zusammen mit dem Datum der Aufnahme aufbewahrt werden. Wenn möglich, sollte außerdem dokumentiert werden, wie der Zugang zu der Plattform erfolgte und unter welcher Internetadresse die Anzeige erreichbar war.
Bei Webseiten kann es sinnvoll sein, mehrere Ansichten zu sichern. Dazu gehören Startseite, Loginbereich, Kontoübersicht, Auszahlungsseite, Impressum und Kontaktinformationen. Welche Seiten relevant sind, hängt vom konkreten Fall ab.
Besonders wichtig können Seiten sein, auf denen die Auszahlung erklärt wird. Wenn dort Bedingungen für eine Auszahlung genannt werden, sollte der damalige Inhalt möglichst vollständig dokumentiert werden.
Auch Änderungen der Webseite können relevant sein. Wenn der Anbieter nach einer Beschwerde plötzlich andere Angaben macht oder eine zuvor vorhandene Zahlungsbedingung verändert, sollte dies soweit möglich dokumentiert werden.
Die Beweissicherung endet daher nicht mit dem ersten Blockchain-Transfer. Auch spätere Kommunikation und Veränderungen der Plattform können für die Aufarbeitung wichtig sein.
Bei einem länger andauernden Betrug sollten Betroffene außerdem alle weiteren Zahlungsforderungen erfassen. Wenn nach dem ursprünglichen Verlust neue Personen Kontakt aufnehmen und eine angebliche Wiederherstellung der Kryptowährungen anbieten, sollten auch diese Vorgänge dokumentiert werden.
Das gilt insbesondere dann, wenn der neue Ansprechpartner bereits konkrete Angaben über die verlorenen Kryptowährungen macht. Seine Nachrichten können später relevant sein, um zu beurteilen, welche Informationen tatsächlich bekannt waren und welche Behauptungen aufgestellt wurden.
Auch hier gilt: Keine weiteren Zahlungen allein aufgrund einer angeblichen Erfolgsgarantie leisten. Eine Blockchain Analyse sollte auf überprüfbaren technischen Daten beruhen und nicht auf bloßen Versprechen.
Für die spätere rechtliche Prüfung ist außerdem wichtig, den Gesamtschaden vollständig zu erfassen. Dazu gehören nicht nur die ursprünglich verlorenen Kryptowährungen, sondern auch weitere Zahlungen, die im Zusammenhang mit dem Betrug geleistet wurden. Dabei sollte jeder Betrag mit dem jeweiligen Zahlungsweg dokumentiert werden.
Wenn beispielsweise ein Teil des Schadens durch Bankzahlungen und ein anderer Teil durch Kryptowährungen entstanden ist, sollten beide Bereiche zusammengeführt werden. Die technische Blockchain Analyse kann dann für den Krypto-Anteil eine detaillierte Rekonstruktion liefern, während die Bankunterlagen den übrigen Zahlungsweg dokumentieren.
Auch mögliche Wechselkurse und Bewertungen können für die Schadensberechnung relevant werden. Für die technische Analyse sollte jedoch zunächst die tatsächlich übertragene Kryptowährungsmenge im Vordergrund stehen. Die rechtliche Bewertung des wirtschaftlichen Schadens ist davon zu unterscheiden.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Sicherung von Transaktionsnachweisen aus der Zeit unmittelbar vor dem Betrug. Wenn beispielsweise Kryptowährungen bereits länger in einer eigenen Wallet lagen, kann die vorherige Historie helfen, den ursprünglichen Bestand zu dokumentieren.
Dadurch kann später besser nachvollzogen werden, welche Vermögenswerte tatsächlich aus dem eigenen Bestand stammten und wann sie übertragen wurden.
Bei mehreren Wallets sollte jede Wallet getrennt dokumentiert werden. Auch wenn sie derselben Person gehören, sollte klar erkennbar bleiben, welche Transaktion aus welcher Wallet erfolgte.
Diese Trennung kann insbesondere dann wichtig werden, wenn eine Wallet vor dem Betrug mehrere Transaktionen durchgeführt hat. Ohne genaue Dokumentation besteht sonst die Gefahr, dass ältere und aktuelle Bewegungen miteinander verwechselt werden.
Für eine spätere Blockchain Analyse ist außerdem wichtig, keine Transaktionsdaten aufgrund von Vermutungen zu ergänzen. Wenn eine TXID fehlt, sollte sie als fehlend gekennzeichnet werden. Wenn eine Wallet-Adresse nur teilweise bekannt ist, sollte dies ebenfalls offen dokumentiert werden.
Fehlende Daten können gegebenenfalls anhand anderer Unterlagen rekonstruiert werden. Beispielsweise kann eine Kryptobörse eine Transaktionskennung enthalten, die im ursprünglichen Chat nicht genannt wurde. Oder die Wallet-Historie kann eine Transaktion anhand von Betrag und Zeitpunkt identifizierbar machen.
Die Beweissicherung sollte deshalb auch solche indirekten Informationsquellen berücksichtigen.
Am Ende sollte eine möglichst vollständige Fallakte entstehen, aus der sich der Ablauf nachvollziehen lässt. Sie sollte die technischen Blockchain-Daten ebenso enthalten wie die finanziellen und kommunikativen Belege.
Ein sinnvoller Kernbestand besteht aus den bekannten Wallet-Adressen, TXIDs, Transaktionshistorien, Börsenunterlagen, Kauf- und Einzahlungsnachweisen, Kontoauszügen, Zahlungsaufforderungen, E-Mails, Chats, Telefonnummern, Webseiten, Verträgen und Angaben zu den angeblichen Ansprechpartnern.
Ergänzend sollte eine chronologische Übersicht erstellt werden. Sie kann als verbindendes Element zwischen den verschiedenen Beweismitteln dienen.
Wenn beispielsweise am 1. Juni eine bestimmte Person per Chat eine Wallet-Adresse übermittelt, am 2. Juni Bitcoin gekauft und am 3. Juni an diese Adresse übertragen wurden, sollte dieser Ablauf mit den entsprechenden Belegen dokumentiert werden. Wenn am 4. Juni eine weitere Zahlung verlangt wurde, gehört auch diese Information in die Chronologie.
Auf diese Weise lässt sich später nachvollziehen, wie sich der Sachverhalt entwickelt hat.
Die Blockchain Daten bilden dabei den technischen Teil der Beweislage. Sie zeigen tatsächliche Transaktionen und deren weitere Bewegungen. Die Kommunikationsunterlagen erklären den Kontext. Die finanziellen Unterlagen dokumentieren den wirtschaftlichen Schaden und die Herkunft der übertragenen Mittel.
Eine umfassende Blockchain Analyse bei Betrug kann diese Informationen zusammenführen und prüfen, ob sich aus ihnen ein konsistenter Zahlungsfluss ergibt.
Dabei sollte immer zwischen gesicherten Tatsachen und Annahmen unterschieden werden. Eine Blockchain-Transaktion kann technisch eindeutig feststehen. Die Identität des Wallet-Inhabers kann dagegen noch ungeklärt sein. Eine vom angeblichen Broker genannte Adresse kann sicher dokumentiert sein, ohne dass bereits feststeht, wer sie tatsächlich kontrolliert.
Diese Präzision ist für eine spätere rechtliche Bewertung besonders wichtig.
Geschädigte sollten deshalb nicht versuchen, durch eigene Beschriftungen oder Vermutungen aus einem technischen Hinweis einen endgültigen Beweis zu machen. Besser ist es, die ursprünglichen Daten unverändert zu erhalten und zusätzliche Erläuterungen getrennt zu dokumentieren.
Eine sorgfältige Beweissicherung erleichtert nicht nur die technische Untersuchung. Sie kann auch dabei helfen, den wirtschaftlichen Schaden zu bestimmen, Zahlungsströme miteinander zu verbinden und mögliche Ansprechpartner oder Dienstleister genauer zu prüfen.
Besonders bei größeren Verlusten kann die Menge der Informationen schnell unübersichtlich werden. Gerade dann zahlt sich eine strukturierte Dokumentation aus. Jede Transaktion sollte eindeutig zugeordnet werden können. Jede Wallet-Adresse sollte eine nachvollziehbare Herkunft haben. Jede Zahlungsaufforderung sollte dem entsprechenden Ereignis zugeordnet werden.
Dadurch kann eine spätere Untersuchung deutlich zielgerichteter erfolgen.
Wichtig ist außerdem, dass Betroffene die vorhandenen Beweismittel nicht nur auf dem Gerät aufbewahren, auf dem sie ursprünglich entstanden sind. Wenn ein Smartphone verloren geht, ein E-Mail-Konto nicht mehr erreichbar ist oder eine Plattform den Zugang sperrt, können Daten verloren gehen. Deshalb sollte eine sichere zusätzliche Speicherung wichtiger Unterlagen erwogen werden.
Dabei müssen selbstverständlich auch sensible Zugangsdaten geschützt bleiben. Eine Sicherung von Beweismitteln bedeutet nicht, dass Passwörter oder private Schlüssel gemeinsam mit den übrigen Unterlagen weitergegeben werden sollten.
Auch bei einer anwaltlichen Prüfung sollte zunächst nur das notwendige Material bereitgestellt werden. Private Schlüssel, Seed Phrases und Passwörter sind keine gewöhnlichen Beweisdokumente und sollten nicht ungeschützt in einer Fallakte oder per E-Mail weitergegeben werden.
Für die technische Analyse reichen häufig öffentliche Daten wie Wallet-Adressen und Transaktionskennungen aus.
Wenn ein Fall später genauer untersucht wird, kann anhand der gesicherten TXIDs zunächst geprüft werden, ob die behaupteten Transfers tatsächlich stattgefunden haben. Anschließend können die beteiligten Wallets und Folgebewegungen analysiert werden. Danach kann der technische Zahlungsfluss mit den Bank- und Kommunikationsdaten abgeglichen werden.
Dadurch lässt sich feststellen, welche Teile des Geschehens bereits eindeutig dokumentiert sind und an welchen Stellen noch Informationslücken bestehen.
Gerade diese Informationslücken sollten nicht verschwiegen werden. Wenn beispielsweise nicht bekannt ist, welche Wallet-Adresse für eine bestimmte Zahlung verwendet wurde, sollte dies offen festgehalten werden. Möglicherweise lässt sich die Information später über eine Börsenhistorie oder einen Chat rekonstruieren.
Auch wenn eine bestimmte Transaktion nicht mehr eindeutig einem einzelnen Geschädigten zugeordnet werden kann, sollte diese Unsicherheit dokumentiert werden. Eine seriöse Analyse muss mit Unsicherheiten umgehen können.
Das Ziel der Beweissicherung besteht deshalb nicht darin, bereits im ersten Schritt eine fertige Täterzuordnung zu produzieren. Ziel ist vielmehr, alle Informationen zu erhalten, die eine spätere technische und rechtliche Untersuchung ermöglichen.
Eine gute Dokumentation kann aus einer scheinbar unübersichtlichen Sammlung von Nachrichten, Zahlungsbelegen und Wallet-Daten eine nachvollziehbare Fallstruktur machen.
Die Blockchain spielt dabei eine besondere Rolle, weil ihre Transaktionsdaten grundsätzlich dauerhaft nachvollziehbar bleiben. Der Kontext außerhalb der Blockchain ist dagegen wesentlich gefährdeter. Webseiten verschwinden, Chats werden gelöscht, E-Mail-Konten können gesperrt werden und angebliche Ansprechpartner können ihre Kontaktdaten ändern.
Deshalb sollte die Beweissicherung möglichst früh erfolgen.
Wer Opfer eines Krypto-Betrugs geworden ist, sollte insbesondere die tatsächlichen Transaktionen sichern, alle bekannten Wallet-Adressen und TXIDs dokumentieren, Börsen- und Bankunterlagen aufbewahren und die gesamte Kommunikation mit den angeblichen Beteiligten sichern.
Ebenso wichtig ist die Dokumentation der weiteren Entwicklung: verweigerte Auszahlungen, neue Zahlungsforderungen, angebliche Gebühren, technische Freischaltungen und spätere Kontaktaufnahmen durch vermeintliche Helfer gehören ebenfalls in die Fallakte.
So entsteht eine Grundlage, auf der eine Blockchain Analyse nicht nur eine einzelne Transaktion betrachtet, sondern den gesamten Vermögensfluss und seinen Zusammenhang mit dem Betrug untersuchen kann.
Die technische Spur allein beantwortet nicht jede Frage. Sie kann jedoch zusammen mit den übrigen Beweismitteln zeigen, welche Vermögenswerte tatsächlich übertragen wurden, welche Wallets beteiligt waren, wie sich die Kryptowährungen weiterbewegten und an welchen Stellen möglicherweise Verbindungen zu Kryptodienstleistern oder anderen Beteiligten bestehen.
Für Geschädigte ist deshalb die wichtigste Regel bei der Beweissicherung: Nichts vorschnell löschen, verändern oder als unwichtig einstufen. Auch scheinbar nebensächliche Informationen können später helfen, eine Transaktion zeitlich oder personell einzuordnen.
Gleichzeitig sollten keine privaten Zugangsdaten herausgegeben und keine eigenen Vermutungen mit technischen Tatsachen verwechselt werden. Die Aufgabe der Beweissicherung besteht zunächst darin, die vorhandenen Informationen zuverlässig zu erhalten.
Je vollständiger diese Grundlage ist, desto besser kann eine Blockchain Analyse bei Betrug den tatsächlichen Zahlungsfluss rekonstruieren und mit den übrigen Umständen des Falls verbinden. Erst auf dieser Basis lässt sich sinnvoll beurteilen, welche Wallets weiter untersucht werden sollten, ob sich Berührungspunkte mit Kryptobörsen ergeben und welche weiteren technischen oder rechtlichen Prüfungen im konkreten Fall sinnvoll sein können.
Blockchain Analyse bei Betrug – können verlorene Kryptowährungen zurückgeholt werden?
Die Frage, ob verlorene Kryptowährungen nach einem Betrug zurückgeholt werden können, gehört zu den wichtigsten Anliegen von Geschädigten. Wer Bitcoin, Ether oder andere Kryptowährungen an einen mutmaßlichen Betrüger übertragen hat, möchte verständlicherweise wissen, ob die Transaktion rückgängig gemacht werden kann und ob eine Blockchain Analyse dabei helfen kann, das verlorene Vermögen wiederzuerlangen. Die Antwort hängt jedoch von den konkreten Umständen ab. Eine Blockchain Analyse kann Transaktionen nachvollziehbar machen und wichtige Hinweise auf den weiteren Verbleib der Kryptowährungen liefern. Sie bewirkt aber nicht automatisch eine Rückbuchung und garantiert auch nicht, dass die Vermögenswerte wieder verfügbar gemacht werden können.
Gerade dieser Unterschied zwischen Nachverfolgung und tatsächlicher Rückerlangung ist entscheidend. Die technische Analyse kann zeigen, wohin Kryptowährungen nach einem Betrug übertragen wurden und welche weiteren Bewegungen stattgefunden haben. Daraus kann sich eine wertvolle Grundlage für weitere Maßnahmen ergeben. Ob am Ende tatsächlich eine wirtschaftliche Rückgewinnung möglich ist, ist davon zu unterscheiden.
Bei einer bestätigten Blockchain-Transaktion gibt es grundsätzlich keine gewöhnliche Möglichkeit, den Vorgang einfach wie eine klassische Zahlungsbuchung rückgängig zu machen. Wenn Kryptowährungen an eine fremde Wallet übertragen wurden und die Transaktion vom Netzwerk bestätigt worden ist, bleibt die Transaktion Bestandteil der Blockchain. Eine Blockchain Analyse kann den Eintrag untersuchen, aber sie kann die Blockchain nicht nachträglich so verändern, dass die ursprüngliche Übertragung nie stattgefunden hätte.
Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Analyse nutzlos wäre. Im Gegenteil: Gerade weil eine Transaktion nicht einfach technisch rückgängig gemacht werden kann, gewinnt die Frage an Bedeutung, was anschließend mit den übertragenen Vermögenswerten passiert ist.
Wurde die Kryptowährung beispielsweise zunächst an eine einzelne Wallet übertragen und von dort später an eine Kryptobörse weitergeleitet, kann dieser weitere Verlauf für die Aufarbeitung besonders relevant sein. Eine Blockchain Analyse kann den Zahlungsfluss über mehrere Transaktionen hinweg nachvollziehen und mögliche Berührungspunkte mit Dienstleistern sichtbar machen.
Dabei ist zunächst zu klären, ob der behauptete Verlust tatsächlich auf einer Blockchain stattgefunden hat. Bei gefälschten Tradingplattformen wird Geschädigten häufig ein Kontostand angezeigt, der scheinbar erhebliche Gewinne ausweist. Das bedeutet nicht automatisch, dass die entsprechenden Kryptowährungen tatsächlich existieren oder auf einer Wallet des Betroffenen liegen.
Deshalb muss zwischen einem echten Blockchain-Transfer und einer lediglich auf einer Plattform angezeigten Zahl unterschieden werden.
Wenn tatsächlich Kryptowährungen aus einer eigenen Wallet an eine fremde Adresse übertragen wurden, liegt dagegen eine technische Transaktion vor, die untersucht werden kann. Dafür sind insbesondere Wallet-Adresse, TXID, Netzwerk, Betrag und Zeitpunkt wichtig. Anhand dieser Informationen lässt sich zunächst feststellen, welche Transaktion stattgefunden hat.
Anschließend kann die Analyse den weiteren Weg der übertragenen Vermögenswerte untersuchen. Die Kryptowährung kann beispielsweise auf derselben Adresse verbleiben, auf mehrere Wallets aufgeteilt werden oder mit anderen Beträgen zusammengeführt werden. Sie kann später an eine zentrale Kryptobörse, einen Zahlungsdienst oder einen anderen Kryptodienstleister weitergeleitet werden.
Jede dieser Entwicklungen kann für die weitere rechtliche und wirtschaftliche Bewertung relevant sein.
Besonders interessant kann ein Berührungspunkt mit einem zentralen Kryptodienstleister sein. Wenn Kryptowährungen letztlich bei einer Plattform landen, die Kundenkonten führt und bestimmte Identifizierungsinformationen erhebt, kann sich unter Umständen eine zusätzliche Ermittlungs- oder Anspruchsperspektive ergeben. Die Blockchain selbst nennt allerdings nicht automatisch den Namen des Kontoinhabers.
Die technische Feststellung „Diese Wallet hat an jene Adresse überwiesen“ ist etwas anderes als die rechtliche Feststellung, wer die Wallet kontrolliert. Für eine belastbare Zuordnung können deshalb zusätzliche Informationen erforderlich sein.
Eine Blockchain Analyse kann insbesondere dann wertvoll sein, wenn sie nicht isoliert durchgeführt wird. Die technische Transaktionsspur sollte mit den Informationen aus dem Betrugsfall verbunden werden. Dazu gehören Bankunterlagen, Kryptobörsen-Daten, E-Mails, Chats, Zahlungsaufforderungen und Angaben zu den Personen oder Unternehmen, die gegenüber dem Geschädigten aufgetreten sind.
So kann beispielsweise festgestellt werden, dass ein angeblicher Anlageberater eine bestimmte Wallet-Adresse genannt hat. Kurz danach erfolgt eine Übertragung von Kryptowährungen an diese Adresse. Anschließend wird der Betrag an eine weitere Adresse weitergeleitet und später teilweise bei einem Kryptodienstleister sichtbar.
Die Blockchain Analyse liefert in diesem Beispiel die technische Ebene. Die Kommunikation dokumentiert den Zusammenhang zwischen dem Berater und der ersten Zahlung. Weitere Unterlagen können helfen, den wirtschaftlichen und organisatorischen Zusammenhang zu untersuchen.
Ob daraus tatsächlich Ansprüche gegen bestimmte Personen oder Unternehmen entstehen, muss gesondert rechtlich geprüft werden.
Für die Frage nach einer möglichen Rückgewinnung ist außerdem entscheidend, ob die Vermögenswerte noch vorhanden oder bereits weiter verteilt worden sind. Kryptowährungen können über zahlreiche Wallets bewegt werden. Sie können in kleinere Beträge aufgeteilt, mit anderen Vermögenswerten vermischt oder über verschiedene Dienstleister weitergeleitet werden.
Je komplexer der Zahlungsfluss wird, desto schwieriger kann eine spätere Zuordnung werden. Das bedeutet nicht, dass jede weitere Transaktion eine Rückgewinnung unmöglich macht. Es zeigt aber, warum eine realistische Bewertung des Einzelfalls notwendig ist.
Auch der zeitliche Faktor kann eine Rolle spielen. Eine frühzeitige Sicherung der technischen Daten ermöglicht es, die Transaktionshistorie möglichst vollständig zu dokumentieren. Wenn die Kryptowährungen anschließend weiterbewegt werden, kann auch diese Entwicklung in die Analyse einbezogen werden.
Deshalb sollten Geschädigte nicht darauf warten, dass eine Plattform oder ein angeblicher Berater irgendwann freiwillig auszahlt. Wenn der Verdacht eines Betrugs besteht, sollte zunächst geklärt werden, welche Vermögensbewegungen tatsächlich stattgefunden haben.
Bei einem gefälschten Broker kann die Situation nochmals anders aussehen. Dort besteht häufig eine Kombination aus realen Zahlungen und fingierten Kontoständen. Ein Geschädigter kann beispielsweise Euro an eine angebliche Investmentplattform zahlen und anschließend auf deren Webseite einen angeblichen Bitcoin-Bestand sehen. Der angezeigte Bestand muss jedoch nicht auf einer realen Blockchain-Transaktion beruhen.
Eine Blockchain Analyse kann in einem solchen Fall zunächst helfen, zwischen tatsächlichen und lediglich behaupteten Vermögensbewegungen zu unterscheiden.
Wenn eine Plattform behauptet, bestimmte Kryptowährungen seien bereits für den Kunden erworben worden, kann anhand der vorhandenen Informationen geprüft werden, ob sich dafür überhaupt eine nachvollziehbare Transaktionsspur finden lässt. Fehlt eine entsprechende Blockchain-Bewegung, kann dies ein wichtiger Hinweis sein.
Umgekehrt bedeutet das Vorhandensein einer Transaktion nicht automatisch, dass die Plattform seriös ist. Auch echte Kryptowährungstransfers können Bestandteil eines Betrugs sein.
Die Analyse muss daher immer im Zusammenhang mit dem gesamten Sachverhalt erfolgen.
Eine weitere wichtige Frage betrifft die Wallet, an die die Kryptowährungen zunächst übertragen wurden. Wenn sie noch einen relevanten Bestand aufweist, kann dies für die weitere Bewertung interessant sein. Befinden sich die Vermögenswerte dagegen bereits auf zahlreichen Folgeadressen, ist die Situation komplexer.
Dabei sollte nicht nur der aktuelle Kontostand einer einzelnen Wallet betrachtet werden. Entscheidend ist der gesamte Zahlungsfluss. Eine Wallet kann zwischenzeitlich nahezu leer sein, während die dort zuvor eingegangenen Vermögenswerte auf anderen Adressen weitergeführt wurden.
Eine professionelle Blockchain Analyse untersucht deshalb regelmäßig nicht nur den Ausgangspunkt, sondern auch die relevanten Folgebewegungen.
Bei Bitcoin kann die technische Struktur von Transaktionen dazu führen, dass ein einzelner Transfer mehrere Eingänge und Ausgänge aufweist. Bei anderen Netzwerken können Token-Transfers, Smart-Contract-Interaktionen oder verschiedene technische Mechanismen eine Rolle spielen. Deshalb ist eine einfache Betrachtung von „Wallet A sendet an Wallet B“ nicht bei jedem Fall ausreichend.
Auch eine scheinbar einfache Transaktion kann im größeren Zusammenhang Teil einer komplexeren Struktur sein.
Bei Ethereum und anderen Smart-Contract-basierten Netzwerken kann beispielsweise zwischen einer normalen Übertragung des nativen Vermögenswerts und einer Token-Transaktion unterschieden werden. Für die Bewertung muss daher klar sein, welches Asset tatsächlich betroffen ist und welche technische Transaktion stattgefunden hat.
Diese technischen Unterschiede können für die weitere Nachverfolgung erheblich sein.
Auch bei sogenannten Cross-Chain-Bewegungen können zusätzliche Schwierigkeiten entstehen. Kryptowährungen oder Vermögenswerte können über technische Verfahren zwischen unterschiedlichen Netzwerken bewegt werden. Der Zahlungsfluss muss dann gegebenenfalls netzwerkübergreifend untersucht werden.
Das kann die Analyse aufwendiger machen, bedeutet aber nicht automatisch, dass keine technische Spur mehr vorhanden ist.
Eine weitere Herausforderung entsteht, wenn Vermögenswerte über viele Zwischenadressen geleitet werden. Betrüger können Kryptowährungen aufteilen und anschließend über mehrere Wallets weiterleiten. Dadurch kann die direkte Verbindung zwischen ursprünglicher Zahlung und späterem Ziel weniger offensichtlich werden.
Gerade deshalb sollte die Analyse nicht an der ersten Empfängeradresse enden.
Wenn ein Betrag beispielsweise zunächst auf eine Wallet gelangt und kurze Zeit später auf fünf weitere Adressen verteilt wird, müssen die einzelnen Transaktionszweige betrachtet werden. Wenn diese wiederum weitere Zahlungen auslösen, entsteht ein mehrstufiger Zahlungsfluss.
Die technische Nachverfolgung kann dann feststellen, welche Wege die Vermögenswerte genommen haben. Die wirtschaftliche Bewertung muss anschließend klären, welche dieser Bewegungen für den konkreten Schaden relevant sind.
Dabei ist Vorsicht vor vorschnellen Schlussfolgerungen wichtig. Nicht jede spätere Transaktion einer Wallet muss zwangsläufig aus dem ursprünglichen Schadensbetrag stammen. Wallets können auch andere Vermögenswerte enthalten und für zahlreiche Transaktionen genutzt werden.
Eine seriöse Analyse muss deshalb zwischen sicher nachvollziehbaren Bewegungen und bloßen Wahrscheinlichkeiten unterscheiden.
Auch die Zuordnung eines Wallets zu einer Person bleibt eine gesonderte Frage. Selbst wenn eine Blockchain Analyse einen Zahlungsfluss bis zu einer bestimmten Adresse verfolgen kann, ergibt sich daraus nicht automatisch die Identität desjenigen, der diese Adresse kontrolliert.
Eine mögliche Zuordnung kann sich erst aus weiteren Informationen ergeben. Dazu können Daten eines zentralen Kryptodienstleisters, Kontoinformationen, Kommunikationsdaten oder andere objektive Hinweise gehören.
Genau hier kann die Verbindung zwischen technischer Analyse und rechtlicher Aufarbeitung besonders wichtig werden.
Wenn beispielsweise eine mutmaßlich betrügerische Wallet Kryptowährungen an einen zentralen Anbieter überträgt, kann geprüft werden, ob es sich um eine bekannte Adresse dieses Anbieters handelt. Ist dies der Fall, kann der weitere Prüfungsansatz anders aussehen als bei einer unbekannten privaten Wallet.
Bei einer zentralen Plattform kann grundsätzlich die Frage entstehen, ob dort Informationen zu einem Nutzerkonto vorhanden sind. Welche Informationen tatsächlich herausgegeben oder rechtlich genutzt werden können, hängt vom konkreten Anbieter, vom jeweiligen Rechtsraum und von den rechtlichen Voraussetzungen ab.
Eine Blockchain Analyse allein ersetzt diese Schritte nicht.
Auch internationale Sachverhalte können die Durchsetzung möglicher Ansprüche erschweren. Kryptodienstleister, Unternehmen, Wallet-Inhaber und sonstige Beteiligte können sich in unterschiedlichen Ländern befinden. Hinzu kommen unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen.
Das bedeutet, dass ein technisch klar nachvollziehbarer Zahlungsfluss nicht automatisch mit einer ebenso einfachen rechtlichen Durchsetzung verbunden ist.
Dennoch kann die technische Spur ein wichtiger Ausgangspunkt sein. Je genauer der Zahlungsfluss dokumentiert ist, desto besser lässt sich bestimmen, an welchen Stellen weitere Informationen benötigt werden.
Für die Frage „Kann ich meine Kryptowährung zurückholen?“ ist deshalb eine abgestufte Betrachtung sinnvoll.
Erstens muss festgestellt werden, ob tatsächlich Kryptowährung verloren gegangen ist. Zweitens muss die konkrete Transaktion identifiziert werden. Drittens sollte der weitere Zahlungsfluss untersucht werden. Viertens ist zu prüfen, ob sich Berührungspunkte mit Kryptodienstleistern oder anderen identifizierbaren Stellen ergeben. Fünftens muss rechtlich bewertet werden, welche Ansprüche bestehen und welche Maßnahmen zur Sicherung von Vermögenswerten in Betracht kommen.
Erst aus dieser Gesamtschau ergibt sich eine realistische Einschätzung.
Dabei sollte niemand mit einer sicheren Rückzahlung rechnen, nur weil eine Wallet gefunden wurde. Das Auffinden einer Adresse bedeutet nicht, dass sich die darin enthaltenen Kryptowährungen ohne Weiteres dem Geschädigten zuordnen oder übertragen lassen.
Auch ein hoher aktueller Wallet-Bestand bedeutet nicht automatisch, dass dieser vollständig aus dem ursprünglichen Betrug stammt.
Umgekehrt sollte ein komplexer Zahlungsfluss nicht vorschnell als aussichtslos bewertet werden. Eine Wallet kann auch nach zahlreichen Weiterleitungen noch technische Anknüpfungspunkte bieten. Entscheidend ist, wie der konkrete Zahlungsfluss aufgebaut ist und welche zusätzlichen Informationen vorhanden sind.
Für eine mögliche Rückgewinnung kann außerdem entscheidend sein, ob Vermögenswerte noch bei einer Stelle vorhanden sind, an der eine rechtliche Sicherung grundsätzlich möglich erscheint. Eine Blockchain Analyse kann dabei helfen, solche Ansatzpunkte zu identifizieren.
Sie kann beispielsweise zeigen, dass ein bestimmter Betrag nach mehreren Transaktionen bei einem zentralen Kryptodienstleister angekommen ist. Das kann eine andere Ausgangslage darstellen als ein vollständig unbekannter und weiter verteilter Zahlungsfluss.
Die technische Feststellung muss anschließend rechtlich eingeordnet werden.
Dabei können auch Ansprüche auf Schadensersatz oder andere zivilrechtliche Möglichkeiten relevant werden. Ob solche Ansprüche bestehen, gegen wen sie gerichtet werden können und wie sie durchgesetzt werden können, hängt vom konkreten Sachverhalt ab.
Eine Blockchain Analyse kann hierfür wichtige Tatsachen liefern. Sie ersetzt aber keine rechtliche Prüfung.
Besonders wichtig ist deshalb die Verbindung zwischen der technischen Spur und der Frage nach den möglichen Verantwortlichen. Wenn ein angeblicher Broker eine Wallet-Adresse übermittelt hat, kann diese Information zusammen mit den Kommunikationsdaten und der Blockchain-Historie ausgewertet werden.
Vielleicht zeigt sich beispielsweise, dass die Adresse unmittelbar nach der Zahlungsaufforderung verwendet wurde. Vielleicht wird der Betrag anschließend an weitere Adressen transferiert. Vielleicht führen spätere Bewegungen zu einem zentralen Dienstleister.
Jeder dieser Schritte kann für die weitere Bewertung relevant sein.
Auch mehrere Geschädigte können bei bestimmten Betrugsstrukturen eine Rolle spielen. Wenn dieselbe Plattform oder dieselben angeblichen Berater zahlreiche Personen zur Zahlung auffordern, können sich möglicherweise wiederkehrende Wallet-Adressen oder Zahlungsstrukturen zeigen.
Eine solche Feststellung muss allerdings auf konkreten Daten beruhen. Es sollte nicht allein aus ähnlichen Namen oder ähnlichen Zahlungsaufforderungen geschlossen werden, dass dieselbe Person dahintersteht.
Technische Gemeinsamkeiten können Hinweise liefern, müssen aber fachlich bewertet werden.
Bei komplexen Betrugsfällen kann außerdem die Frage entstehen, ob mehrere Wallets zu einer gemeinsamen Struktur gehören. Blockchain-Analysen können unter bestimmten Umständen technische Zusammenhänge zwischen Adressen untersuchen. Eine solche Clusterbildung ist jedoch keine automatische Identifizierung einer Person.
Die Ergebnisse sollten deshalb immer mit einer angemessenen Aussagekraft versehen werden.
Für Geschädigte ist außerdem wichtig, sich vor sogenannten Wiederherstellungsangeboten zu schützen. Nach einem Krypto-Betrug können Personen Kontakt aufnehmen und behaupten, sie könnten die verlorenen Kryptowährungen aufgrund einer besonderen Blockchain-Technik zurückholen. Häufig wird anschließend eine Vorauszahlung verlangt.
Eine solche Zusage sollte nicht allein deshalb als glaubwürdig angesehen werden, weil der Anbieter Begriffe wie Blockchain Analyse, Wallet Tracking oder Krypto Recovery verwendet.
Eine seriöse technische Untersuchung basiert auf überprüfbaren Transaktionsdaten. Sie benötigt keine geheimen Zugangsdaten zur Wallet und sollte nicht mit einer garantierten Rückzahlung werben.
Insbesondere sollte niemand seine Seed Phrase oder seinen privaten Schlüssel an einen angeblichen Recovery-Dienstleister weitergeben. Diese Informationen können den direkten Zugriff auf die Wallet ermöglichen und gehören nicht in die Hände Dritter.
Auch angebliche Gebühren für eine sofortige Freischaltung bereits identifizierter Kryptowährungen sollten kritisch geprüft werden.
Die Blockchain kann zwar zeigen, wo sich ein Vermögenswert technisch befindet. Daraus folgt aber nicht, dass eine Person, die sich als Helfer ausgibt, Zugriff auf diese Vermögenswerte besitzt.
Das gilt auch für Personen, die behaupten, sie hätten den Täter bereits identifiziert. Eine technische Adresse ist nicht automatisch eine identifizierte Person, und eine identifizierte Person bedeutet wiederum nicht automatisch, dass deren Vermögen ohne weiteres zur Befriedigung eines Anspruchs verwendet werden kann.
Für die wirtschaftliche Rückgewinnung ist daher eine rechtliche Strategie erforderlich, die über die reine Transaktionsanalyse hinausgeht.
Dabei kann es um die Sicherung möglicher Vermögenswerte, die Prüfung von Ansprüchen, die Ermittlung möglicher Anspruchsgegner und die rechtliche Kommunikation mit beteiligten Dienstleistern gehen.
Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt unter anderem davon ab, wie gut der Zahlungsfluss dokumentiert werden kann, welche Beteiligten identifizierbar sind und wo sich die relevanten Vermögenswerte oder Dienstleister befinden.
Auch die Höhe des Schadens kann für die weitere Vorgehensweise relevant sein. Bei kleinen und sehr einfachen Transaktionen kann eine umfassende Analyse wirtschaftlich anders zu bewerten sein als bei einem erheblichen und komplexen Verlust. Eine seriöse Einschätzung sollte deshalb nicht nur technische Möglichkeiten, sondern auch Aufwand und Erfolgsaussichten berücksichtigen.
Eine professionelle Blockchain Analyse sollte daher nicht mit dem Versprechen beginnen, Kryptowährungen sicher zurückzuholen. Der sinnvollere Ansatz lautet: Zunächst wird untersucht, was tatsächlich passiert ist. Anschließend wird bewertet, welche technischen Anknüpfungspunkte vorhanden sind und welche rechtlichen Schritte daraus möglicherweise entstehen können.
Das Ergebnis kann je nach Fall sehr unterschiedlich ausfallen.
In einem Fall lässt sich eine Transaktion eindeutig nachvollziehen und führt relativ schnell zu einem bekannten Kryptodienstleister. In einem anderen Fall werden die Vermögenswerte über zahlreiche Wallets und unterschiedliche Netzwerke bewegt. In einem weiteren Fall stellt sich heraus, dass das vermeintliche Guthaben einer Tradingplattform überhaupt nicht auf einer realen Blockchain existiert.
Diese Unterschiede zeigen, warum pauschale Aussagen über eine mögliche Rückholung unseriös wären.
Auch ein scheinbar eindeutiger Blockchain-Verlauf kann weitere Fragen aufwerfen. Wenn beispielsweise eine Wallet zu einem Kryptodienstleister führt, muss geklärt werden, ob dort tatsächlich ein Kundenkonto existiert, welche Daten dazu vorhanden sind und ob diese Informationen rechtlich zugänglich gemacht werden können.
Die Blockchain liefert in diesem Fall einen Anknüpfungspunkt, aber noch nicht das vollständige Ergebnis.
Ebenso kann eine Wallet mehrere Nutzer oder unterschiedliche Zwecke betreffen. Deshalb muss die technische Zuordnung mit den übrigen Beweismitteln abgeglichen werden.
Für Geschädigte bedeutet das: Eine Blockchain Analyse kann die Chancen auf eine fundierte weitere Aufarbeitung verbessern, wenn sie frühzeitig, präzise und mit vollständigen Daten durchgeführt wird. Sie kann insbesondere dort wertvoll sein, wo der Zahlungsfluss sonst kaum nachvollziehbar wäre.
Sie sollte aber nicht mit einer Garantie auf Rückzahlung verwechselt werden.
Wer Kryptowährungen verloren hat, sollte deshalb zunächst alle relevanten Daten sichern: TXIDs, Wallet-Adressen, Transaktionshistorien, Börsenunterlagen, Bankbelege, Kommunikationsverläufe und Zahlungsaufforderungen. Auf dieser Grundlage kann geprüft werden, welche Transaktionen tatsächlich stattgefunden haben und wohin die Vermögenswerte anschließend bewegt wurden.
Erst danach lässt sich sinnvoll beurteilen, ob sich aus der technischen Spur weitere Ansatzpunkte ergeben.
Bei einer rechtlichen Aufarbeitung kann anschließend untersucht werden, welche Personen, Unternehmen oder Kryptodienstleister mit dem Zahlungsfluss in Verbindung stehen und welche Ansprüche möglicherweise bestehen. Auch die Frage, ob Maßnahmen zur Sicherung von Vermögenswerten in Betracht kommen, ist von der konkreten Situation abhängig.
Eine realistische Erwartung ist dabei besonders wichtig. Niemand kann seriös versprechen, dass verlorene Bitcoin, Ether oder andere Kryptowährungen in jedem Fall zurückerlangt werden können. Eine Blockchain Analyse kann jedoch dazu beitragen, aus einem zunächst unübersichtlichen Verlust einen nachvollziehbaren technischen Zahlungsfluss zu machen.
Und genau dieser Zahlungsfluss kann für die weitere rechtliche Bewertung entscheidend sein.
Je besser dokumentiert ist, wann welche Kryptowährung von welcher Wallet an welche Adresse übertragen wurde und wie sie sich anschließend bewegt hat, desto genauer kann geprüft werden, ob noch verwertbare technische und rechtliche Anknüpfungspunkte vorhanden sind.
Die eigentliche Frage lautet daher nicht nur, ob eine Kryptowährung „zurückgeholt“ werden kann. Entscheidend ist vielmehr, was mit den Vermögenswerten nach dem Betrug tatsächlich passiert ist, ob sich der Weg technisch nachvollziehen lässt, ob Beteiligte oder Dienstleister identifiziert werden können und welche rechtlichen Möglichkeiten sich daraus ergeben.
Eine Blockchain Analyse schafft hierfür die technische Grundlage. Ob daraus eine tatsächliche Rückgewinnung entsteht, hängt vom konkreten Zahlungsfluss, der vorhandenen Beweislage, der Identifizierbarkeit möglicher Beteiligter und den rechtlichen Möglichkeiten im jeweiligen Fall ab.
Blockchain Analyse bei Betrug – wie hilft ein spezialisierter Anwalt bei der Aufarbeitung?
Eine Blockchain Analyse bei Betrug liefert wichtige technische Informationen über Transaktionen, Wallets und Vermögensbewegungen. Für Geschädigte stellt sich anschließend jedoch eine andere, ebenso wichtige Frage: Was lässt sich mit diesen Informationen rechtlich anfangen? Genau an dieser Stelle kann die Unterstützung eines spezialisierten Anwalts entscheidend sein. Die technische Nachverfolgung einer Kryptowährung und die rechtliche Durchsetzung möglicher Ansprüche sind zwei unterschiedliche Aufgaben, die im Idealfall eng miteinander verbunden werden.
Wer nach einem Krypto-Betrug lediglich einzelne Wallet-Adressen oder Transaktionskennungen sammelt, verfügt zwar über wichtige Informationen, hat damit aber noch keine vollständige rechtliche Aufarbeitung erreicht. Es muss geklärt werden, welche Tatsachen tatsächlich feststehen, welche Personen oder Unternehmen möglicherweise beteiligt sind, welche Ansprüche in Betracht kommen und an welchen Stellen weitere Informationen benötigt werden. Eine anwaltliche Prüfung kann diese unterschiedlichen Ebenen zusammenführen.
Gerade bei komplexen Betrugsfällen ist das wichtig. Ein vermeintlicher Broker kann unter einem erfundenen Namen auftreten, Zahlungen können über mehrere Konten und Kryptodienstleister laufen und Kryptowährungen können anschließend auf zahlreiche Wallets verteilt werden. Gleichzeitig können Chats, E-Mails und Plattformdaten Hinweise darauf geben, wer den Geschädigten zur jeweiligen Zahlung bewegt hat.
Die Blockchain zeigt dabei die technische Seite des Geschehens. Die Kommunikation zeigt den tatsächlichen Kontakt. Bank- und Börsenunterlagen dokumentieren die finanziellen Vorgänge. Erst durch die Verbindung dieser Informationen kann ein möglichst vollständiges Bild entstehen.
Ein spezialisierter Anwalt kann zunächst den gesamten Sachverhalt aufnehmen und strukturieren. Dabei geht es nicht nur um die Höhe des verlorenen Betrags. Entscheidend ist auch, wann der Kontakt entstand, welche Versprechen gemacht wurden, welche Zahlungen erfolgten, welche Wallet-Adressen verwendet wurden und wie sich die Kommunikation anschließend entwickelte.
Gerade bei Anlage- und Brokerbetrug ist die Chronologie häufig von großer Bedeutung. Ein Geschädigter kann beispielsweise zunächst eine vergleichsweise kleine Einzahlung geleistet haben. Anschließend wird ihm ein angeblicher Gewinn angezeigt. Ein Berater verspricht eine Auszahlung, verlangt dafür aber weitere Zahlungen. Danach werden zusätzliche Gebühren oder Sicherheitsleistungen gefordert. Parallel können Kryptowährungen von einer Wallet zur nächsten weitergeleitet werden.
Eine rechtliche Aufarbeitung muss diese Vorgänge nicht isoliert betrachten. Sie kann untersuchen, wie die einzelnen Ereignisse zusammenhängen.
Dazu gehört auch die Frage, ob die behaupteten Handelsgeschäfte überhaupt stattgefunden haben. Eine Tradingplattform kann einen hohen Kontostand anzeigen, ohne dass der entsprechende Vermögenswert tatsächlich vorhanden ist. Eine Blockchain Analyse kann deshalb zunächst klären, welche Transaktionen real stattgefunden haben.
Wenn dagegen echte Kryptowährungen übertragen wurden, kann der technische Zahlungsfluss genauer untersucht werden.
Ein Anwalt kann dabei die vorhandenen TXIDs und Wallet-Adressen in die rechtliche Fallakte integrieren. Entscheidend ist nicht nur, dass eine Adresse bekannt ist, sondern auch, wie sie in den konkreten Betrugsablauf eingebunden war.
Wenn beispielsweise ein angeblicher Berater eine bestimmte Wallet-Adresse per Chat übermittelt und unmittelbar danach eine entsprechende Zahlung erfolgt, sollte dieser Zusammenhang dokumentiert werden. Die Blockchain bestätigt dann den tatsächlichen Transfer, während die Kommunikation den Anlass der Zahlung erklärt.
Eine solche Verbindung kann wesentlich aussagekräftiger sein als eine isolierte Wallet-Adresse.
Auch die weitere Bewegung der Kryptowährung kann relevant werden. Wird der Betrag anschließend an eine zweite Wallet übertragen, kann untersucht werden, ob sich daraus weitere technische Anknüpfungspunkte ergeben. Wenn später ein zentraler Kryptodienstleister erreicht wird, kann dies wiederum für die weitere rechtliche Prüfung von Bedeutung sein.
Der Anwalt muss dabei nicht zwingend selbst jede technische Einzelheit einer Blockchain untersuchen. Bei komplexen Fällen kann die Zusammenarbeit mit spezialisierten Blockchain-Analysten sinnvoll sein. Die rechtliche und technische Perspektive können dadurch miteinander verbunden werden.
Ein wichtiger Vorteil dieser Zusammenarbeit liegt darin, dass technische Ergebnisse nicht isoliert betrachtet werden. Ein Analyst kann beispielsweise feststellen, dass bestimmte Wallets technisch miteinander verbunden erscheinen. Der Anwalt kann anschließend prüfen, welche Bedeutung diese Feststellung für den konkreten Sachverhalt hat und welche zusätzlichen Informationen benötigt werden.
Nicht jede technische Verbindung ist automatisch ein rechtssicherer Beweis für die Identität einer Person. Deshalb ist eine fachliche Einordnung wichtig.
Das gilt insbesondere bei sogenannten Wallet-Clustern. Mehrere Adressen können aufgrund technischer Merkmale zusammengehören. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass eine bestimmte natürliche Person Eigentümer sämtlicher Adressen ist. Eine solche Feststellung benötigt gegebenenfalls weitere Informationen.
Hier kann ein Anwalt zwischen technischen Hinweisen und rechtlich belastbaren Tatsachen unterscheiden.
Eine weitere wichtige Aufgabe besteht darin, mögliche Kryptodienstleister zu identifizieren. Wenn eine verdächtige Wallet Kryptowährungen an eine bekannte Kryptobörse oder einen anderen zentralen Anbieter übermittelt, kann dieser Berührungspunkt für die weitere Prüfung interessant sein.
Die Blockchain kann den Transfer bis zu einer bestimmten Adresse sichtbar machen. Die rechtliche Frage lautet anschließend, ob diese Adresse einem bestimmten Dienstleister zugeordnet werden kann und ob dort Informationen zu einem Nutzer oder Kunden vorhanden sein könnten.
Welche Informationen tatsächlich verfügbar sind und unter welchen Voraussetzungen sie genutzt oder angefordert werden können, hängt vom konkreten Sachverhalt und den jeweiligen rechtlichen Rahmenbedingungen ab.
Ein spezialisierter Anwalt kann deshalb prüfen, welche Schritte in Bezug auf einen identifizierten Dienstleister sinnvoll sind.
Dabei ist es hilfreich, wenn die technische Analyse möglichst genau dokumentiert wurde. Eine Aussage wie „Das Geld ist bei einer Börse“ reicht regelmäßig nicht aus. Vielmehr sollte nachvollziehbar sein, welche Wallet-Adresse betroffen ist, welche Transaktion den Transfer ausgelöst hat, wann er stattgefunden hat und warum die Adresse dem jeweiligen Dienstleister zugeordnet wird.
Je präziser diese Informationen vorliegen, desto besser kann eine rechtliche Prüfung daran anknüpfen.
Auch die Bankdaten des Geschädigten können eine wichtige Rolle spielen. Bei vielen Betrugsfällen beginnt der Zahlungsfluss nicht auf der Blockchain. Zunächst werden Euro an ein Konto überwiesen oder an eine Kryptobörse gezahlt. Erst danach werden Kryptowährungen erworben und an eine Wallet übertragen.
Der Anwalt kann deshalb den Zahlungsfluss vom Ausgangskonto bis zur Blockchain rekonstruieren.
Dabei können IBAN, BIC, Empfängername, Buchungsdatum, Verwendungszweck und Betrag relevant sein. Diese Informationen sollten mit den Angaben aus Chats und E-Mails abgeglichen werden.
Wenn ein angeblicher Broker beispielsweise erklärt, die Zahlung erfolge an ein bestimmtes Unternehmen, kann geprüft werden, ob der tatsächliche Zahlungsempfänger mit dieser Darstellung übereinstimmt. Weichen Unternehmensname und Kontoinhaber voneinander ab, kann dies für die weitere Aufarbeitung relevant sein.
Auch Zahlungen an Kryptobörsen sollten berücksichtigt werden. Ein Kaufbeleg kann zeigen, wann Kryptowährung erworben wurde. Die anschließende Blockchain-Transaktion kann zeigen, wohin sie übertragen wurde.
Damit lässt sich unter Umständen eine Verbindung zwischen dem Fiat-Zahlungsfluss und dem Krypto-Zahlungsfluss herstellen.
Gerade diese Verbindung ist bei einem Krypto-Betrug häufig besonders wichtig. Denn die Blockchain beginnt erst dort, wo tatsächlich eine Blockchain-Transaktion stattfindet. Die Vorgeschichte der Kryptowährung muss unter Umständen anhand anderer Unterlagen rekonstruiert werden.
Ein Anwalt kann deshalb die verschiedenen Datenquellen zusammenführen und prüfen, ob die vorhandenen Informationen einen konsistenten Ablauf ergeben.
Auch Kommunikationsdaten können dabei eine zentrale Bedeutung haben. E-Mails, Chats und Nachrichten können dokumentieren, welche Personen mit dem Geschädigten Kontakt hatten und welche Zahlungsanweisungen sie erteilten.
Wenn beispielsweise ein angeblicher Anlageberater erklärt, dass eine bestimmte Wallet-Adresse für die Einzahlung verwendet werden müsse, kann diese Nachricht zusammen mit der entsprechenden Blockchain-Transaktion betrachtet werden.
Dabei sollte jedoch zwischen dem verwendeten Namen und der tatsächlichen Identität unterschieden werden. Betrüger können sich unter falschen Namen ausgeben oder sich als Mitarbeiter eines real existierenden Unternehmens darstellen.
Ein Anwalt kann prüfen, welche Angaben des Ansprechpartners überprüfbar sind und welche lediglich behauptet wurden.
Auch die Unternehmensangaben der Plattform können untersucht werden. Dazu können Firmenname, Sitz, Kontaktinformationen und die auf der Webseite dargestellte Unternehmensstruktur gehören. Entscheidend ist, diese Angaben nicht einfach als richtig zu übernehmen, sondern sie mit den tatsächlichen Zahlungs- und Kommunikationsdaten abzugleichen.
Wenn beispielsweise ein Anbieter behauptet, in einem bestimmten Land ansässig zu sein, Zahlungen aber an ein anderes Unternehmen fließen und Kryptowährungen an Wallets weitergeleitet werden, die keinen erkennbaren Zusammenhang mit der behaupteten Unternehmensstruktur haben, kann dies eine nähere Prüfung rechtfertigen.
Die Blockchain Analyse kann in einem solchen Fall einen technischen Widerspruch sichtbar machen.
Auch bei mehreren Geschädigten können sich relevante Zusammenhänge ergeben. Wenn verschiedene Personen unabhängig voneinander Kontakt zu derselben Plattform hatten und unterschiedliche Zahlungen an dieselben oder miteinander verbundene Wallets leisten sollten, kann eine gemeinsame Struktur untersucht werden.
Solche Zusammenhänge müssen jedoch anhand konkreter Daten festgestellt werden. Ähnliche Webseiten oder identische Formulierungen allein beweisen nicht, dass dieselben Personen dahinterstehen.
Ein spezialisierter Anwalt kann vorhandene Informationen deshalb zunächst voneinander trennen und anschließend auf mögliche Überschneidungen prüfen.
Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Bewertung des Schadens. Bei Kryptowährungen reicht es nicht immer aus, lediglich den heutigen Wert der übertragenen Coins zu betrachten. Für die rechtliche Bewertung können Zeitpunkt, Menge, Zahlungsweg und konkrete Umstände des Verlusts relevant sein.
Deshalb sollte der Schaden möglichst genau dokumentiert werden.
Bei mehreren Transaktionen kann eine Übersicht erstellt werden, die Datum, Kryptowährung, Menge, damaligen Zahlungsweg und zugehörige TXID enthält. Ergänzend können Bankzahlungen, Gebühren und weitere im Zusammenhang mit dem Betrug entstandene Aufwendungen erfasst werden.
Die genaue rechtliche Bewertung hängt anschließend vom jeweiligen Fall ab.
Auch die Frage möglicher Anspruchsgegner muss differenziert betrachtet werden. In einem Fall kann die Person im Vordergrund stehen, die unmittelbar mit dem Geschädigten kommuniziert hat. In einem anderen Fall können Unternehmen, Zahlungsdienstleister oder sonstige Beteiligte relevant werden.
Die Blockchain Analyse kann hierzu technische Hinweise liefern, ersetzt aber nicht die rechtliche Prüfung der Verantwortlichkeit.
Gerade bei internationalen Sachverhalten ist diese Unterscheidung wichtig. Eine Wallet kann technisch zu einem Dienstleister führen, der in einem anderen Land tätig ist. Die Frage, welche Informationen dort verfügbar sind und welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen, kann wesentlich komplexer sein als die technische Feststellung des Transfers.
Ein Anwalt kann deshalb prüfen, welche Zuständigkeiten und rechtlichen Anknüpfungspunkte im konkreten Fall bestehen.
Auch mögliche Maßnahmen zur Sicherung von Vermögenswerten können geprüft werden. Wenn sich aus der Blockchain Analyse konkrete Hinweise darauf ergeben, dass Vermögenswerte bei einer bestimmten Stelle vorhanden sein könnten, kann sich die Frage stellen, ob rechtliche Schritte zur Sicherung dieser Werte in Betracht kommen.
Ob und unter welchen Voraussetzungen solche Maßnahmen möglich und sinnvoll sind, hängt vom Einzelfall ab. Eine bloße Wallet-Adresse reicht dafür nicht automatisch aus.
Entscheidend kann vielmehr das Zusammenspiel mehrerer Informationen sein: technische Transaktionsdaten, Identifizierungsinformationen, Kommunikationsnachweise, Zahlungsunterlagen und weitere Beweismittel.
Hier zeigt sich erneut, warum eine Blockchain Analyse nicht als isoliertes technisches Produkt verstanden werden sollte. Ihr Wert liegt häufig gerade darin, eine zusätzliche Ebene der Sachverhaltsaufklärung zu schaffen.
Die Blockchain kann unveränderliche Transaktionsdaten liefern. Ein Anwalt kann diese Daten in einen rechtlichen Zusammenhang einordnen.
Das kann beispielsweise bedeuten, dass zunächst eine verdächtige Wallet identifiziert wird. Anschließend wird deren Transaktionshistorie untersucht. Dabei fällt eine Übertragung an eine bekannte Kryptobörse auf. Der Transfer wird dokumentiert. Parallel wird festgestellt, dass der angebliche Broker dem Geschädigten genau diese Zahlungsadresse genannt hatte.
Aus diesen einzelnen Informationen entsteht eine deutlich belastbarere Fallstruktur.
Auch Widersprüche können auf diese Weise sichtbar werden. Wenn eine Plattform behauptet, die Kryptowährung befinde sich weiterhin auf dem Kundenkonto, die Blockchain aber eine Übertragung an eine externe Adresse zeigt, muss diese Abweichung erklärt werden.
Ebenso kann geprüft werden, ob eine behauptete Auszahlung tatsächlich erfolgt ist.
Wenn der Anbieter eine TXID nennt, kann diese mit der behaupteten Auszahlung abgeglichen werden. Stimmen Empfängeradresse, Betrag und Zeitpunkt nicht überein, kann dies ein weiterer Prüfungsansatz sein.
Der Anwalt kann solche Widersprüche dokumentieren und rechtlich bewerten.
Bei der Aufarbeitung sollte außerdem zwischen dem eigentlichen Betrug und späteren Versuchen unterschieden werden, weiteres Geld zu erhalten. Nach einem Krypto-Betrug können angebliche Helfer auftreten, die behaupten, über besondere Kontakte oder technische Möglichkeiten zu verfügen.
Auch hier kann eine Blockchain Analyse helfen, Behauptungen von überprüfbaren Daten zu unterscheiden.
Wenn ein angeblicher Recovery-Anbieter behauptet, eine bestimmte Wallet sei eindeutig identifiziert und die Kryptowährungen könnten sofort zurückgeholt werden, sollte geprüft werden, worauf diese Aussage tatsächlich beruht.
Eine seriöse rechtliche Beratung wird keine sichere Rückzahlung versprechen, nur weil eine Transaktion technisch nachvollzogen werden kann.
Ebenso sollte ein Anwalt darauf achten, dass Geschädigte nicht durch weitere Zahlungen in eine zweite Betrugsphase geraten. Gerade nach einem erheblichen Verlust sind Betroffene häufig besonders empfänglich für Angebote, die eine schnelle Rückgewinnung versprechen.
Eine rechtliche Prüfung kann helfen, solche Angebote kritisch einzuordnen.
Auch die Sicherung der Kommunikation mit solchen angeblichen Helfern kann sinnvoll sein. Sie gehört gegebenenfalls ebenfalls zur Dokumentation des Gesamtschadens.
Bei der technischen Aufarbeitung können zudem bereits vorhandene Daten verloren gehen. Ein Anbieter kann eine Webseite abschalten, ein Chatkonto löschen oder eine E-Mail-Adresse deaktivieren. Deshalb sollte ein Anwalt frühzeitig prüfen, welche Beweismittel gesichert werden müssen.
Das betrifft nicht nur Blockchain-Daten. Gerade außerhalb der Blockchain können wichtige Informationen vergänglich sein.
Bei einer Webseite kann beispielsweise ein Screenshot den damaligen Inhalt dokumentieren. Bei einer E-Mail sollten möglichst vollständige Nachrichten erhalten bleiben. Bei einem Chat sollte der relevante Verlauf nicht nur in Form einzelner Ausschnitte vorliegen.
Auch die Originaldateien sollten möglichst erhalten bleiben.
Für die anwaltliche Prüfung ist außerdem hilfreich, wenn die Beweismittel bereits chronologisch geordnet sind. Eine vollständige Sammlung von 300 Screenshots ist weniger hilfreich, wenn niemand erkennen kann, wann und in welchem Zusammenhang sie entstanden sind.
Eine strukturierte Fallübersicht kann daher einen erheblichen Unterschied machen.
Sie kann beispielsweise mit dem Erstkontakt beginnen und anschließend jede Zahlung, jede Wallet-Übertragung und jede wesentliche Kommunikationsphase dokumentieren.
Die Blockchain-Transaktionen können an den entsprechenden Stellen eingefügt werden. Dadurch wird sichtbar, welche Zahlung welchem technischen Transfer entspricht.
Auch bei fehlenden Daten kann ein Anwalt prüfen, ob sich diese aus anderen Quellen rekonstruieren lassen. Fehlt beispielsweise eine TXID, kann möglicherweise anhand einer Börsenhistorie und einer bekannten Empfängeradresse nach der entsprechenden Transaktion gesucht werden.
Fehlt eine Wallet-Adresse, kann vielleicht eine alte Nachricht oder ein Plattformprotokoll weiterhelfen.
Dabei sollte jede Rekonstruktion als solche gekennzeichnet werden. Vermutete Zusammenhänge dürfen nicht mit unmittelbar belegten Tatsachen vermischt werden.
Diese Arbeitsweise ist besonders wichtig, wenn die Ergebnisse später für rechtliche Ansprüche verwendet werden sollen.
Ein weiterer Bereich ist die Prüfung möglicher Schäden und Ansprüche. Die Tatsache, dass Kryptowährungen an eine fremde Wallet übertragen wurden, ist technisch eindeutig. Welche rechtlichen Folgen sich daraus ergeben, ist jedoch eine andere Frage.
Es kann beispielsweise geprüft werden, gegen wen Ansprüche in Betracht kommen und worauf diese gestützt werden könnten. Dabei können Vertragsunterlagen, Täuschungshandlungen, Zahlungsflüsse und technische Daten gemeinsam betrachtet werden.
Welche Ansprüche tatsächlich bestehen, lässt sich nur anhand des konkreten Sachverhalts beurteilen.
Auch die Frage, ob eine bestimmte Person tatsächlich über die Wallet verfügen konnte, muss gegebenenfalls weiter untersucht werden. Ein Wallet-Label aus einer Analyse ist nicht automatisch ein Identitätsnachweis.
Deshalb sollte eine rechtliche Bewertung immer auf mehreren Beweismitteln beruhen.
Bei einer Kryptobörse kann beispielsweise eine technische Zuordnung mit weiteren Informationen kombiniert werden. Wenn die Blockchain eine Einzahlung auf eine bekannte Börsenadresse zeigt und gleichzeitig ein bestimmter zeitlicher Zusammenhang besteht, kann dies einen Ansatzpunkt liefern. Welche weiteren Informationen zugänglich sind, muss anschließend gesondert geprüft werden.
Ein Anwalt kann auch die Kommunikation mit relevanten Dienstleistern übernehmen. Das kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn die technische Analyse konkrete Berührungspunkte mit einem Anbieter ergeben hat.
Dabei sollte die Anfrage präzise formuliert sein und sich auf die tatsächlich vorhandenen Daten stützen. Eine unklare Behauptung, dass ein Anbieter „mit dem Betrug zu tun habe“, ist etwas anderes als die konkrete Dokumentation einer Transaktion mit TXID, Wallet-Adresse, Datum und Betrag.
Die Qualität der technischen Vorarbeit kann deshalb auch die Qualität der rechtlichen Kommunikation beeinflussen.
Bei internationalen Kryptodienstleistern können zusätzlich sprachliche und rechtliche Besonderheiten hinzukommen. Ein spezialisierter Anwalt kann prüfen, welche Vorgehensweise im jeweiligen Fall sinnvoll ist.
Auch hier gilt jedoch: Eine internationale Verbindung bedeutet nicht automatisch, dass Ansprüche nicht durchgesetzt werden können. Umgekehrt garantiert eine bekannte Kryptobörse als Ziel der Transaktion nicht, dass die Vermögenswerte dort noch vorhanden sind oder unmittelbar gesichert werden können.
Die tatsächliche Situation muss anhand der aktuellen Daten geprüft werden.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Bewertung des zeitlichen Ablaufs. Bei einer Blockchain Analyse kann jede Transaktion mit einem Zeitpunkt versehen werden. Diese Daten können mit den Kommunikationsereignissen abgeglichen werden.
Wenn ein angeblicher Berater eine Zahlung um 10:15 Uhr verlangt und um 10:42 Uhr eine entsprechende Blockchain-Transaktion erfolgt, ist dieser zeitliche Zusammenhang möglicherweise relevant. Wenn die Kryptowährung anschließend wenige Minuten später weitergeleitet wird, kann auch diese Bewegung in die Untersuchung einbezogen werden.
Solche Zeitbeziehungen können helfen, den Ablauf genauer zu rekonstruieren.
Sie ersetzen jedoch nicht die Prüfung anderer Beweismittel. Eine zeitliche Nähe allein beweist keine Identität oder Verantwortlichkeit.
Auch deshalb ist die Zusammenarbeit zwischen technischer Analyse und anwaltlicher Bewertung so wichtig.
Ein spezialisierter Anwalt kann zudem dabei helfen, die Beweislage zu priorisieren. Nicht jede vorhandene Information ist gleich wichtig. Bei einem einfachen Fall kann die zentrale TXID mit wenigen ergänzenden Dokumenten ausreichen, während bei einem komplexen Anlagebetrug eine umfangreiche Analyse mehrerer Wallets erforderlich sein kann.
Ziel sollte immer sein, die entscheidenden Fragen des konkreten Falls zu beantworten.
Dazu gehören insbesondere: Welche Kryptowährung wurde tatsächlich übertragen? Von welcher Wallet? An welche Adresse? Wann erfolgte die Übertragung? Welche weiteren Bewegungen gab es? Lassen sich Dienstleister oder andere technische Berührungspunkte erkennen? Welche Person oder welches Unternehmen hat die Zahlung verlangt? Welche Unterlagen belegen diesen Zusammenhang? Und welche rechtlichen Möglichkeiten ergeben sich aus den festgestellten Tatsachen?
Die Blockchain Analyse kann vor allem die technischen Fragen unterstützen. Die rechtliche Prüfung verbindet diese Ergebnisse mit den übrigen Umständen.
Auch die Frage nach der wirtschaftlichen Sinnhaftigkeit einer weiteren Untersuchung kann anwaltlich bewertet werden. Eine aufwendige Analyse über zahlreiche Netzwerke und Wallets kann erhebliche Ressourcen erfordern. Bei einem größeren Schaden kann eine umfassende Untersuchung eher in Betracht kommen als bei einer geringfügigen Transaktion.
Dabei sollte nicht allein die Schadenshöhe betrachtet werden. Auch die Qualität der vorhandenen Daten, die Nachvollziehbarkeit des Zahlungsflusses und mögliche rechtliche Anknüpfungspunkte können entscheidend sein.
Ein seriöser Anwalt wird deshalb nicht pauschal versprechen, verlorene Kryptowährungen zurückzuholen. Er sollte vielmehr erklären können, welche Tatsachen bereits feststehen, welche Fragen offen sind und welche weiteren Prüfungen sinnvoll erscheinen.
Das schafft eine realistische Grundlage für die weitere Entscheidung.
Gerade bei Betrugsfällen mit gefälschten Tradingplattformen kann eine solche nüchterne Analyse wichtig sein. Wenn das angebliche Guthaben nie auf einer Blockchain existiert hat, liegt die rechtliche und technische Ausgangslage anders als bei einem tatsächlichen Transfer von Bitcoin an eine fremde Wallet.
Beide Situationen können für Betroffene wie ein Krypto-Verlust aussehen, sind technisch aber grundverschieden.
Eine Blockchain Analyse kann diese Unterscheidung sichtbar machen.
Wenn dagegen echte Kryptowährungen übertragen wurden, kann die technische Nachverfolgung zusätzliche Informationen über die Vermögensbewegung liefern. Je nach Zahlungsfluss können sich Hinweise auf weitere Wallets oder zentrale Kryptodienstleister ergeben.
Auch hier darf das Ergebnis nicht überinterpretiert werden.
Eine Adresse ist keine Person. Ein Wallet-Cluster ist keine automatisch festgestellte Täterstruktur. Ein Transfer zu einer Kryptobörse bedeutet nicht automatisch, dass der Kontoinhaber identifiziert ist. Erst die Verbindung mit weiteren Daten kann zu einer belastbaren Zuordnung führen.
Diese Differenzierung ist ein zentraler Bestandteil einer professionellen Aufarbeitung.
Für Geschädigte kann es daher sinnvoll sein, bereits vor einer anwaltlichen Beratung sämtliche verfügbaren Informationen zu sichern. Dazu gehören insbesondere TXIDs, Wallet-Adressen, Transaktionsdaten, Börsenunterlagen, Bankbelege, Chats, E-Mails, Webseiten, Verträge und Zahlungsaufforderungen.
Private Schlüssel und Seed Phrases sollten dagegen nicht weitergegeben werden.
Auch Passwörter zu Börsenkonten oder Wallets gehören nicht ungeschützt in eine Dokumentensammlung. Für die technische Prüfung sind grundsätzlich die öffentlichen Transaktionsdaten maßgeblich.
Ein Anwalt kann anschließend prüfen, welche Unterlagen tatsächlich benötigt werden und wie die technische Analyse in die weitere rechtliche Arbeit integriert werden kann.
Dabei kann eine erste Fallübersicht bereits wichtige Fragen beantworten. Gibt es einen realen Blockchain-Transfer? Sind die Empfängeradressen bekannt? Wurde die Kryptowährung weitergeleitet? Gibt es Berührungspunkte mit einem Kryptodienstleister? Welche Personen haben die Zahlungen verlangt? Welche Bank- und Börsendaten liegen vor?
Aus diesen Fragen kann sich eine konkrete Untersuchungsstrategie ergeben.
Bei komplexeren Fällen kann es sinnvoll sein, mehrere Zahlungsströme parallel zu untersuchen. Wenn ein Geschädigter beispielsweise Bitcoin und Ether übertragen hat, sollten die unterschiedlichen Netzwerke getrennt analysiert und anschließend im Gesamtkontext betrachtet werden.
Auch verschiedene Fiat-Zahlungen können mit unterschiedlichen Blockchain-Transaktionen zusammenhängen.
Eine anwaltliche Fallführung kann dabei helfen, die einzelnen Stränge nicht zu vermischen.
Das ist insbesondere dann wichtig, wenn mehrere Wallets und mehrere Ansprechpartner beteiligt waren.
Eine saubere Trennung ermöglicht später eine bessere Zuordnung von Beweismitteln und Ansprüchen.
Am Ende geht es bei der anwaltlichen Unterstützung nicht allein um die technische Frage, wo sich eine Kryptowährung befindet. Es geht um die umfassende Rekonstruktion des Geschehens und die Prüfung, welche rechtlichen Konsequenzen sich daraus ergeben können.
Die Blockchain Analyse ist dabei ein wichtiges Werkzeug.
Sie kann helfen, reale Transaktionen von bloßen Behauptungen zu unterscheiden, Zahlungsflüsse zu rekonstruieren, Folgebewegungen sichtbar zu machen und mögliche Berührungspunkte mit Kryptodienstleistern zu erkennen.
Der spezialisierte Anwalt kann diese Erkenntnisse anschließend in die rechtliche Aufarbeitung einordnen. Dazu gehören die Prüfung möglicher Anspruchsgegner, die Bewertung des Schadens, die Sicherung und Strukturierung von Beweismitteln, die Kommunikation mit relevanten Stellen sowie die Prüfung möglicher Maßnahmen zur Sicherung von Vermögenswerten.
Welche Schritte tatsächlich sinnvoll sind, hängt immer vom konkreten Fall ab.
Eine Blockchain Analyse kann deshalb weder eine erfolgreiche Rückgewinnung garantieren noch die Identität eines Wallet-Inhabers automatisch feststellen. Sie kann aber einen erheblichen Erkenntnisgewinn schaffen, wenn sie fachgerecht durchgeführt und mit den übrigen Beweismitteln verbunden wird.
Für Betroffene ist gerade diese Verbindung entscheidend. Wer nur eine Wallet-Adresse kennt, hat einen technischen Ausgangspunkt. Wer zusätzlich die zugehörige TXID, den Zahlungsbeleg, die Kommunikationsnachricht, die Plattformdaten und die zeitliche Abfolge dokumentieren kann, verfügt über eine wesentlich umfassendere Grundlage.
Darauf kann eine spezialisierte rechtliche Prüfung aufbauen.
Wer nach einem Krypto-Betrug wissen möchte, welche Möglichkeiten konkret bestehen, sollte deshalb nicht nur fragen, ob eine Blockchain Analyse möglich ist. Entscheidend ist vielmehr, welche Informationen bereits vorliegen, welche Transaktionen tatsächlich stattgefunden haben, wohin sich die Vermögenswerte bewegt haben, welche Beteiligten anhand der vorhandenen Daten in Betracht kommen und welche rechtlichen Schritte daraus möglicherweise abgeleitet werden können.
Je genauer diese Fragen beantwortet werden können, desto fundierter lässt sich die weitere Vorgehensweise bestimmen. Eine professionelle Blockchain Analyse und eine darauf abgestimmte anwaltliche Prüfung können dabei zwei unterschiedliche, aber eng miteinander verbundene Ebenen der Fallaufarbeitung bilden.
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